Nur Schwedisch in Schulen?

Die liberale Folkpartiet ging mit ihrer Schulpolitik in den Wahlkampf und dementsprechend werden in der heutigen Allianzregierung sowohl Schul- als auch Ausbildungsministerium von ihr besetzt, letzteres von Parteichef Lars Lejonborg. In Malmö, wo einige Schulen hohe Einwandererquoten haben, hat die Folkparti gerade vorgeschlagen (S), Schwedisch im Klassenzimmer verbindlich zu machen, vor allem mit dem Gedanken, dass Lehrer mehr Handhabe haben, wenn Schüler ihre Sprachkenntnisse nutzen, um den Lehrer zu umgehen und den Unterricht zu stören.

Im Gegensatz zur letztjährigen Diskussion in Deutschland um die Berliner Schule, in der sich die Schüler freiwillig eine Deutsch-Pflicht auferlegten, geht es wohlgemerkt nicht um den Pausenhof, sondern um die Unterrichtszeit selbst.

Der Vorschlag hat viel Kritik auf den Plan gerufen. Der Partei Rassismus vorzuwerfen und sie mit der NSDAP zu vergleichen (S), halte ich jedoch für übertrieben. Völlig richtig ist dagegen, das dieser Vorschlag undurchführbar ist. Denn die eigentliche Ursache ist wohl, dass Lehrer in Schweden ihren Schülern sehr wenig zu sagen haben und dass oft das grundlegende Maß an Ordnung im Unterricht fehlt. Daran wird ein Gebot, Schwedisch zu sprechen, nicht viel ändern.

Abschließend sei hinzugefügt, dass ich bei diesem Thema Halbwissen verbreite – ich habe noch kaum eine schwedische Schule von innen gesehen, geschweige denn eine besucht.

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Hydro und Statoil

Wer in Schweden schon einmal mit dem Auto unterwegs war, wird zwei ungewohnte Tankstellenketten bemerkt haben: Statoil und Hydro. Dabei handelt es sich um zwei große norwegische Ölfirmen. Diese beiden haben vor gut zwei Wochen ihre Fusion angekündigt (S) und werden bald die größte meerbasierte Ölfirma der Welt sein.

Über einen neuen Namen der können sie sich aber noch nicht einigen (S). Norsk Hydro mit seiner hundertjährigen Tradition will keinesfalls im (größeren) Emporkömmling aufgehen. Dass beide Firmen in Staatsbesitz sind dürfte die Sache jedoch erleichtern.

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Ich kann...

Gleich von zwei Seiten wurde ich beworfen. Mit einem Bloggerstöckchen.

Also los, in wirrer Reihenfolge. Ich kann…

  1. ... mein Einkommen im Internet nachgucken.
  2. ... ganz viele Blogs aufmachen und dann zu wenig Zeit für sie haben.
  3. ... Linux-Server einrichten und betreuen, am liebsten mit Debian.
  4. ... fotografieren.
  5. ... Schweden manchmal langweilig finden.
  6. ... Musik, die auf meinem Rechner zu Hause liegt, bei der Arbeit hören.
  7. ... freifliegende Wellensittiche einfangen.
  8. ... 156 RSS-Feeds lesen.
  9. ... Teleskope bedienen.
  1. ... mich wundern, welche [Suchbegriffe](http://www.google.com/search?q=schwedensex) Leute auf diese Seite bringen. Weiter werfe ich das Stöckchen an [Okej](http://okej.wordpress.com/), [Otaku](http://blog.brother-wolfs-husky-kennel.info/) und [Oliver](http://www.schorleblog.de/), sofern sie denn wollen.
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Das alte Jahr

Die deutschen Nachrichten des Radio Schweden sind nicht nur eine gute Quelle für Textnachrichten, sondern bieten auch einen wöchentlichen Podcast mit einem Rückblick der Nachrichten der Woche. Die Ausgabe vom letzten Samstag (mp3, 21MB) ist ein halbstündiger Jahresrückblick mit dem Wichtigsten, das 2006 in Schweden passierte – sehr hörenswert.

Einen weniger ernsthaften “Rückblick” über seltsame Begebenheiten des letzten Jahres gibt es auf Englisch bei The Local. Dazu passt wohl auch, zu erwähnen, dass der Julbock in Gävle dank seiner Antibrandimprägnierung den “üblichen” Anschlag und die Feiertage überlebt hat (S). Er wurde abgebaut und zur Wiederverwendung im nächsten Jahr gut verstaut.

Einen eigenen Jahresrückblick auf Fiket gibt es nicht, schließlich kann man über das Archiv oder die Schlagworte selbst zu bestimmten Themen stöbern.

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José Gonzáles

Globalisierung ist toll und José Gonzáles ist schwedischer Liedermacher aus Göteborg.

Seine Musik besteht aus Gitarre und Stimme, ist sehr entspannt und erinnert ein wenig an Simon & Garfunkel. Sein Debutalbum Veneer von 2004 habe ich mir neulich gekauft^1^ und fragte mich, woher ich das Stück Heartbeats kannte. Eine Suche in meinem Archiv brachte zutage, dass es tatsächlich ein Cover ist. Und zwar von den ebenfalls schwedischen und ebenfalls tollen The Knife, einem Geschwisterpaar aus Stockholm, das unter ihrem eigenen Label elektronische Musik macht.

Außerdem hatte ich – ohne es zu wissen – Gonzáles’ Version von *Heartbeats* auch schon vor längerem gehört und zwar in diesem wunderschönen Werbefilm, als dieser vor gut einem halben Jahr seinen Weg durch die Blogs nahm: ([YouTube DirektJose](http://youtube.com/watch?v=2Bb8P7dfjVw))

^1^Ich kaufe, wenn möglich, meine Musik elektronisch bei eMusic, das ich hier einmal empfehlen möchte. 90 Lieder pro Monat für 20 Euro (es gibt auch kleinere Abos) sind ein gutes Geschäft, zumal man ordentliche MP3-Dateien bekommt und kein kaputtes Format. Aktuelle Sachen der großen Labels wird man dort zwar nicht finden, aber es ist eine Fundgrube für vieles andere. Ich habe keine Probleme, mein Kontingent jeden Monat auszufüllen, gerade weil ein Liedpreis von 22 Cent auch zu Experimenten einlädt.
Gonzáles’ Album Veneer bei eMusic
The Knife bei eMusic

*Nachtrag, 13. Januar 2007:* Nach dem Klick gibt es das Video mit dem Original:

(DirektKnife)

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Tier des Jahres 2007: der Elch

Schwedische Elche erfreuen sich in Deutschland ungebrochener Beliebtheit. Vielleicht ist es an der Zeit, die Verbindung zwischen Elch und Schweden in den Köpfen zu lockern, denn es gibt sie auch in Kontinentaleuropa und – immer häufiger – auch in Deutschland.

Um auf die Rückkehr der großen Wildtiere aufmerksam zu machen, kürte die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild 2003 den Wolf und 2005 den Braunbären zum Tier des Jahres. Dieses Jahr ist der Elch dran.

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God Fortsättning!

Wenn Schweden im neuen Jahr jemanden zum ersten Mal treffen, wünscht man meist nicht mehr wie in der Zeit vor Silvester “gott nytt år”, also “gutes neues Jahr”, sondern “god fortsättning”, eine “gute Forsetzung” des neuen Jahres. Schließlich hat es schon angefangen.

Ein frohes 2007 allen Lesern!

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Ältestes Blatt der Welt nur noch online

OK, ich hatte von der Zeitung Post- och Inrikes Tidningar (S) bisher nie gehört. Schließlich fallen Insolvenzen, Schuldensanierungen, Unternehmens- und Regierungsnachrichten nicht wirklich in mein Interessensgebiet.

Trotzdem ist es erwähneneswert, dass dieses Blatt das älteste der Welt ist. Seit 1645 wird es täglich herausgegeben. Und ab Neujahr ist damit Schluss, denn die Printausgabe wird zugunsten eines reinen Online-Portals eingestellt.

(via)

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