Das Wort Testamente bedarf keiner Übersetzung. Wer bekommt was, wenn jemand stirbt, ist die Frage. In der Regel erben in Schweden die direkten Nachkommen einer Person. Gibt es keine, dann die Eltern. Sind diese tot, deren Nachkommen. War der oder die Verstorbene verheiratet, erbt der Partner alles (!) und Kinder kommen erst zum Zug, wenn auch dieser stirbt. Kinder aus eventueller früherer Ehe erben jedoch sofort. Details stehen im Gesetz.
All dies lässt sich jedoch mit einem Testament verändern. Dort kann man willkürlich Leute begünstigen, allerdings die direkten Nachkommen nicht völlig enterben. Die Hälfte dessen, was sie ohne Testament bekommen hätten, steht ihnen mindestens zu und wenn das Testament dem widerspricht, können sie Einspruch erheben und die Beträge anpassen lassen. In Schweden ist es denkbar einfach, ein Testament zu schreiben. Man denkt sich aus, wer was erben soll, und bringt es zu Papier. Die Unterschrift muss von zwei Leuten bezeugt werden, die nicht zu den Begünstigten gehören. Das war’s, kein Notar oder ähnliches ist notwendig. Die Zeugen brauchen den Inhalt des Testamentes nicht zu kennen.
Ein Testament ist besonders wichtig bei nicht verheirateten Paaren (sambo), denn selbst wenn eheähnliche Gemeinschaften in allen die Kinder betreffenden Belangen mit verheirateten Paaren gleichgestellt sind (etwa die Hälfte aller schwedischen Kinder ist unehelich), beerben sie einander nicht. Nur die Wohnung (evtl. Mietvertrag, aber auch Eigentum) und Hausrat gehen an den Sambo, sofern diese zum gemeinsamen Gebrauch angeschafft wurden. Autos, Dinge zum Freizeitgebrauch (Boot, Ferienhaus) und Sparguthaben gehen an die Erben. Angesichts dessen und der Tatsache wie viele Paare “nur” Sambo sind und wenig Sinn im Heiraten sehen, ist es erstaunlich, dass nicht einmal jeder fünfte von diesen weiß, dass man als Sambo nicht erbt. Nur jeder sechste hat ein Testament geschrieben.
Ein prominenter Erbstreit der letzten Jahre, der mit einem Testament nie entstanden wäre, ist der von Erfolgsautor Stieg Larsson.
Da kommt man aus dem kühlen und regnerischen Belfast zurück und erfährt, dass man eine Woche mit tollem Wetter (an die 30 Grad in Stockholm) daheim verpasst hat. Typisch. Ich hoffe sehr, dass es das nicht war für diesen Sommer!
Letzten Freitag habe ich endlich einen langanhaltenden Missstand beheben können. Denn trotz zweieinhalb Jahren in Stockholm und davor mehr als fünf in Uppsala – eine Katzensprung weg – war ich bis dahin noch nie in Gröna Lund, dem Vergnügungspark Stockholms. Dieser liegt auf dem Djurgården, auf der anderen Straßenseite vom Skansen und jeder Tourist hat ihn mindestens aus der Ferne schon gesehen.
Ich muss sagen ich hatte unerwartet viel Spaß. Die Achterbahnen sind lustig (Insane!) und wegen des begrenzten Platzes ist alles in die Höhe gebaut, so dass man richtig gute Aussicht über die Stadt bekommt. Wenn man seinen Nervenkitzel im Zaum halten kann also.
Die Überschriften der Internetseite von Dagens Nyheter, Schwedens größter Tageszeitung, von gerade jetzt, halb zehn morgens. Manche mit kurzer Erklärung oder Kommentar.
Berlins Flughäfen heute gesperrt
Kritisierte Türme werden vielleicht weniger hoch als geplant
Da geht es um die geplanten “Türme Thors” am nördlichen Ende der
Vasastan Stockholms, an der Grenze zu Solna.
Camorra-Anführer in Italien festgenommen
Malmö-FF-Fans vor die Tür gesetzt
Zahl der Ambulanzeinsätze steigt
Das war ein heißes Thema in den letzten Wochen, nachdem ein junger Mann
starb, weil sein Notruf abgewiegelt wurde und kein Krankenwagen kam.
500.000 erkaufen sich Schnellspur zur Gesundheitsversorgung
In Schweden ist die Krankenversicherung ansonsten ja steuerfinanziert.
“Über 1.000 Menschen in Syrien getötet”
Wachmänner boten hinausgeworfenem 20-jährigen Prügelei an
Mehr Zwangsausweisungen aus Schweden
Er darf nicht mehr Ehrenbürger sein
Dazu Bild von Hitler. Es geht um Amstetten in Österreich.
Es ist Zeit, die schändliche schwedische Anzeigenzensur loszuwerden
Ein Utspel
der beiden großen Boulevardblätter, die ganz gerne mehr
Glücksspielwerbung machen wollen. Schweden hat ein Monopol in diesem
Bereich, ähnlich Deutschland.
Er versuchte, Polizisten zu überfahren
Breite Unterstützung für Christine Lagarde als IMF-Chefin
Scheidung häufig bei Fernpendlern
“Fakten sind bekannt geworden”
Der König und seine Skandale und Verwicklungen mit zwielichtigen
Gestalten mal wieder.
Der kleinste Hund belegt Spitzenplatz
Ja, man sieht immer mehr Chihuahuas in der U-Bahn.
Mann wieder freigelassen nach Tod des 23-järhrigen
Keine Stellungnahme von Ministerin
Die USA haben unerlaubt Schweden ausspioniert (ach!) und die Regierung
wusste das angeblich.
Junge aus Karussell geflogen
Twitter kauft die App TweetDeck
HQ eröffnet Jagd auf 2,5 Milliarden
HQ ist ein Finanzkonzern, um den es seit längerem Querelen und Skandale
gibt.
Wahrscheinlich verlängerter Libyen-Einsatz
Mann “eierte” seine Plagegeister
Lasst eurer Phantasie freien Lauf!
Så besserst du die Urlaubskasse auf
Mehr Ivorianer dürfen bleiben
Verunreinigtes Hundefutter wurde in Schweden verkauft
Rotgrüne Minderheitsregierung im Westen
Baumfäller muss 45.000 an Strafe zahlen
Für sexuelle Übergriffe an Kindern verurteilt
Er übernimmt die schweren Aufträge
Über Sean Penn.
Wegen Machtmissbrauchs angeklagt
Über Julia Tymosjenko.
Ein Weg, Pädophilen zu helfen
So wirkt sich das Wetter auf die Verkäufe von Geschäften aus
Mann wegen Menschenraub festgenommen
Viele haben es schwerer, sich ihr Haus zu leisten
Oprahs Abschiedsshow
Der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern nimmt ab
Djokovic glaubt an Söderling
Tennis.
Blitze töten 40 in Bangladesh
“Er verbreitet Gerüchte”
Der Ex-Minister und ehemals hochrangige Sozialdemokrat Bodström hat ein
“Enthüllungsbuch” über die innerparteilichen Machtspiele geschrieben.
Das heißeste Land für Fond-Experten
Angeblich die USA.
“Spermaprobe passt zu IMF-Chef”
Kannst du deinen Dylan?
Trauerstimmung in Gubbängen
Ein Speedway-Fahrer ist gestorben.
Kernschmelze in drei japanischen Reaktoren
Das kommt jetzt erst! Ziemlich weit unten.
Toter Elch vor Tierarztklinik
Forschung an Patienten muss zunehmen, der Gesundheit zuliebe
Kein deutsches Flugzeug im See
1943 sahen Zeugen einen Absturz, der nie belegt wurde.
Abhängige bekommen Spritzen gratis
Moestafa El Kabir versenkte den Tiergarten
Mehr Sport. Wahrscheinlich Fußball.
Serbische Entschuldigung für Kriegsfernsehen
Arabischer Frühling war Publikumsmagnet
Regierung will erweitertes Rauchverbot
“Die ganze Mannschaft war gedopt”
Ich finde diese Liste recht aufschlussreich. Zum einen ist da trotz des seriösen Anscheins von DN viel Boulevard dabei. Persönliche Schicksale, Verbrechen, Prominenz. Aber eben auch die wichtigeren Themen und das alles in einer undurchschaubaren Reihenfolge, die sich im Laufe der Stunden ziemlich schnell ändert.
Die Nyckelharpa (wörtlich “Schlüsselharfe”) ist ein mittelalterliches Streichinstrument, das nicht nur, aber vor allem in Schweden verbreitet war. In die Neuzeit gerettet wurde sie von ein paar Spielmännern in der Region Uppland.
Bei der Gelegenheit will ich meine ehemalige Klassenkameradin mit ihrer Mittelaltergruppe nicht unerwähnt lassen, in der sie Nyckelharpa spielt.
Meines Wissens ist es auch bei den deutschen Grünen ein Problem, dass sich da allerhand Esoteriker und Anhänger “alternativer” Medizin tummeln. Ein aktuelles Utspel der hiesigen Miljöpartiet thematisiert dies als Glaubwürdigkeitsproblem für die Partei und ruft dazu auf, generell den durch wissenschaftliche Methoden gewonnenen Erkenntnissen Vorrang zu geben. Bei der Klimaveränderung sei man diesbezüglich Vorreiter gewesen, in anderen Bereichen gebe es jedoch geradezu gefährliche Ignoranz in den eigenen Reihen. Wie zum Beispiel die grünen Regionalpolitiker, die sich für “Zonentherapie”, “orthomolekulare Psychologie” oder “Homöopathie” im Gesundheitswesen stark machen und damit potentiell Menschen schaden.
Mit dem anhaltenden Aufschwung der grünen Parteien nimmt auch die Notwendigkeit zu, da genauer hinzuschauen.
Habe gerade erfahren, dass vom 17. bis 19 Juni die European science fiction & fantasy convention in Stockholm stattfinden wird. Ich werde da bestimmt mal vorbeischauen.
Der Katarinahissen, der Aufzug vom Slussen zum Restaurant Gondolen und der Plattform darüber, sticht aus der Wand von Södermalm hervor und ist ein echtes Wahrzeichen der Stadt. Schließlich ist er 130 Jahre alt, in der heutigen Form immerhin schon 75. Jetzt ist der Mechanismus angeblich unreparierbar kaputt und der Betrieb deshalb eingestellt – vielleicht für immer. Denn obwohl die Konstruktion denkmalgeschützt ist und auch nach dem großen Umbau des Slussen noch stehen wird, ist es fraglich, ob sie einen neuen Aufzug aushält.