Wenn kein Schnee liegt, müssen die Rollskier herhalten. Auch in der Götgatan zur Haupteinkaufszeit.
Es ist ziemlich absurd, dass in Norwegen, dem reichsten Land Europas (der Welt?), zu Weihnachten die Butter ausgeht. Ursachen scheinen erhöhter Bedarf – mehr Fett und weniger Kohlehydrate sind im Trend, auch in Schweden – und schlechte Planung beim norwegischen Quasimonopolisten zu sein. Außerdem nimmt sich Norwegen als Nicht-EU-Land die Freiheit, die eigene Landwirtschaft mit Zöllen auf Importe zu schützen, was den Nachschub weiter erschwert.
Diese Zölle sind auch der Grund, warum jetzt tatsächlich Schweden im Nachbarland verhaftet werden, weil sie Butter schmuggeln. Bei über 30 Euro pro Pfund ist das lukrativ. Wenigstens können Schweden jetzt schadenfroh sein und einen gewissen Ausgleich dafür verspüren, dass sie dem Nachbarn und ehemaliger “Provinz” heute wirtschaftlich unterlegen sind und nicht selten für die einfacheren Arbeiten dort herangezogen werden, die kein Norweger mehr machen will. Immerhin hat man hier ordentliches Weihnachtsgebäck.
Wer die neue Flugverbindung Oslo – Karlstad nutzt, bekommt jetzt ein Kilo Butter geschenkt.
Nachtrag: Jetzt auch auf tagesschau.de
(irgendwie auch via fefe )
Wer hätte es gedacht: die schwedischen Emissionen an Treibhausgasen haben 2010 im Vergleichzum Vorjahr um 11 Prozent zugenommen. Das ist ganz schön viel und nicht sehr klimatsmart. Die Abnahme in den Jahren davor war demnach weniger auf Klimaschutzmaßnahmen denn auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen. Letztes Jahr wurde dann wieder mehr produziert und transportiert, außerdem waren die Winter an beiden Enden von 2010 ungewöhnlich kalt und man musste mehr heizen. Siehe auch.
Die Kungsgatan ist die Straße, die vom Stureplan zum Hötorget führt und dann weiter bis auf den Kungsholmen, und die letzte Woche 100 Jahre alt wurde (Link mit alten Bildern). Damals sprengte man 130.000 Tonnen Material aus dem Wall, der an dieser Stelle durch die Stadt lief, und der die Ost-West-Verbindung erschwerte. Die beiden Straßen, die die Kungsgatan heute auf Brücken überqueren, zeugen noch vom damaligen Höhenniveau.
Die Kungsgatan entwickelte sich zur Parademeile, schon während der olympischen Spiele von 1912 (deren Jubileumsvorbereitungen in vollem Gange sind, doch dazu mehr ein andermal). In den Dreißigern baute man die Kungstornen, die zu den ersten Hochhäusern in Europa gehörten. Der Status der Kungsgatan als Einkaufsstraße nahm in den Achtzigern ab, ist heute jedoch völlig wiederhergestellt.
Der November war in großen Teilen Schwedens erstaunlich warm, um die 5 Grad im Durchschnitt, teilweise deutlich mehr. Das verwirrt einige Pflanzen, die denken es sei Frühling und zu blühen anfangen. Reife Himbeeren anstatt Nachtfrost in Stockholm, blühende Rapsfelder in Schonen und landesweit kein Schnee sind selten für diesen Monat. Dennoch – wie Radio Schweden es so schön ausdrückt – besteht “kein Grund zur Unruhe”.
Ehrlich gesagt habe ich nicht das geringste dagegen, wenn der Schnee noch ein wenig auf sich warten lässt. Ich verlängere einfach die Lauf-, anstatt die Langlauf- und Schlittschuhsaison anzubrechen. Und der Sturm pünktlich zum ersten Advent hat es vielerorts schon weniger mild und angenehm werden lassen.
Angeblich hat man heute Abend gute Chancen, Nordlichter in etwas südlicheren Breiten als üblich zu sehen. Hier in Stockholm hat es zur Zeit noch klaren Himmel und es lohnt sich vielleicht, die Augen nach oben zu richten.
Der Titel sagt eigentlich schon alles. Arriva, die der Deutschen Bahn gehört, hat eine große Ausschreibung gewonnen und wird ab nächstem Jahr Teile des lokalen Schienenverkehrs in Stockholm übernehmen – abseits von U- und S-Bahn. Ebenso die Buslinien in den angrenzenden Gebieten, so dass sie die Fahrpläne abstimmen können.
Tagesschau.de berichtet, ich frage mich aber, was sie da für ein Bild ausgegraben haben. Die gezeigte Straßenbahn macht Webung für die Europawahl 1999, das Bild ist also zwölf Jahre alt. ~~Außerdem fahren hier erst seit kurzem wieder nicht-historische Straßenbahnen und ich vermute, dass das Bild nicht Stockholm, sondern Malmö zeigt.~~ Es ist doch Stockholm, Norrmalmstorg. Dass die gewonnene Ausschreibung gar nichts mit Straßenbahnen zu tun hat, macht da fast gar nichts mehr.
Zitate wie dieses
DB betreibt Stockholms Straßenbahn – Bock auf Katastrophentourismus im nächsten Winter, anyone?
sind zwar lustig, werden sich aber wahrscheinlich nicht bewahrheiten. Alle strategischen Entscheidungen werden weiter vom staatlichen Verkehrsverbund SL getroffen und Arriva wird “lediglich” die ausführende Kraft sein, die empfindliche Strafen zahlen muss, wenn die Ziele nicht erreicht werden. Dieses Prinzip ist auch nicht neu, vor bald drei Jahren wechselte zum Beispiel der Betreiber der U-Bahn, ohne dass es irgendwem aufgefallen wäre.
Die Svenska Akademiens ordlista (SAOL), das schwedische Pendent zum Duden, gibt es jetzt als offizielle “App” für Android und iOS. Ein wenig arg grau, aber was die Funktionalität angeht gelungen!