Die schwedische Regierung will mehr abhören und Telepolis fasst das sehr schön zusammen.
Die schwedische Regierung will mehr abhören und Telepolis fasst das sehr schön zusammen.
Gut möglich, dass ich euch mit dem Thema Forsmark langweile, liebe Leser, aber da müssen wir durch. Zur Erinnerung: Im Juli gab es im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark an der Ostseeküste von Uppland einen ernsten Zwischenfall und seitdem ist der Meiler mit weiteren Pannen und Abschaltungen nicht mehr aus den Medien verschwunden. Alle bisherigen Artikel dazu findet man hier.
Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Aufarbeitung und Analyse des damaligen Zwischenfalls eher im Stillen verlaufen würde und man davon wenig mitbekommen würde. Doch seit gestern sorgt ein interner Bericht für Schlagzeilen, der “eine langanhaltende Verschlechterung der Sicherheitskultur bei der Firma” als eigentliche Ursache ausmacht.
An Konkreten Missständen wird aufgeführt, dass
Die virtuelle Botschaft, die Schweden in “Second Life” aufmachen will und über die ich am Samstag schrieb, hat jetzt auch die deutschen Medien erreicht.
Sehr witzig finde ich, dass der schwedische Außenminister davon erst heute aus einem Artikel bei der BBC erfuhr, wie er in seinem Blog schreibt.
Olof Palme wäre heute 80 Jahre alt geworden, wenn er nicht ermordet worden wäre. Die Stiftung zu seinem Gedenken hat heute bekannt gegeben, dass der zugehörige jährliche Preis an den zum Jahreswechsel ausgeschiedenen UN-Generalsekretär Kofi Annan und an Mossaad Mohamed Ali aus dem Sudan vergeben wird (S), weil sie “engagierte und hingebungsvolle Arbeit für Menschenrechte, Frieden und Sicherheit geleistet haben”.
Wie schon einmal erwähnt, ist in Schweden der Begriff “Hausfrau” fast schon eine Beleidigung, denn dass Frauen genauso am Arbeitsmarkt teilhaben wie Männer, ist eine Selbstverständlichkeit und gehört zum allgemeinen Verständnis von Gleichberechtigung.
Nun gibt es aber auch in Schweden Bestrebungen, das traditionelle Familienbild zu stärken, allen voran bei den Christdemokraten. Da diese mittlerweile eine der vier Regierungsparteien sind, kommt jetzt folgender Vorschlag, mit dem sie schon in den (mäßig erfolgreichen) Wahlkampf gezogen sind:
Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen wollen, können dafür vom kommenden Jahr an staatliche Unterstützung beziehen. [...] Das sogenannte Betreuungsgeld wird sich auf umgerechnet 330 Euro netto im Monat belaufen. Es ist in erster Linie für Eltern bestimmt, die über die reguläre Elternzeit hinaus bei ihrem Kleinkind bleiben wollen.
Ich halte das für einen Schritt in die falsche Richtung und fände das Geld für zusätzliche Kinderbetreuung besser angewandt, denn auch in Schweden ist die nicht perfekt, wenn auch wohl um Längen besser als in Deutschland.
Vielleicht gibt es in Schweden ja bald wieder “Hausfrauen”.
Wikipedia zu Reallohn: Der Reallohn ist [...] ein Maß für die Kaufkraft. Er gibt die effektive Höhe der Arbeitsentgelte unter Berücksichtigung der Geldwertentwicklung an.
Und so sieht das im europäischen Vergleich aus:

Was natürlich noch interessanter wäre zu wissen, ist, wie das absolute Niveau der Reallöhne heute aussieht und ob die Entwicklung anhält. Haben die anderen also nur zum hohen deutschen Lohnniveau aufgeholt, oder ist Deutschland wirklich zurückgefallen?

Am 23. Mai 1707 wurde Carl von Linné in Südschweden geboren. Linné ist der Begründer der systematischen Botanik und hat die doppelten lateinischen Namen für Tiere und Pflanzen eingeführt.
Gestern hat der schwedische König die Feierlichkeiten des Linné-Jahres anlässlich des 300. Jubiläum eröffnet (E). In den nächsten Monaten wird es allerlei Ausstellungen, Wanderungen, Vorträge und Konzerte zu Linnés Ehren geben und Uppsala wird einer der Schwerpunkte sein, denn hier wirkte und forschte Linné einen beträchtlichen Teil seiner Lebenszeit. Sein Grab ist im hiesigen Dom.
Wichtige, mit Linné verbundene Orte, wie sein botanischer Garten in der Innenstadt und sein Landsitz im nahen Hammarby, sind sogar in der Diskussion (S), zum Weltkulturerbe erhoben zu werden. Höhepunkt wird dann auch die Feier am 23. Mai in Uppsala sein, zu der unter anderem der japanische Kaiser erwartet wird.
Die entsprechende Homepage (S) der Feierlichkeiten ist zwar leider ein klassisches Beispiel für gescheiterte Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisatoren und verlinkt auf drei (!) externe Veranstaltungskalender, aber das wird mich nicht davon abhalten, einiges zu besuchen und dann auch an dieser Stelle darüber zu berichten.
Als hätte er sich meine Kritik zu Herzen genommen, hat der schwedische Außenminister Carl Bildt neben seinem englischen gestern auch einen Blog eröffnet, in dem er auf Schwedisch schreibt.
Der Titel des Blogs ist Alla dessa dagar (“Alle diese Tage”) und ist laut eigener Aussage von einem Buch des ehemaligen Finanzministers Kjell-Olof Feldt übernommen. In den vier Einträgen seit gestern erzählt Bildt von der samstäglichen Gedenkfeier in Stockholm zur Befreiung von Auschwitz, davon wie die kommende Woche für ihn ablaufen wird und er kommentiert eine Wirtschaftsstudie, die Schweden Mängel im Dienstleistungssektor bescheinigt.
Man darf gespannt sein, wie lange die Kommentarmöglichkeit bestehen bleibt und wie sich die Seite entwickelt.