Na? Wer hat dieses Jahr schon Kubb gespielt? Ich an Ostern.
In Landskrona in Südwestschweden bekamen die rechtsextremen Schwedendemokraten bei der Wahl im Herbst so viele stimmen, dass weder die rechten Parteien noch die linken jeweils zusammen eine Mehrheit haben. Als wäre das nicht schlimm genug, arbeiten die Konservativen entgegen früherer Aussagen mittlerweile eifrig mit den Schwedendemokraten zusammen (S).
Nicht wenige Fragen bringen die Konservativen mit Hilfe der Stimmen der Schwedemokraten durch. Der Vergleich mag etwas hinken, aber man stelle sich vor, in Sachsen gäbe es keine große Koalition, sondern die CDU nutzte lieber die Stimmen der NPD, um eine Mehrheit zu erlangen. Die Konservativen in Landskrona hingegen sehen das ganz pragmatisch: Das Ergebnis allein zähle.
Ich finde es jedoch schon bezeichnend und bedenklich, dass die bürgerlichen Parteien sich lieber mit Rechtsaußen zusammentun, als auf die Sozialdemokraten zuzugehen. Diese spotten derweil, dass man kaum noch einen Unterschied zwischen den Schwedendemokraten und den bürgerlichen Parteien sehe – sie stimmen ja immer gleich ab.
([YouTube DirektOla](http://youtube.com/watch?v=U6fOXoBJGlg))
Das ist bei weitem nicht der dümmste Liedtext, den eine Pop-Gruppe je hervorgebracht hat. Ein unterhaltsames fiktives Zwiegespräch mit Anekdoten über The Ark hat der Local gestern veröffentlicht.
In der Spalte “Heute vor einem Jahr” erspähe ich gerade den Artikel zum Jantelagen. Ich sehe das heute immer noch ähnlich, aber das ist ein Thema, zu dem mich wirklich mehr Meinungen und Erfahrungen interessieren würden. Bitte Senf abgeben. Danke.
Wenn man ein Paket bei der Post abholen will und einem der Mensch hinterm Tresen das Paket reicht, bevor man ein Wort gesagt hat oder den Zettel hinübergereicht hat, geht einem in Sekundenbruchteilen so einiges durch den Kopf. Zuerst ein baffes “Hä?”, dann die Frage “Kenn ich den?” mit der Antwort “Nein”. Selbst wenn er mich kennt, wie hat er dann das Paket so schnell zur Hand gehabt? Hat er auf mich gewartet?
Ich muss ziemlich verwirrt geschaut haben, was ihn jedoch keineswegs störte. Erst auf meine Nachfrage erklärte er, dass er mich in der Tat aus Fotografenkreisen kennt und ab und zu meine Bilder im Netz anschaut. Ich tat höflich, als ob ich mich jetzt mit Zusammenhang auch an ihn erinnern würde, habe aber keinen Schimmer ob und wann wir uns einmal getroffen hatten.
Erst als ich wieder auf der Straße war, verflog meine Verwirrung und ich fand die Szene doch ganz nett.
Ich war gestern mit ein paar Bekannten zum Fotografieren zwei Stunden nördlich, im Naturreservat Kapplasse an der Ostseeküste. Sehr schön da mit den Klippen. Auf lange Entfernung glaubten wir auch, zwei Seeadler erspäht zu haben. Bis ich die Bilder von dort sortiert habe, wird es aber noch etwas dauern.
Gegen Ende des Tages gab meine Kamera leider den Geist auf: Spiegel und/oder Verschluss scheinen verklemmt. Äußerst ärgerlich.
Ein spex
ist ein lustiges Theaterstück, meist von einer studentischen Gruppe
Amateure aufgeführt. Das Wort selbst kommt von “Spektakel”.
Die bekanntesten Spex kommen aus Lund (lundaspexet), aber es gibt zahlreiche Gruppen in den anderen Universitätsstädten. Im Gegensatz zur Lunder Schule, sind Spex nach Uppsala-Art in Reimform. Das Ganze ist eine äußerst unernste Angelegenheit und kann von wenige Minuten langen Einlagen während einer Gasque bis zu mehrstündigen Aufführungen reichen.
Gestern waren wir beim diesjährigen TekNat-Spex der Studenten von Technologie und Naturwissenschaften. Der Titel war “C-Men – Ett spex med genvägar som artar sig” und das Thema war Evolution und “intelligentes Design”. Die Handlung ist schnell erzählt. Die C-Men sind ein Abklatsch der X-Men mit ziemlich sinnlosen Superkräften. Ihr Boss will verhindern, dass Darwin auf die Idee der Evolution kommt und hat dazu einen “Dummstrahl” erfunden, mit dem er die Menschheit für immer an die “Wissenschaft des intelligenten Design” glauben lassen will.

Darwin reist zusammen mit Piraten, deren einer Jack Sparrow sehr ähnlich sieht, auf die Galapagos, wo er – passend zum Jubiläum – auf Carl von Linné trifft, der ihm die Evolution erklärt. Darwin findet das ganz toll und will es als eigene Idee ausgeben. Die ganze Zeit sind ihm die C-Men und der ~~Schiffspriester~~ Pfarrer am Stock auf den Fersen.
Klingt absurd? Ist es in echt noch viel mehr. Nicht zuletzt, weil das Publikum ermuntert wird, mitzumachen und Regianweisungen an die Darsteller zu rufen. Wenn eine Szene gut war, ruft man omstart!, damit sie wiederholt wird – mit einiger Abwandlung. Die Schauspieler sind darauf natürlich vorbereitet und oft kommen sie erst nach bei der dritten oder vierten Variante in Schwierigkeiten. Auch beliebt war es gestern, bestimmte Dialekte oder Sprachen zu fordern. Wenn der ernste Dialog dann plötzlich mit norwegischer Betonung fortgesetzt wird, ist das einige Lacher wert.
Für Amateurtheater war die Vorstellung mit Orchester, Chor und zahlreichen Tanz- und Musikeinlagen sehr aufwendig und dauerte inklusive Pause drei Stunden. Spex ist eine sehr schwedische und studentische Form der Unterhaltung und allemal wert anzusehen, vor allem wenn man sich an Absurdem erfreut und an Widersinnigem nicht allzu sehr stört.
Nachtrag, 9.5.07: mehr Bilder.