Wort der Woche: Gärdsgård

Gärdsgård, auch gärdesgård, besteht aus gärde und gård. Ersteres bedeutet “eingezäuntes Feld oder Wiese” und letzteres “Hof”. Das zusammengesetzte Word beschreibt jedoch nicht die Fläche an sich, sondern die Einzäunung. Gärdsgård spricht man in etwa “järsch-gohrd” und gemeint sind die typisch schwedischen Zäune nur aus Holz, die Reisenden sicherlich schon aufgefallen sind.

gardsgardDie senkrechten, eher schmalen Pfosten stehen immer paarweise und halten zwischen sich die langen Querhölzer, die nicht horizontal liegen, sondern am Boden anfangen und mit leichter Steigung bis aber die obere Kante des Zauns reichen. Verbunden sind diese beiden Grundelemente durch Weidenruten, siehe Bild.

Diese Art Zaun baut man seit dem Mittelalter; die ältesten Funde sind in von etwa 1000 n.Chr. bei Leksand in Dalarna. Gärdsgårdar sind auch heute noch sehr beliebt – natürlich eher auf dem Land denn als Einzäunung eines Gartens im Wohnviertel, wo ein so ein Zaun fehl am Platz wäre. Eine der zahlreichen Mittsommertraditionen besagt, dass man an diesem Tag über sieben gärdsgårdar springen, einen Strauß aus sieben unterschiedlichen Blumen plücken und mit diesem unterm Kopfkissen schlafen muss, damit man von seinem oder seiner Zukünftigen träumt.

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The Hellacopters - In The Sign of The Octopus

[Videolink](http://youtube.com/watch?v=sNLFUQC3LvU). Das ist die aktuelle Single der [Hellacopters](http://de.wikipedia.org/wiki/The_Hellacopters).

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Großreinemachen

Es stand wieder einmal an, die Programme, die hinter Fiket stehen, auf den neuesten Stand zu bringen. Die Blog-Software Wordpress, das Design und viele der kleinen Zusatzprogrämmchen (Plugins) wurden gegen neuere Versionen ihrer selbst ausgetauscht. Ich glaube, dass jetzt alles wieder geht und dass alle eigenen Anpassungen mitgekommen sind. Wenn aber jemand noch einen Fehler findet oder etwas, das nicht so funktioniert wie vorher, dann bitte ich um einen kurzen Hinweis in den Kommentaren.

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Ordnung in die Räder

In Uppsala am Bahnhof gibt es seit jeher ein Meer an Fahrrädern. Das ist natürlich gut so, dass viele dieses Verkehrsmittel benutzen und dass Uppsala eine fahrradfreundliche Stadt ist. Ich radele selbst täglich etwa 15 Minuten zur Arbeit.

Am Bahnhof wird zur Zeit aber gebaut und das sorgt für Irritation sowohl bei den Radlern, die zeitweise noch weniger als die schon immer zu kleine Fläche zur Verfügung haben, als auch bei den Arbeitern und der Verwaltung, weil als Konsequenz natürlich die Leute ihre Räder huller om buller abstellen.

Traditionell werden die Räder dort aber eher anarchistisch geparkt.

So drückt es Radio Schweden aus, wenn es über die Pläne für kostenpflichtige Fahrradplätze schreibt. Für mich klingt das Vorhaben, endlich die “Unordnung” mit den Rädern loszuwerden, typisch nach Spießbürgertum und ich finde, dass diese Unordnung ihren Charme hat. Ein winziges Stück Anarchie im ansonsten wohlgeordneten und durchorganisierten Schweden. Man sieht sogar oft Touristen, die den Fahrradparkplatz in Uppsala fotografieren.

Außerdem würde mich nicht wundern, wenn die kostenpflichtigen Parkplätze keine Nutzer finden würden. Sorgt man nicht dafür, dass es auch genug freie Plätze nahe am Bahnhof gibt, wird sich das Chaos wohl nur vergrößern, weil dann wieder außerhalb der vorgesehenen Flächen geparkt wird.

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Schwedischer Europarat

Heute übernimmt Schweden den Vorsitz des Europarates. Als Person wird Außenminister Carl Bildt bis November die Rolle des Vorsitzenden ausfüllen und er kommentiert das auch in seinem Blog.

Schweden will die Linie des Rates fortführen, die Durchsetzung der Menschenrechte weiter voranzutreiben. Zur Erinnerung: Der Europarat hat nichts mit der EU zu tun, sondern beinhaltet mit Ausnahme Weißrusslands alle europäischen Staaten, auch die Türkei und Russland.

Sehr spannend scheinen die Medien diese “Wachablösung” allerdings nicht zu finden. Bei Google News habe ich keinen deutschen Artikel dazu gefunden; hier in Schweden meine ich es heute morgen in der Zeitung gesehen zu haben, aber auf den Internetseiten von DN und SvD sieht man keine Spur davon.

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Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige

Ich lese gerade “Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen”, wie das wohl bekannteste Buch der schwedischen Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf mit ganzem deutschem Titel heißt. Bisher kannte ich die Geschichte nur von einer Schallplatte, die ich als Kind zu hören bekam. Einzelne Abschnitte aus der Zeichentrickverfilmung habe ich wohl auch gesehen.

Ich bin jetzt etwa ein Drittel durch und das erste was mir auffiel war, dass die Sprache weniger “anders” ist als ich es von einem hundert Jahre alten Text erwartet hätte. Als Anmerkung steht zwar, dass die veralteten Pluralformen der Verben (Endungen auf -o) durch die modernen ersetzt wurden, aber ansonsten ist der Text, den ich lese, unverändert. Man merkt ihm die Jahre zwar an kleinen Dingen an, wie dass mycken anstatt mycket steht, es kommen aber kaum Worte oder Wendungen vor, die ich mit meinem Einwandererschwedisch nicht verstehen würde.

Zum Inhalt werde ich allen, die das Buch kennen, nichts Neues damit erzählen, dass die Geschichte um Nils nur eine “Ausrede” ist, um schwedische Landeskunde zu vermitteln. Es fallen unzählige Ortsnamen und die Beschreibungen der Plätze sind mit den Abenteuern des Wichts verwoben – manchmal so gut, dass man kaum merkt, wie man belehrt wird; manchmal doch sehr offensichtlich. An einigen Stellen fragt man sich, unter dem Einfluss welcher Drogen Selma Lagerlöf gestanden hat, als sie das geschrieben hat. Zum Beispiel wenn die Statuen in Karlskrona lebendig werden und Nils durch die Stadt gejagt wird. Natürlich ist auch hier eine kleine Geschichtsstunde versteckt.

Wahrscheinlich lernt man mehr von diesem Buch über Schweden als aus manchem Sachbuch. Mehr, wenn ich weitergelesen habe…

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Valborg in den Tagesthemen

Doch noch ein Nachtrag zu Valborg, auch wenn ich dieses Jahr nicht dabei war: Die Tagesthemen haben nämlich einen sehr schönen mehrminütigen Bericht darüber gedreht, bei dem lediglich zu bekritteln ist, dass der Champangegalopp nach dem Mützewinken stattfindet, nicht davor wie im Video impliziert. Der Vergleich mit einem Karnevalsumzug ist wohl weniger weit hergeholt als den Schweden lieb ist, zumindest was das Bootsrennen angeht. Hier entlang zum ansehen.

(via)

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Tre pinnar

Drei
Stöckchen

Das Gebäude ist das Ekonomikum in Uppsala, das der Architekt Peter Celsing entworfen hat.

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Tillbaka från Alicante

Dieses Jahr ist in Schweden ein schlechtes für Arbeitnehmer, zumindest was die freien Tage angeht. Nicht nur dass einige Feiertage auf Wochenenden liegen, der erste Mai war auch gleichzeitig Kristi Him. So kürzt man in Schweden gern den kirchlichen Feiertag ab, an dem Jesus (wieder einmal) weggeflogen sein soll.

Noch dazu war der letzte Freitag der einzige klämdag dieses Jahr. “Klemmtage” sind zu Deutsch die Brückentage zwischen Feiertag und Wochenende, die man gerne frei hat. Anstatt wie in Deutschland einen Urlaubstag zu verwenden, sind die klämdagar in Schweden meistens einfach so frei. Es steht also schlicht im Arbeitsvertrag, dass man diese Tage geschenkt bekommt. Das gleicht ein wenig aus, dass Schweden im Vergleich eher wenige Feiertage hat.

Ich habe wie gesagt dieses Jahr zusätzlich Valborg ausgelassen und stattdessen das lange Wochenende am Mittelmeer verbracht – genauer gesagt in Alicante, Spanien. Dort machte ich die erstaunliche Entdeckung, dass einem da mehr Schweden über den Weg laufen als Deutsche. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise sind es Deutsche, die man trifft, wo auch immer man hinfährt. Ich meine das nicht abfällig, im Gegenteil mag ich die Attitüde nicht, sich durch die bloße Anwesenheit anderer Landsleute gestört zu fühlen. Aber durch die größere Anzahl und starke Reiselust sind Deutsche nun einmal keine Seltenheit an Touristorten. In Alicante soll es jedoch sogar eine schwedische “Kolonie” geben, also ein ganzes Viertel, in dem die Wohnungen und Häuser überwiegend Schweden gehören.

Erholsame Tage mit gutem Essen waren die Reise wert. Gestern Abend nach Uppsala zurückzukommen, war aber auch erhebend, denn es ist Mai! Innerhalb weniger Tage hat sich alles verwandelt. Bäume blühen und tragen das erste frische Grün. Wiesen sind nicht mehr graubraun vom Winter und es riecht nach Frühling. Herrlich.

Hiermit ist auch die Blogpause auf Fiket vorbei und es geht im gewohnten Rhythmus weiter.

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