Feiertage, wann es einem passt

Das ging ja schneller als erwartet. Im neuen Tarifvertrag für schwedische Architekten und Bauratgeber^1^ hat man sich nicht nur auf 10% mehr Lohn geeinigt, sondern auch darauf, dass sich jeder die traditionellen Feiertage legen kann, wie es ihm passt (S). Die neue Freiheit betrifft 30.000 Angestellte.

^1^Kann mir jemand erklären, was so ein byggkonsult denn macht?

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BMW und Volvo

Irgendwann fand ich das Drama um MAN, Volkswagen und Scania langweilig, so dass ich nicht einmal weiß, wie diese Geschichte ausging. Jetzt taucht auch noch das Gerücht auf, dass BMV Volvo kaufen will (E).

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Spritschlucker in Schweden

Dass die schwedische Autoflotte eine der älteren in Europa ist, sieht man auf den Straßen und ist auch zahlenmäßig belegt. Woran liegt das eigentlich? Sind Autos in Schweden weniger Statussymbol und werden deshalb länger gefahren?

Auf jeden Fall sorgt das und die Tatsache, dass Schweden weiterhin gern große Autos mit mehr Verbrauch kaufen (S), dafür, dass in Schweden im Schnitt 20% mehr Benzin pro Autokilometer verbrannt wird als im restlichen Europa.

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Kohle im Wasserfall

Radio Schweden schreibt:

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall betreit vier der klimaschädlichsten Kraftwerke Europas. [...] Das Kohlekraft Jänschwalde nördlich von Cottbus [liegt] an vierter Stelle.

Hinzuzufügen ist, dass auch die anderen drei, die Vattenfall in der “Top 16” der Verschmutzer platziert hat, in Deutschland stehen (S). Vattenfall meint dazu, dass es in Ländern wie Deutschland und Polen ohne Kohle eben nicht gehe, und führt ein geplantes kohlendioxidfreies Kraftwerk in Ostdeutschland an, wenn kritisiert wird, dass die Ausgaben für erneuerbare Energien in keinem Verhältnis zu den Rekordeinnahmen stehen.

Ich bin ja mit der Entwicklung des europäischen Energiemarktes, soweit ich sie mitbekommen habe, eher unzufrieden. Nicht so sehr, dass die Preise gestiegen sind, sondern wo das Geld hinfließt.

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Lars Winnerbäck - Elden

([YouTube DirektLasse](http://youtube.com/watch?v=nF9t1YfH-xM))

Lars Winnerbäck ist so etwas wie der schwedische Grönemeyer. Poetischer. Das wenige, das ich von ihm bisher gehört habe, mochte ich.

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Europatag

Zum 21. Mal ist heute Europatag und zum 29. Mal mein Geburtstag. Ersteres ist zweifelsohne mehr Grund zum Feiern!

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Bildt und Persson

Als die Sozialdemokraten Mitte der Neunziger wieder die Macht von den Konservativen übernahmen, sagte Göran Persson über seinen Vorgänger Carl Bildt:

Natürlich frage ich mich, was aus ihm wird, dem Jungen. Was er wohl machen wird? Ich bemitleide ihn ein wenig.

Das Interview mit diesem Zitat wurde erst neulich ausgestrahlt und sorgte für Schlagzeilen. Heute ist Carl Bildt Außenminister und Persson hat sich gänzlich aus der Politik zurückgezogen. Vorgestern wurde bekannt, dass er zukünftig für eine PR-Firma arbeiten wird, was wohl nicht ganz zu seinen früheren Aussagen passt und wiederum heiß in den Medien diskutiert wird. Bildt kommentiert (S) trocken:

Ist doch prima, dass der Bursche eine Arbeit gefunden hat, damit er sich nicht so verloren in der Welt fühlt.

(via Carl Bildt)

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Statistiken, Statistiker und Vergleiche

Wieder einmal ZEIT-Lektüre am Frühstückstisch. In diesem Artikel fragt sich Susanne Gaschke, ob es gerechtfertigt ist, Deutschland mit “kleinen” Ländern wie Schweden zu vergleichen, wie es oft getan wird. Zwei Hauptaussagen hat der Text und beide halte ich für richtig:

  • Die Selbstwahrnehmung der Deutschen entspricht nicht der Größe und dem Einfluss des Landes. Deutschland ist groß und erfolgreich, ob man das nun mag oder nicht. Auch aus persönlicher Erfahrung kann ich bestätigen, dass ich das anders sah, bevor ich das Land eine Weile verließ. Irgendwie war es angenehmer, Deutschland als unwichtig zu betrachten.
  • Die Verhältnisse und Lösungen aus “Vorbildländern” werden oft aus dem Zusammenhang gerissen und sind nicht ohne weiteres übertragbar. Gewachsene Strukturen lassen sich nicht einfach durch eine Regeländerung kopieren. Jetzt aber die Gretchenfrage: Was haben die beiden Aussagen miteinander zu tun? Scheitern die Vergleiche mit anderen Ländern, *weil* Deutschland größer ist, wie Frau Gaschke es suggeriert? Oder spielt die Größe eine untergeordnete Rolle gegenüber anderen Unterschieden, wenn man zwei Länder vergleicht? Ich sehe ja ein, dass die Anzahl der zu organisierenden Menschen eine Rolle spielt, wenn man eine Gruppe mit 80 und eine mit 80 Millionen hat. Aber zwischen Schweden und Deutschland als Beispiel ist es nur ein Faktor 9 in der Bevölkerungszahl – nicht einmal eine Größenordnung. Auch in Schweden findet sich zu jeder Meinung jemand, der sie vertritt, und der relative (!) Einfluss von Interessensgruppen sollte auch gleich bleiben. Mir fällt kein offensichtlicher Grund ein, warum Gesellschaften nicht zumindest über einen Faktor zehn nach oben und unten gut skalieren sollten. Angeschnitten hatten wir das Thema [hier](http://www.fiket.de/2007/01/22/ueberall-ist-es-besser/) schon einmal und ich werde auch die Statistiker in Stockholm fragen, bei denen ich bald einen Vortrag geben werde. Ein Verein von Statistikern und Statistikinteressierten hat nämlich gestern angefragt, ob ich ihnen nicht etwas zu Statistik in der Astronomie erzählen kann. Kann ich schon, ich befürchte aber fast, dass die Menschen, die Statistik als Selbstzweck sehen, unsere doch eher pragmatische Herangehensweise befremdlich finden werden.
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