In vielen schwedischen Wohnungen ist das gesamte Badezimmer mit einem
wasserfesten Boden ausgekleidet und dieser ist leicht zu einer Stelle
hin geneigt, an der ein etwa zwanzig Zentimeter großer, runder, mit
einem Plastikgitter bedeckter Abfluss eingelassen ist. Das ist der
sogenannte “Fussbodenbrunnen”, schwedisch golvbrunn.
Das hat mehrere praktische Vorteile. Zum einen ist es leicht, das
Badezimmer zu putzen – einfach mit dem Duschkopf den gesamten Boden
nachspülen und in den Abfluss laufen lassen. Zum anderen braucht man
keine Duschwanne, sondern ein Vorhang in einer Ecke reicht – das Wasser
läuft in den golvbrunn. Üblich sind auch breite Gummilippen am Stiel,
mit denen man den Badezimmerboden abzieht, um stehengebliebenes Wasser
in den Abfluss zu befördern. Eine eventuelle Badewanne kann ihren
Abfluss durch ein kurzes Rohr mit dem “Brunnen” verbinden und es müssen
keine eigenen Abflussrohre verlegt werden.
Der golvbrunn ist so konzipiert, dass das darin stehende Wasser das
Abflussrohr dahinter verschließt und keine Gerüche aus dem Rohr kommen
können. Das bedeutet aber auch, dass sich im Laufe der Zeit Schmutz und
Ablagerungen ansammeln und dass der Brunnen ab und zu gereinigt werden
muss. Das ist olfaktorisch keine sehr angenehme Aufgabe.