Grippesuche

Google weiß, was Menschen bewegt – anhand der Suchanfragen. Der Vergleich der Suchhäufigkeiten nach “Grippe” zwischen Schweden und Deutschland bestätigt, was ich neulich schrieb, nämlich dass die Grippe hier heuer ein wichtigeres Thema ist als sonst. In Deutschland sieht man keine Abweichung vom jährlichen Zyklus aus den Vorjahren.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Zahl der Suchanfragen nach Grippe proportional zur Zahl der Erkrankungen ist, also dass die Zahl der Kranken pro Suchanfrage sich nicht ändert, egal wie groß sie ist. Das scheint sich auch zu bestätigen, wenn man die Vorhersage aus den Anfragen hinterher mit den Krankendaten vergleicht.

Manchmal fragt man sich, warum Statistik so einen schlechten Ruf hat.

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Nobelpreise 2009

Es ist wieder so weit. Diese und nächste Woche wird bekannt gegeben, wer im Dezember einen Nobelpreis verliehen bekommt.

  • Medizin: Elizabeth H. Blackburn, Carol W. Greider und Jack W. Szostak, alle aus den USA, teilen sich zu je einem Drittel den Preis für die Entdeckung, wie Chromosomen von Telomeren geschützt werden, und des Enzyms Telomerase. Link
  • Physik: Die eine Hälfte geht an Charles K. Kao (China und UK) für bahnbrechende Leistungen in Glasfaser-Optik, die die Durchlässigkeit von Fasern für Licht betreffen. Die andere Hälfte teilen sich Willard S. Boyle und George E. Smith aus den USA für die Erfindung eines bildgebenden Halbleiterschaltkreises – des CCD-Sensors. Beides sehr wichtige Dinge für moderne Technik. Alle Digitalkameras haben einen CCD-Chip und ohne Glasfasern wäre schnelle weltweite Kommunikation, wie wir sie heute gewohnt sind, nicht möglich. Würdige Preisträger also. Als Astronom weiß ich den Wert von CCDs nocheinmal mehr zu schätzen – so gut wie alle Teleskopinstrumente verwenden sie, um Licht zu sammeln. Link
  • Chemie: Der diesjährige Preis geht zu je einem Drittel an Venkatraman Ramakrishnan (UK), Thomas A. Steitz (USA) und Ada E. Yonath (Israel) für ihre Studien der Struktur und Funktionsweise der Ribosomen. Link und Link
  • Der Literaturpreis geht dieses Jahr an die Deutsche Herta Müller, die mit ihrer Verdichtung von Poesie und Direktheit in Prosa die Landschaft der Mittellosen beschreibt. Link und Link
  • Mit dem Friedenspreis wird Barack Obama ausgezeichnet. Für seine außergewöhnlichen Anstrengungen, internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit der Völker zu stärken. Überraschende Wahl, finde ich; nicht so die schwedischen Medien. Link
  • **Wirtschaft:** Den Preis teilen sich je zur Hälfte Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson, beide aus den USA. Sie werden *für ihre Analysen der wirtschaftlichen Regierungsführung* ausgezeichnet. Ostom *im besonderen für die der Allmende*, Williamson *im besonderen für die der Grenzen von Firmen*. [Link](http://nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2009/) und [Link](http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,654594,00.html) Man gibt sich vonseiten der Stiftung sehr Web-affin: [Twitter](http://twitter.com/Nobelprize_org), [Youtube](http://www.youtube.com/thenobelprize), [Facebook](http://www.facebook.com/Nobelprize.org), ein [Widget](http://nobelprize.org/nobelweb/pressroom/widget/index.html) für die eigene Webseite und natürlich ein [RSS-Feed](http://nobelprize.org/contact/rss/index.html).
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Globalisierungsrat totgeschwiegen

Weil der Regierung der Schlussbericht des selbst eingesetzten “Globalisierungsrates”, der die letzte zwei Jahre lang eine Vision für “Ein erfolgreiches Schweden in der neuen globalen Wirtschaft” ausgearbeitet hat, anscheinend nicht passt, wird er eben totgeschwiegen. Das macht ihn andererseits besonders interessant.

Ich habe den Bericht (PDF) gerade ausgedruckt und werde berichten…

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Höstlöv

Herbstlaub

Herbstlaub. Nicht zu verwechseln mit Höstlov, den Herbstferien.

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Kalt

Ist es bei euch auch so kalt? Ich habe heute morgen auf dem Fahrrad sehr bereut, keine Handschuhe anzuhaben, und den ersten Frost am Wegesrand bemerkt.

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Bergman-Auktion

Gestern Abend wurden im wohl bekanntesten Auktionshaus Stockholms, Bukowskis, allerlei Kunst und Alltagsgegenstände versteigert, die dem vor zwei Jahren verstorbenen Regisseur Ingmar Bergman gehörten.

Das Interesse war groß und so gut wie alles erreichte ein Vielfaches des Startpreises. Der gesamte Katalog mit Bildern und Zuschlagspreisen (“klubbat pris”) ist hier zu sehen.

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Millencolin - Penguins and Polar Bears

[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=O_o2SCrefeE), [Wikipedia-Link](http://de.wikipedia.org/wiki/Millencolin)

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Nach der Wahl ist vor der Wahl

Deutschland hat gewählt und schwedische Medien haben es ausführlich verfolgt. In den letzten beiden Wochen gab es zum Beispiel alleine in Dagens Nyheter fast täglich einen oder zwei kompetente Artikel vom Deutschlandkorrespondenten Jan Lewenhagen. Es scheint, als ob das Interesse sogar größer ist, als für die Nachbarn im Norden. Dass die Norweger kürzlich auch gewählt haben, war zwar auch zu lesen, aber weniger ausführlich.

Wie auch man auch aus anderen Ländern hört, ist der Tenor aus Schweden, dass es gut für Deutschland ist, keine große Koalition mehr zu haben, sondern eine “klarere Richtung”. Wollen wir hoffen, dass es nicht die falsche ist.

Das letzte Mal schwarz-gelb – 16 Jahre Helmut Kohl – ist mittlerweile fast so lange her wie es lang war. Ist man pessimistisch, erwartet man für die nächsten vier Jahre Steuergeschenke an “die Wirtschaft”, einen weiter wachsenden Graben zwischen Arm und Reich, “Entfesselung” der Heuschrecken, einen Außenminister, der sich mit mangelndem Englisch international blamiert, und weitere Angriffe aufs Grundgesetz von Schäuble und Co.

Andererseits bekommt die FDP die Gelegenheit zu zeigen, ob ihr ihr Profil als Bürgerrechtspartei noch am Herzen liegt. Und die Aufteilung von Regierung und Opposition in rechts und links sorgt wenigstens für klare Feindbilder.

Für die Piraten hat es wie erwartet nicht für 5% der Stimmen gereicht, aber 850.000 Stimmen (knapp 2%, Karte) sind mehr als ein Achtungserfolg und sollten zum Weitermachen anspornen.

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Zur Bundestagswahl

Wie gesagt habe ich schon gewählt und es ist an der Zeit, zu erzählen was und warum. Schließlich ist übermorgen Wahl!

Wie soll man sich entscheiden? Man kann zum Beispiel Tests wie den Wahl-O-Mat oder, besser, Wen wählen? machen, um die eigenen Ansichten mit denen der Parteien zu vergleichen. Mein Ergebnis passte zu dem, was in meinen Briefwahlumschlag liegt: In der wichtigeren Zweitstimme habe ich die Piratenpartei gewählt.

alttextAus mehreren Gründen. Zum einen habe ich hier im Ursprungsland der mittlerweile in vielen Ländern existierenden Piratenparteien den Aufstieg der schwedischen recht aufmerksam verfolgt und gesehen, wie erfolgreich sie ihre Themen in die öffentliche Diskussion gebracht und damit die anderen Parteien gezwungen haben, sich damit zu beschäftigen und ihre bisherige Haltung zu überdenken.

Die prinzipiell richtige Kritik an einer Partei mit sehr schmalem Programm wiegt deshalb weniger schwer. Man wird mit seiner Stimme für die Piraten ihnen keine eigene Mehrheit geben, sondern mit einem guten Ergebnis, auch wenn es unter der Fünf-Prozent-Hürde bleibt, dafür sorgen, dass die Forderungen der Piraten mehr Gewicht bekommen. Und verdient haben sie das allemal.

  • Der Abbau der Grundrechte, um für mehr falsche Sicherheit zu sorgen, bereitet mir seit Jahren echte Sorgen. Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, Videoüberwachung, biometrische Pässe, geheime Zensur durch das BKA und aktuelle Forderungen, immer weiter in diese Richtung zu gehen, brauchen endlich mehr Widerspruch.
  • Hinter die Forderung einer transparenten Regierung kann ich mich voll und ganz stellen. Jeder Schritt in Richtung des schwedischen Öffentlichkeitsprinzips ist zu begrüßen.
  • Open Access, also das mit öffentlichen Geldern finanzierte Forschungsergebnisse auch allen frei zugänglich sein sollen, anstatt dem Urheberrecht der wissenschaftlichen Verlage zu unterliegen, liegt mir als Teil der Forschungswelt auch sehr am Herzen.

  • Und dass das Urheberrecht wegen der neuen Kommunikationsmöglichkeiten über das Internet einer Reform bedarf, kann ich auch unterschreiben.

    Dazu kommt, dass sich die etablierten Parteien ziemlich ohne Ausnahme so kritikresistent erweisen, wenn es um Themen der Informationsgesellschaft geht, dass man nicht umhin kommt, eine gewisse Unehrlichkeit zu unterstellen. “Zensursula” der letzten Monate ist das beste Beispiel.

    Deshalb habe ich die Piraten gewählt und vielleicht tut es mir übermorgen der ein oder andere Leser ja gleich.

    Zum Abschluss, nach dem Klick, noch ein paar Links zu Texten und Videos zum Thema.

  • Die österreichische Sicht aufs seltsame Deutschland.

  • Andere persönliche Wahlbegründungen: eins, zwei, drei
  • Videos: Wahlwerbespot, Du bist Terrorist, Warum ich die Piraten wähle

  • Zu den Vorwürfen gegen die Piraten, rechts zu sein

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