Das schwedische Gesundheitssystem brüstet sich gern mit seiner Pflegegarantie, doch für den psychisch angeschlagenen Patienten können 30 bzw. 90 Tage [Wartezeit] lang sein. Nun zeigt eine neue Studie, dass sich Phobien und Depressionen genauso gut am Computer behandeln lassen.
Ich finde die Idee gar nicht so abwegig. Ob das auch bei Internetsüchtigen funktioniert?
Einer Meinungsumfrage von Vetenskap & Allmänhet zufolge nimmt das Vertrauen der Schweden in die Wissenschaftler des Landes ab. Eine Auswahl an Ergebnissen:
Man fragt sich ja irgendwie, warum es das nicht schon lange gibt: Nummernschilder vorne an Motorrädern, damit die Fahrer derselben nicht mehr ungeschoren durch Radarkontrollen kommen.
Im hiesigen Dom wird gerade für eine neue Orgel ein wenig umgebaut. Dabei hat man unter dem Boden eine bislang unbekannte Grabkammer entdeckt. Es wird vermutet, dass es sich um Anders Spole und seine Familie handelt, die im 17. Jahrhundert lebten.
Zu Anders Spole kann ich meinen Brötchengeber zitieren, denn Spole war der “erste richtige Astronom in Uppsala” und außerdem der Großvater von Anders Celsius:
Spole studied mainly at the german Greifswald University, where he received his degree, also including military arts and navigation. He made his “grand tour”, around Europe, in the years 1664-1667 where he met such men as Huygens, Hooke, Boyle, Mercator, Boullieau, Cassini and Riccioli. He was called as professor in astronomy when Lund University was founded and later became professor at Uppsala University in 1679.
He was a succesful teacher, he also published his own text-books, and presided at around 50 disputations. Spole was a competent instrument maker and built an observatory on the top of his house in the centre of Uppsala which, however, was completely destroyed together with his instruments and papers in the great city fire of 1702. He observed the great comet of 1680, where he could observe dust lanes in the tail, and sunspots, which he regarded as the origins of comets. He also made many geographical observations for the Swedish General Map.
Die neueste Sau, die gerade durchs politische Dorf in Schweden getrieben wird, betrifft Arbeitsmarktminister Sven Otto Littorin. Der MBA, den er in seinem Lebenslauf angibt, wurde im Fernstudium abgelegt und stammt von der Fairfax University in den USA. Dabei scheint es sich um eine Diplomfabrik zu handeln, die anstatt Studienleistungen Geld als Gegenleistung für einen Abschluss verlangt.
Das Högskoleverket würde nach eigener Aussage ein solches Examen in Schweden nicht anerkennen. Ein nettes Detail des Skandals ist, dass Littorin sich weder daran erinnert, wo die “Universität” lag, noch, wer der Betreuer seiner Abschlussarbeit war. Anmerkenswert ist auch noch, dass es ein Blogger war, der den Stein ins Rollen gebracht hat.
Die letztjährigen Vorfälle im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark haben die internationale Atomenergiebehörde IAEA auf den Plan gerufen. Bei einem ersten Besuch gestern einigte man sich darauf, dass nächsten Februar zwölf Kontrolleure die Abläufe und Sicherheitsstandards untersuchen werden.
Das bedeutet, dass der Bericht etwa zwei Jahre nach dem Anlass erscheinen wird. Eilig scheint man es nicht zu haben.
Es gibt Menschen in Deutschland, die sich als “Schwedenfans” bezeichnen. Ich finde den Begriff Fan im Zusammenhang mit einem Land immer etwas befremdlich und frage mich, was denn damit gemeint sein soll, außer dass man gern in dieses Land in Urlaub fährt.
Wikipedia sagt:
Ein Fan [ˈfÉ›n] (englisch fan [ˈfæn], von fanatic = Fanatiker) ist ein begeisterter Anhänger einer Person, einer Gruppe von Personen oder einer Sache. [...] Organisierte Fans finden sich oft in Fanklubs zusammen. [...] Die begeisterte Anhängerschaft äußert sich meist in Ritualen der Verehrung der betreffenden Person, Gruppe von Personen oder Sache. Für diese Verehrung, die die Fans betreiben, hat sich umgangssprachlich der Begriff Kult eingebürgert. Er beruht häufig auch auf Mythen, die sich um den Gegenstand der Verehrung ranken. (Hervorhebungen von mir)
Im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen kann man sicher “Schwedenfan” sein, indem man ebendieser Mannschaft Erfolg wünscht, aber das Wort wird allgemeiner verwendet. Kann man begeisterter Anhänger eines Landes sein? Gibt es Fanklubs für Schweden? Die diversen Schwedenforen im Internet kommen dem wohl am ehesten nahe. Dass das Bild von Schweden auf Mythen beruht, stimmt wohl auch teilweise; man denke nur an den Sozialstaat, dessen Einschnitte sich noch nicht überallhin durchgesprochen haben.
Trotzdem finde ich die Verehrung, die mit dem Fan-Sein einher geht, zu stark, als dass man sie einem Land entgegenbringen könnte. Man kann einzelne Dinge besser oder schlechter finden, aber es sind unzählige Eigenschaften, die ein Land ausmachen, und jemandem, der glaubt, in Schweden sei alles besser, bin ich geneigt zu unterstellen, dass er nicht weiß, wovon er spricht. Außerdem könnte man eine solche Verehrung wohl als Fortsetzung oder Überbleibsel der Nazi-Ideologie sehen. Die fanden den Norden auch ganz toll. Und zuletzt: Fans heißen etwas unhinterfragt gut und kritisieren in der Regel nicht. Kritik ist aber Voraussetzung dafür, etwas zu verbessern, und zeugt eher davon, dass einem etwas nicht gleichgültig ist, als blinde Unterstützung.
Ich lebe sehr gern in Schweden, aber Schwedenfan bin ich nicht.