Sommarplågor

Eine Spotify-Playlist mit Liedern, die laut DN Chancen haben, die diesjährigen Sommerhits zu werden. Der schwedische Begriff Sommarplåga trifft es besser und braucht keine Übersetzung.

Zum Glück höre ich nur gutes Radio, wo man sowas nicht auf die Ohren bekommt.

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Picasso valde Kristinehamn

Die Picasso-Statue in
Kristinehamn

Diese 15 Meter hohe Statue ist von Pablo Picasso, stellt seine Frau Jacqueline dar und steht vor Kristinehamn am Strand des Vänern. Der Kommune in Norwegen, wo sie ursprünglich hin sollte, war die Skulptur zu hässlich; Kristinehamn hat sie jedoch ins Herz geschlossen. Der Werbespruch der Stadt lautet

Picasso valde Kristinehamn. Välkommen du också!

übersetzt

Picasso hat sich für Kristinehamn entschieden. Tu es ihm gleich!

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Wort der Woche: Hen

Wie wir alle wissen ist Schweden in Sachen Gleichberechtigung relativ weit vorne in der Welt. Das gilt sowohl für allerlei praktische Regelungen als auch für das Bewusstsein um Geschlechterrollen, das bei vielen angekommen ist. Denn nur wer die typischen Verhaltensmuster und Erwartungen bei sich und anderen erkennt, kann dazu Stellung beziehen.

Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist könsneutral, “geschlechtsneutral”. Gesetze und Bestimmungen zum Beispiel sollen natürlich so formuliert sein, dass sie unabhängig davon sind, ob die Beteiligten ein Y-Chromosom haben oder nicht; das Prinzip streckt sich aber viel weiter. Denn was immer wir lesen oder hören, sobald von “ihr” oder “ihm” die Rede ist, schwingt das individuelle Bild vom eigenen und dem anderen Geschlecht mit. Dies möchte man als Schreibender in gewissen Situationen vielleicht bewusst vermeiden. (Dazu kommt, dass “Geschlecht” bei weitem keine so klar getrennte rosa beziehungsweise hellblaue Sache ist, wie sich die meisten das vorstellen.)

Sprachlich entsteht hierbei das Problem, mit dem das Schwedische natürlich nicht alleine ist, dass es kein geschlechtsneutrales Pronomen gibt, sondern nur “er” oder “sie”, han eller hon. Es ist zwar nicht falsch, das Pronomen für Dinge, den, auch für Personen zu benutzen, man vermeidet dies aber lieber. Und so kommt es, dass sich jemand das Wörtchen hen als geschlechtsneutrales Personalpronomen ausgedacht hat; Objektform henom, possessiv hens.

Ursrünglich war es wohl nur dafür gedacht, nicht immer han eller hon sagen oder schreiben zu müssen, gewisse Kreise propagieren jedoch, hen auch dann zu benutzen, wenn das Geschlecht der betreffenden Person zwar bekannt ist, aber keine Rolle spielt; also han und hon durch hen zu ersetzen. Als neulich das erste Kinderbuch erschien, das konsequent hen verwendet, machte das Wort den Schritt von Transsexuellen und feministischen Aktivisten ins Rampenlicht und eine ordentliche Debatte brach los.

“Hen verwirrt Kinder!”, meinen die einen. “Lieber als Individuum denn als Geschlecht”, sehen sich andere. “Hen ist als Wort schon vergeben und bedeutet Schleifstein”, rufen die selbsternannten Sprachwächter und der rechte Rand schimpft über die “Geschlechtsextremisten” und “neue Auswüchse an politischer Korrektheit”. Da “Mann sein” und “Frau sein” für viele zum Selbstbild dazu gehört, ist es wohl nicht verwunderlich, dass sich Widerstand dagegen regt, das Geschlecht zur Identitätsstiftung abzuschwächen. Ich persönlich kann mich mit hen durchaus anfreunden.

Wieder andere sehen die humoristische Seite der Diskussion und schaffen eine pragmatische Lösung: Der Henerator ist ein Browser-Plugin, das überall han und hon durch hen ersetzt.

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Aros Marathon

Am Samstag habe ich meine bisher größte läuferische Errungenschaft vollbracht. Ich bin den Aros Marathon mitgelaufen, ein privat organisiertes Rennen über 46km von Uppsala nach Enköping, entlang des stillgelegten Bahndammes, der auch an meinen alten Wohnviertel vorbeiführt. Hundert Leute, tolle Stimmung, extrem fieser Gegenwind durch die weiten Felder Upplands und ein ziemlich überraschender siebter Platz – ein gelungenes Debut, will ich meinen.

Und so sieht man nach etwa 35km aus, wenn man noch nicht weiß, dass die restlichen elf sich wie zwanzig anfühlen werden.

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Foto: Frida Lavén für Aros Marathon, mehr Bilder auf Facebook.

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Margareta Winberg

Eine sehr schöne Geschichte hat sich dieser Tage zugetragen: Umweltministerin Lena Ek lud ein paar andere Minister zum Abendessen nach Rosenbad, dem Regierungsgebäude, darunter auch die ehemalige Landwirtschaftsministerin Margareta Winberg. Durch eine Verwechslung ging deren Einladung jedoch an eine pensionierte Arbeitstherapeutin gleichen Namens.

So weit nichts besonderes. Bemerkenswert sind jedoch die darauffolgenden Reaktionen der Beteiligten. Margareta Winberg fragt nicht nach, ob da etwas faul ist, sondern findet es irgendwie selbstverständlich, zum Regierungstreffen eingeladen zu werden. Sie sagt sich “eingeladen ist eingeladen”, zieht sich fein an und geht hin. Keine Wache hält sie auf und als Lena Ek ihren Überraschungsgast trifft, heißt sie sie erheitert willkommen. Keiner der anderen Gäste stört sich daran, dass Margareta Winberg den ganzen Abend dabei bleibt, interessiert den Vorträgen zuhört und mit auf dem Gruppenfoto der Politiker posiert (rechts unten).

Kommentar der anderen Margareta Winberg: “Ich hoffe, es hat geschmeckt!”

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Kulturresan

Wie schon einmal erwähnt wird Schweden in ein paar Jahren neues Geld bekommen. Heute wurde der Gewinner des Designwettbewerbs bekannt gegeben: Göran Österlunds Vorschlag mit dem Titel Kulturresan.

So werden sie also aussehen, die neuen schwedischen Geldscheine, die ab 2015 in Umlauf kommen sollen.

die neuen
Scheine

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Rundfunkgebühr wird bald zu Steuer

Angeblich soll der Radiotjänsten i Kiruna, das schwedische Pendant zur deutschen GEZ, in absehbarer Zukunft stillgelegt werden. Der öffentliche Rundfunk soll seine Mittel dann stattdessen über eine Steuer bekommen.

Eine prima Idee, finde ich.

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Detektivbyrån - Wermland

Man kann Musik von Spotify, dem ursprünglich schwedischen Musikanbieter, der vor kurzem auch in Deutschland aufgemacht hat, jetzt auch einbinden:

(Ich nehme an, dass YouTube-Videos von einem höheren Anteil der Leser gesehen werden können als schon Spotify haben, werde hier im Blog also erstere weiterhin bevorzugen, wenn möglich.)

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