IKEAs Gewinn

IKEA ist keine Aktiengesellschaft, sondern im Besitz einer Stiftung, unter der Kontrolle des Gründers Ingvar Kamprad und seiner Familie. Deswegen dringen Informationen zum Gewinn des Konzerns normalerweise nicht an die Öffentlichkeit. Neulich, in seiner Weihnachtsrede an die Beschäftigten, verplapperte (S) sich der Gründer jedoch: Die 221 Möbelhäuser in 24 Ländern haben von September 2005 bis August 2006 umgerechnet 17,6 Milliarden Euro umgesetzt und dabei einen Gewinn von 2,8 Milliarden erzielt.

Die anderen Artikel zu IKEA auf Fiket findet man hier.

Hier noch eine [weitere](http://www.fiket.de/2007/01/13/wort-der-woche-tjugondag-knut/#more-487) lustige IKEA-Werbung mit Billy Idol: ([Youtube Direktbilly](http://www.youtube.com/watch?v=h4wHHyexeVs))

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Terroristen abhören

Der schwedische Verteidigungsminister (!) Mikael Odenberg will mehr abhören. Telefone und Internetverkehr – alles was über die Landesgrenzen hereinkommt oder hinausgeht. Ohne Gerichtsbeschluss und konkretes Verdachtsmoment. Und mit Nutzung der militärischen Infrastruktur. Natürlich nur, um Verbrecher und Terroristen zu fangen.

Ich kann hier nur wiederholen, was andere schon tausend Mal und viel besser formuliert haben. Der Paradigmenwechsel, dass jetzt jeder verdächtig ist und vorsichtshalber abgehört werden soll, ist abgrundtief falsch. Sonst ist “1984” bald nicht mehr gruselig.

Mehr auf deutsch, englisch oder schwedisch.

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Adler gegen Fuchs

Tolle Bilder, wie sich ein Fuchs und ein Adler ums Essen streiten, hat das Aftonbladet da. Laut Bildtext war der Fuchs zuerst da, wollte aber nicht gleich aufgeben, als der Adler kam. Dieser setzte sich jedoch durch.

Ich frage mich nur, ob der Fotograf die Beute ausgelegt hat, oder ob Glück beziehungsweise Geduld und Ausdauer allein zu solchen Bildern führen.

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Segways für die Polizei

Das Bild in diesem Artikel (S) sagt eigentlich alles. Die schwedische Polizei hat testweise vier Segways angeschafft und sie in Polizeifarben angemalt. Sie sollen für Bombenspezialisten bereitstehen, die sich mit schwerer Schutzkleidung und Ausrüstung bewegen müssen.

Ich würde ja gern einmal so ein Ding fahren.

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Merkels geheimer Brief

Deutschland hat seit Anfang des Jahres den Ratsvorsitz der EU inne und man will, wie angekündigt, der EU-Verfassung neues Leben einhauchen. Zu diesem Zweck ging jetzt Schreiben an die Regierungschefs der EU, angeblich um die Vorgehensweise zu erläutern und die angestrebte Diskussion in Gang zu setzen.

Normalerweise dringt die direkte Kommunikation zwischen Staaten nicht an die Öffentlichkeit, in Schweden gibt es jedoch das Öffentlichkeitsprinzip. Dieses sorgt nicht zum ersten Mal für Irritationen beim schwedischen Umgang mit der EU. Wenn EU-Dokumente, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, in Schweden öffentlich werden, ist man darüber andernorts nicht gerade glücklich.

Merkels oben genannter Brief wurde auf Nachfrage der Medien dann auch nicht ausgehändigt und soll von der Regierung als geheim eingestuft (S) werden, um die Herausgabe zu verhindern.

Ich finde das Öffentlichkeitsprinzip toll, sehe aber auch ein, dass man Politikern die Gelegenheit geben sollte, Dinge vorzubereiten, bevor sie sie der öffentlichen Diskussion preisgeben. Ob die Geheimhaltung dieses Briefen nun nötig ist, oder ob sie zur anhaltenden Skepsis der Schweden gegenüber der EU beiträgt, ist wohl schwer zu sagen.

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Schwedischer Preis für Das Leben der Anderen

Der SR schreibt:

Der deutsche Film „Das Leben der anderen" ist in Schweden als „Bester ausländischer Film" ausgezeichnet worden. [...] „Das Leben der anderen" ist der erfolgreichste deutsche Film in Schweden seit „Good Bye, Lenin".

Vielleicht sollte ich mir den endlich einmal ansehen.

Bester schwedischer Film wurde Förortsungar (S) von Peter Holthausen und Pontus Sjöman.

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Psychologische Energieverschwendung

Bei uns sind Wasser und Heizung in der Miete inbegriffen, Strom bezahlen wir separat. Leider sind die Häuser in dieser Studentensiedlung aus den Siebzigern und isolierungstechnisch nicht auf der Höhe der Zeit – es wird also nie zu warm. Das ist in moderneren Wohnungen anders. Und was macht man, wenn es zu warm ist? Man macht das Fenster oder die Balkontür auf. Heizung kostet ja nichts.

Dabei sind natürlich auch Schweden Thermostate üblich, die die Heizung so drosseln, dass die eingestellte Temperatur gehalten wird. Wenn man Fenster über dem Thermostat öffnet, denkt dieses natürlich “Verdammt kalt hier!” und heizt, was die Anlage hergibt. Wenn dann das Fenster geschlossen wird, ist es schnell wieder zu warm und das Spiel beginnt von Neuem. Die Lösung wäre klarerweise, das Thermostat herunterzudrehen, aber eine Lösung zu einem nicht erkannten Problem wird eben auch nicht angewandt. Es kostet ja nichts.

In einigen Mietwohnungen in Schweden ist sogar der Strom in der Miete enthalten. Das führt dann zu Auswüchsen, wie dass man versucht, so viel Elektrizität wie möglich zu verbrauchen – schließlich teilt man sich die Kosten ja mit allen Nachbarn und hat den größten “Vorteil”, wenn man viel verbraucht.

Beide Beispiele kamen mir selbst erst vor kurzem unter und ich befürchte, dass das keine Einzelfälle sind. Dann verwundert es trotz der winterlichen Kälte als Totschlagargument nicht, dass die Schweden bei im Durchschnitt besserer Isolierung der Häuser einen höheren Energieverbrauch pro Kopf als Deutschland haben.

Ich fände getrennte Rechnungen für Wasser, Strom und Heizung gut, natürlich bei entsprechender Senkung der Mieten. Der Trend scheint zumindest in die richtige Richtung (S) zu gehen.

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Margot Wallström bloggt auch

Da wir gerade bei Politikern und ihren Blogs sind…

Margot Wallström ist schwedische Sozialdemokratin und seit 2004 stellvertretende Vorsitzende der Europäischen Kommission unter José Manuel Barroso. Dort ist sie bis 2009 zuständig für internationale Beziehungen und für die Kommunikationsstrategie der EU.

Zu letzterem gehört für sie auch, zu bloggen (E). Ihre Motivation dafür und den eingeschlagenen Weg, die EU bürgernäher zu machen, erläutert sie in einem Interview auf SPON.

Sollten mehr Politiker ein Blog schreiben? Ich denke schon. Das Argument des nötigen Zeitaufwandes ist zwar nicht von der Hand zu weisen, besonders wenn man über die Kommentare einen echten Dialog zulässt, aber ein solches Blog müsste ja nicht täglich gefüllt werden, um seinen Zweck zu erfüllen. Ich bin gespannt, wer in Deutschland den mutigen Anfang macht.

Danke an Olli für den Tipp.

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