Wort der Woche: Tomte

Das Wort tomte begegnet einem mit gewisser Wahrscheinlichkeit ziemlich früh, wenn man Schwedisch lernt; seine bestimmte Form tomten ist nämlich gleich der von tomt und damit eines der wenigen Beispiele, wo die Betonung zweier gleich geschriebener Wörter einen Unterschied macht. Der Tomte wird mit der typischen Doppelbetonung ausgesprochen.

In der Praxis ist es aber sehr unwahrscheinlich, einen Satz zu konstruieren, in dem “der Wichtel” und “das Grundstück” miteinander verwechselt werden können, denn das bedeuten tomt respektive tomte. Heinzelmännchen, Kobold und auch Zwerg sind andere mögliche Übersetzungen, denn es geht um die guten kleinen Männchen, die laut Folklore auf einem Hof leben und bei der Arbeit helfen. In Dänemark und Norwegen heißen die gleichen Wesen nisse.

Tomte kommt möglicherweise sogar von tomt, und zwar als Abkürzung von tomtegubbe, wörtlich “Grundstücksmännchen”. In den letzten Jahrzehnten wurde außerdem der aus Amerika importiere Weihnachtsmann (schw. jultomte) mit dem klassischen tomte ein wenig vermischt. Die Frage, wem man das Schüsselchen mit Brei (julgröt) an Weihnachten vor die Tür stellt, ist nicht mehr eindeutig zu beantworten. Ursprünglich war das natürlich für den gårdstomte (gård=Hof). In Astrid Lindgrens Saltkråkan ist es jedoch schon der Weihnachtsmann.

Tomten heißt auch das bekannteste Gedicht von Viktor Rydberg aus dem Jahr 1881. Selbiges findet man im Netz sowohl im Original als auch in Übersetzungen (wörtlich, freier und in Reinform) und sogar in einer Verfilmung von 1940.

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Werner & Werner - Vår julskinka har rymt

[Videolink](http://youtube.com/watch?v=Nvhqxzqy_bA)

Werner & Werner, die in obigem Lied beklagen, dass ihr Weihnachtsschinken abgehauen ist, sind zwei fiktive deutsche Köche aus einem schwedischen Unterhaltungsprogramm aus den Achtzigern. Als Vorbild diente der in Schweden bekannte schweizer Koch Werner Vögeli, der im März dieses Jahres starb.

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Steuerparadies Schweden?

Ganz so weit es noch nicht, aber größere Firmen könnten in Schweden bald massiv die Steuerlücke ausnutzen, die ein Gericht Anfang der Woche für legal erklärt hat. Mit Hilfe von Tochterfirmen, die nicht einmal eigene Angestellte zu haben brauchen, kann die Firmensteuer effektiv umgangen werden.

Man befürchtet Steuerausfälle von 60 Milliarden Kronen – das entspricht der gleichen Anzahl Euro, wenn man auf die Bevölkerung Deutschlands umrechnet – wenn das Gesetz nicht nachgebessert wird. Damit wäre es wohl vorbei mit dem Haushaltsplus Schweden der letzten Jahre.

Und wenn sich der Eindruck festsetzt, dass die Kürzungen beim Arbeitslosengeld und im Sozialsystem nur für Steuergeschenke an die Wirtschaft gut waren, dürfte die Popularität der Regierung Reinfeldt noch weiter fallen, als sie es seit der Wahl vor 15 Monaten schon getan hat.

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God Jul

Frohe Weihnachten, liebe Leser! Beziehungsweise: God jul, kära läsare!

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Wort der Woche: Julrim

An Weihnachten (schw. jul) wird in Schweden gereimt (schw. rimma). Ganz traditionell auf dem Land würde man schon morgens gemeinsam beim Frühstück mit Reisbrei (gröt) reihum um den Tisch gemeinsam reimen. Wer die einzelne Mandel im Brei erwischt darf sich übrigens etwas wünschen (alternativ muss er/sie heiraten). Ein Schälchen des Breis wird vor die Tür gestellt, als Dank für den Wichtel (tomten).

Viel weiter verbreitet sind immer noch die Reime auf den Geschenken, mit denen der Schenkende dem Beschenkten einen Hinweis auf den Inhalt des Paketes gibt und seinen Gedanken mit dem Geschenk mitteilt. Vom Zweizeiler bis zu ganzen Geschichten ist alles erlaubt, solange nicht wörtlich verraten wird was es ist.

Das gemeinsame Geschenkeauspacken wird also zu einer kleinen Lesung aller Reime mit anschließender Auflösung des Rätsels – zumindest dort, wo die Tradition des julrims gepflegt wird.

Zeitungen und Radiosender haben jedes Jahr eine rimstuga (z.B. Dagens Nyheter), wo sich Leute Reime zu einem bestimmten Geschenken schreiben lassen können und wo selbige veröffentlicht werden. Zusätzlich gibt es lustige Aktionen wie die, dass alle Überschriften der Weihnachtsausgabe einer Zeitung in Reimform gehalten sind.

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Att åka på fin is

Heute Mittag bin ich mit einem Kollegen von der Arbeit ausgebüchst und nach Fjällnora (Karte) gefahren, nicht weit östlich von Uppsala. Der Eisbericht meinte nämlich, dort gäbe es schon gutes Eis. Schließlich wollte ich ja endlich meine neuen Langlaufschlittschuhe ausprobieren.

Und es war nicht zuviel versprochen. Der ganze lange See war befahrbar zugefroren und die spiegelglatte Eisfläche war nur teilweise mit Eisblumen bedeckt, die ein wenig bremsten. Eine bessere Fläche ist auf Natureis kaum zu finden und völlig schneefrei noch seltener. Dazu schien die Sonne und es war etwas milder heute (etwa -5 Grad). Herrlich.

Wir sind von etwa da, wo auf der Karte der Badeplatz eingezeichnet ist, die nordöstliche Strecke und dann um die Ecke bis ans nördliche Ende gefahren – etwa 8 km hin und zurück. Mich als ungeübten Eisläufer hat es schon noch ein paar Mal auf den Hosenboden geworfen und irgendwann wollten die Fußgelenke nicht mehr so stabil bleiben, aber all das wird sich diesen Winter hoffentlich schnell geben.

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Wintermorgen

Es ist kalt hier. Tagsüber etwas über minus 10 Grad, nachts darunter. Der Himmel ist überwiegend klar und die Sonne scheint für die wenigen Stunden, die sie es über den Horizont schafft. Es liegt zwar kein Schnee, aber der Frost überlebt die schwachen Sonnenstrahlen und wird Tag für Tag mehr, sodass trotzdem alles weiß von Eiskristallen ist.

Das ist sehr schön anzusehen, wenn man morgens dick eingepackt zur Arbeit radelt. Ab und zu bleibt man dann trotz der Kälte stehen und holt die Kamera heraus.

Weiss

3
Bäume

Eisblatt

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In aller Kürze

  • Das Internet ist in Schweden so verbreitet, dass die Anzahl der Nutzer nicht mehr wächst. Gut 80% der Menschen nutzen das Internet hierzulande und wenn ich mich recht erinnere, liegt diese Zahl in Deutschland etwa 10% niedriger.
  • Das Wappen der nordischen Schlachtgruppe wurde entmannt.
  • Ob es sich beim angeblich so großen Widerstand schwedischer Politiker gegen die Gaspipeline durch die Ostsee um mehr als Lippenbekenntnisse handelt, wird man wohl erst noch sehen müssen.
  • Am 21. Dezember wird Schengen um die baltischen Staaten und die östlichen Nachbarn Deutschlands und Österreichs erweitert. Das wusste ich bis eben nicht, finde es aber selbstverständlich gut.
  • Wenn Schweden reisen, bevorzugen sie den Pass, nicht den Personalausweis, den es zwar gibt und der in Europa auch gültiges Reisedokument ist, aber kaum nachgefragt wird, weil innerhalb Schwedens der Führerschein oder die ID-Karte von Post und Banken üblicher sind. Mehr zu dem Thema bei Fabian.
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