Snus in Europa

Der Deutschlandfunk hat einen guten Artikel zu Snus, dem schwedischen Kau- bzw. Lutschtabak:

Als Schweden der EU beitrat, war der Lutschtabak das größte Hindernis. Man könne unmöglich einer Union beitreten, in der Snus verboten ist, meinte die schwedische Regierung. Das würden die ohnehin europaskeptischen schwedischen Bürger nie und nimmer akzeptieren. [...] Die Schweden dürfen auch als EU-Mitglied Snus herstellen und lutschen. Aber nur in Schweden. Der Export in andere EU-Staaten ist verboten. 14 Jahre lang ging das gut, doch jetzt will Stockholm das Verbot loswerden.

Snus war auch schon Wort der Woche.

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Zürich, Sydney, Stockholm

Würde man Zürich mit Sydney kreuzen, käme wohl so etwas wie Stockholm heraus.

Das meint der Economist in einem Kommentar zur schwedischen Sicht auf die Wirtschaftskrise anlässlich der “EU-Ratspräsidentschaft”.

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Quiz

Mein vor langem einmal angekündigtes Schweden-Quiz ist nicht vergessen, sondern nimmt konkrete Formen an. Ich bin auch immer noch für gute Fragen-Vorschläge offen (per Email bitte).

Für die Zwischenzeit hält das ZDF ein recht gelungenes Ratespiel bereit. Ich habe, wie erwartet, die Fußballfrage falsch gehabt.

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Wort der Woche: Klimatsmart

Klimatsmart setzt sich aus Klimat, das Klima, und smart, klug oder geschickt, zusammen. Weil in Klimat im Gegensatz zum Deutschen die Betonung auf der zweiten Silbe liegt, ergibt sich sich in klimatsmart eine Verdoppelung der Kombination “langes A plus T”, was das Wort eingängig und einprägsam macht.

Man verwendet es hierzulande für so gut wie alles, das – angeblich oder wirklich – dazu beiträgt, dem Klimawandel entgegenzuwirken; nicht zuletzt in der Werbung: Man soll Zug fahren, weil es klimatsmart ist. Man soll diese oder jene Partei wählen, weil sie die klimatsmartesten Lösungen hat. Der schwedische Ausstieg aus dem Atomausstieg wird als klimatsmart verkauft.

Auch im Rahmen des EU-Ratsvorsitzes will Schweden klimatsmart sein und hat dieses Thema zu einem seiner Schwerpunkte gemacht. In der Tat gibt es wohl weniger glaubwürdige Länder als Schweden in dieser Hinsicht. Laut WWF liegt Schweden beim Klimaschutz vorn und man brüstet sich damit, schon seit den Neunzigern eine CO~2~-Steuer zu haben.

Doch was das Auto angeht, liegt einiges im Argen. Man hat nämlich jahrelang auf den “Biokraftstoff” Ethanol gesetzt und den steuerlich mehrfach begünstigten Begriff “Umweltauto” (Miljöbil) auf seltsame Weise definiert. So kommt es zum Beispiel, dass ein Volvo Diesel mit unter 5 Litern Verbrauch kein Umweltauto ist, während der Benziner mit 75% mehr Verbrauch eines ist – weil man ihn auch mit Ethanol betanken kann. Man kann mit einem solchen “Umweltauto” allerdings unkontrolliert und ausschließlich fossiles Benzin tanken und trotzdem die Prämie beim Einkauf, die niedrigere Steuer und die Befreiungen von der City-Maut in Stockholm und von Parkgebühren einstreichen.

Das ist dann wohl weniger klimatsmart. Ganz abgesehen davon, dass Biokraftstoffe mehr Schaden anrichten als sie Nutzen bringen und deshalb gar nicht gefördert werden sollten.

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MJ Flashmob

Heute Nachmittag auf dem Sergels torg und im Stockholmer Hauptbahnhof: Ein Flashmob zu Michael Jacksons Ehren: Beat it.

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Bald Bundestagswahl

Am 27. September ist Bundestagswahl. Und weil ich davon ausgehe, dass hier der ein oder andere im Ausland lebende Deutsche mitliest, sei hiermit darauf hingewiesen, dass man selbst dafür sorgen muss, im Wählerverzeichnis der letzten Heimatgemeinde eingetragen zu sein. Dann bekommt man die Briefwahlunterlagen zugeschickt.

Jetzt ist die richtige Zeit, das in Angriff zu nehmen.
Weiterlesen bitte beim Bundeswahlleiter.

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Das unnötige Blog

Ich erspare mir und Euch, liebe Leser, normalerweise bewusst Meta-Diskussionen über Blogs und die “Bloggosphäre”; ein Dauerbrenner ist zum Beispiel das Verhältnis der “alten” Medien gegenüber neuen wie Blogs. Ich denke mir meist “Macht doch einfach, anstatt drüber zu schwätzen! Was gut ist, findet Leser.” Gleichzeitig setzt das eigene Publizieren, egal in wie kleinem Stil das geschieht, neue Gedanken bei Nicht-Medien-Menschen frei und die meisten Blog-Schreiber können deshalb den Diskussionsbedarf zu diesen Themen nachvollziehen.

Heute morgen war in der Zeitung ein Artikel mit dem Titel Das unnötige Blog zu lesen, der der deutschen Blog-Welt so fremd erscheinen dürfte, dass ich nicht umhin komme, ihn aufzugreifen.

Schwedische Medien zollen Blogs und Bloggern einen Respekt, der oft nur schwer nachzuvollziehen ist – besonders in der Zeitungswelt. Die Chefredakteure des Aftonbaldet und des Expressen wetteifern frustriert, wer besser vor der Bloggosphäre zu Kreuze kriecht. [...] Sobald ich in einer Diskussion über soziale Medien teilnehme, bekomme ich Varianten des Modesatzes “Blogs bestimmen die Agenda für die traditionellen Medien” zu hören und die meisten scheinen darin überein zu stimmen, dass dem so sei.

(Übersetzung von mir)

Das ist aus deutscher Sicht unerhört. Dort geht das Klagelied in die andere Richtung, nämlich dass die klassischen Medien die Themen der Blogs weitgehend ignorieren. Natürlich gab und gibt es Ausnahmen, aber ich halte es für keine Übertreibung, dass Blogger in Schweden mehr beachtet sind und sich damit auch mehr Einfluss erkämpft haben; dass Zeitungen Blogs zitieren ist zum Beispiel an der Tagesordnung. Vielleicht hatten es Blogger auch leichter hier, schließlich sind Rangordnung und elitistisches Denken in Schweden weniger ausgeprägt (siehe Jantelagen) als in Deutschland (siehe Untertan).

Zurück zum Artikel, dessen Autor Alex Schulman durch sein Blog bekannt wurde, das er 2007 mit einer Million Besuchern pro Monat (das entspräche etwa dem zehnfachen in deutschen Maßstäben) beendete. Im Artikel fährt er fort, dass der Einfluss von Blogs von den “alten” Medien selbst überschätzt wird und dass Blogs eigentlich recht irrelevant seien. Es fallen die üblichen Argumente, die man auch aus Deutschland kennt: Es gibt sehr wenige aktive Blogs und 95% der Menschen lesen keine Blogs; die meistgelesenen Blogs sind über “seichte” Themen wie die Modeblogs junger Frauen; Blogs sind selbstreferenziell und drehen sich um sich selbst; der Mehrheit der Bevölkerung sind die Themen egal, die in Blogs groß werden.

Schulman endet mit einem Plädojer dagegen, dass die klassischen Medien sich so sehr von Blogs beeinflussen lassen, denn damit bekämen diese erst ihren Einfluss verliehen, der ihnen nicht zustünde.

Das mag so sein. Ob man ihm bei der Bewertung zustimmt oder die Hellhörigkeit der “Altmedien” auf Blogs stattdessen gut findet, ist jedoch Geschmacksache. Eine Folge des Ganzen ist das aufkommen der Piratenpartei mit den Themen zur Überwachung, die erfolgreich von Blogs in die Zeitungen wanderten und somit die Partei erst bekannt und wählbar machten. Der Erfolg der Piraten bei den EU-Wahlen vor ein paar Wochen hat den Stein ja auch in Deutschland ins Rollen gebracht. Und “Schuld” daran sind die schwedischen Zeitungen, die dem Internet zu sehr zugehört haben.

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Sommer-Mixtape

Eine Stunde und zwanzig Minuten Popmusik aus Schweden als dicke MP3-Datei gefällig? Dann nichts wie hin zum Lemur Blog und das Mix-Tape A Swedish Summer Day With You herunterladen. (via)

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Leffe P - Alla vill ha öl men ingen vill dö

[Videolink](http://vimeo.com/1686240), via [Twitter](http://twitter.com/mexicandogs/statuses/2458244013)

Der Liedtitel lautet übersetzt “Alle wollen Bier, aber keiner will sterben”.

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