Dass die schwedische Autoflotte eine der älteren in Europa ist, sieht man auf den Straßen und ist auch zahlenmäßig belegt. Woran liegt das eigentlich? Sind Autos in Schweden weniger Statussymbol und werden deshalb länger gefahren?
Auf jeden Fall sorgt das und die Tatsache, dass Schweden weiterhin gern große Autos mit mehr Verbrauch kaufen (S), dafür, dass in Schweden im Schnitt 20% mehr Benzin pro Autokilometer verbrannt wird als im restlichen Europa.
Radio Schweden schreibt:
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall betreit vier der klimaschädlichsten Kraftwerke Europas. [...] Das Kohlekraft Jänschwalde nördlich von Cottbus [liegt] an vierter Stelle.
Hinzuzufügen ist, dass auch die anderen drei, die Vattenfall in der “Top 16” der Verschmutzer platziert hat, in Deutschland stehen (S). Vattenfall meint dazu, dass es in Ländern wie Deutschland und Polen ohne Kohle eben nicht gehe, und führt ein geplantes kohlendioxidfreies Kraftwerk in Ostdeutschland an, wenn kritisiert wird, dass die Ausgaben für erneuerbare Energien in keinem Verhältnis zu den Rekordeinnahmen stehen.
Ich bin ja mit der Entwicklung des europäischen Energiemarktes, soweit ich sie mitbekommen habe, eher unzufrieden. Nicht so sehr, dass die Preise gestiegen sind, sondern wo das Geld hinfließt.
([YouTube DirektLasse](http://youtube.com/watch?v=nF9t1YfH-xM))
Lars Winnerbäck ist so etwas wie der schwedische Grönemeyer. Poetischer. Das wenige, das ich von ihm bisher gehört habe, mochte ich.
Zum 21. Mal ist heute Europatag und zum 29. Mal mein Geburtstag. Ersteres ist zweifelsohne mehr Grund zum Feiern!
Als die Sozialdemokraten Mitte der Neunziger wieder die Macht von den Konservativen übernahmen, sagte Göran Persson über seinen Vorgänger Carl Bildt:
Natürlich frage ich mich, was aus ihm wird, dem Jungen. Was er wohl machen wird? Ich bemitleide ihn ein wenig.
Das Interview mit diesem Zitat wurde erst neulich ausgestrahlt und sorgte für Schlagzeilen. Heute ist Carl Bildt Außenminister und Persson hat sich gänzlich aus der Politik zurückgezogen. Vorgestern wurde bekannt, dass er zukünftig für eine PR-Firma arbeiten wird, was wohl nicht ganz zu seinen früheren Aussagen passt und wiederum heiß in den Medien diskutiert wird. Bildt kommentiert (S) trocken:
Ist doch prima, dass der Bursche eine Arbeit gefunden hat, damit er sich nicht so verloren in der Welt fühlt.
(via Carl Bildt)
Wieder einmal ZEIT-Lektüre am Frühstückstisch. In diesem Artikel fragt sich Susanne Gaschke, ob es gerechtfertigt ist, Deutschland mit “kleinen” Ländern wie Schweden zu vergleichen, wie es oft getan wird. Zwei Hauptaussagen hat der Text und beide halte ich für richtig:
In Landskrona in Südwestschweden bekamen die rechtsextremen Schwedendemokraten bei der Wahl im Herbst so viele stimmen, dass weder die rechten Parteien noch die linken jeweils zusammen eine Mehrheit haben. Als wäre das nicht schlimm genug, arbeiten die Konservativen entgegen früherer Aussagen mittlerweile eifrig mit den Schwedendemokraten zusammen (S).
Nicht wenige Fragen bringen die Konservativen mit Hilfe der Stimmen der Schwedemokraten durch. Der Vergleich mag etwas hinken, aber man stelle sich vor, in Sachsen gäbe es keine große Koalition, sondern die CDU nutzte lieber die Stimmen der NPD, um eine Mehrheit zu erlangen. Die Konservativen in Landskrona hingegen sehen das ganz pragmatisch: Das Ergebnis allein zähle.
Ich finde es jedoch schon bezeichnend und bedenklich, dass die bürgerlichen Parteien sich lieber mit Rechtsaußen zusammentun, als auf die Sozialdemokraten zuzugehen. Diese spotten derweil, dass man kaum noch einen Unterschied zwischen den Schwedendemokraten und den bürgerlichen Parteien sehe – sie stimmen ja immer gleich ab.