Ich habe eine schwache Ahnung, dass ich dieses Bild hier schon einmal gezeigt habe, aber meistens stimmt es nicht, wenn ich nachschaue.
Ich habe eine schwache Ahnung, dass ich dieses Bild hier schon einmal gezeigt habe, aber meistens stimmt es nicht, wenn ich nachschaue.
Darüber dass Uppsala ein renommiertes Kurzfilmfestival hat, habe ich schon in den letzten beiden letzten Jahren geschrieben. Jetzt ist es wieder so weit. Ich werde für ein paar Tage einen französischen Regisseur beherbergen und habe dafür freien Eintritt die ganze Woche. Die erste der 14 (von total 96) anderthalbstündigen Sessions, für die ich mir Karten geholt habe, habe ich gestern Abend gesehen. Darin wurden Kurzfilmklassiker von den 30ern bis 80ern gezeigt. Jede Session hat 5-9 Filme und die große Mehrheit davon ist neu; schließlich nehmen die beiden Wettbewerbe (schwedisch und international) ein Großteil der Woche in den vier Kinos in Anspruch. Schwerpunkt des Festivals ist dieses Jahr “norwegischer Humor” und wie immer fällt die Auswahl aus dem fantastischen Programm schwer. Meine Freizeit bis Sonntag ist also ausgebucht.
[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=KxZ9_XlL19E)
In den zweieinhalb Jahren seit es Fiket gibt und in denen ich regelmäßig Videos mit Musik aus Schweden einfüge, habe ich tatsächlich noch nicht einmal die Cardigans erwähnt. Aber die kennt ja eh jeder.
Gestern habe ich zum zweiten Mal an der “Nationsrally” Monte Carl teilgenommen. Für eine ausführliche Erklärung, was das ist, sei auf den entsprechenden Artikel vom Frühling verwiesen.
Diesmal waren die Pompom-flickorna die Organisatoren und damit diejenigen, die sich die über zwanzig Rätsel ausgedacht hatten. Unser Team hat sich wieder im hinteren Drittel platziert, aber wir hatten eine Menge Spaß während des Tages. Das Fest am Abend war dagegen weniger mein Fall – zu viele Menschen, die das alles viel zu ernst und die Rally als Gelegenheit wahr nahmen, die ansonsten typisch schwedische Bescheidenheit und Freundlichkeit über Bord zu werfen.
Hier noch eines der besseren Rätsel samt Erklärung:

Übersetzt lautet die Frage: Dieser Nnma hat eine sameselt Nungwoh. Wasmachter?
Dass die Silben in einigen Wörtern vertauscht sind, ist nicht schwer zu erkennen und natürlich ein Hinweis auf die Lösung. Gleiches gilt dafür, dass die Worte der Frage zusammengeschrieben sind.
Nach etwas Überlegen kommt man auf die Antwort, dass er in einem S wohnt, auf Schwedisch: Bor i S. Zusammengeschrieben: boris. Jetzt noch die Silben vertauschen und man hat den Lösungsort Risbo.
Die schwedische Krone ist zur Zeit so wenig wert im Vergleich zum Euro wie noch nie. Ein Euro kostet jetzt zehn Kronen und die Grafik von neulich müsste anderthalb mal so hoch sein, um das darzustellen. Ein Faktor 10 ist natürlich einfach zum Umrechnen, aber natürlich ist es schade, dass mein wenig Geld jetzt noch weniger Wert ist.
Wie und ob diese Kursentwicklung mit der Finanzkrise zusammenhängt, kann ich nicht sagen, aber wenn der schwache Kurs nicht nur von kurzer Dauer ist, begünstigt das natürlich schwedische Exporte und den Tourismus in Schweden.
Mehr auf Schwedisch bei E24.
Schweden im frühen 18. Jahrhundert. Der große nordische Krieg ist vorbei, Karl XII. ist tot und die Zeit Schwedens als Großmacht ist vorüber.
Die vier Stände – Adel, Bürger, Bauern und Priester – schafften es 1719/20, den Thron zu entmachten und die gesetzgebende Gewalt auf den Reichstag zu übertragen, in dem Beschlüsse gefasst wurden, indem drei der vier Stände zustimmten. Auch wenn das sicherlich keine lupenreine Demokratie war, zeigt es, wie lange der Parlamentarismus in Schweden schon zurückreicht. Die Zeit bis 1772, da König Gustav III. die Macht zurück zum Thron holte, nennt man deshalb die “Freiheitszeit”.
Vorsitzender des Reichtstags bis 1738 und damit der erste moderne Premierminister war der in Finnland geborene Arvid Horn. Dessen Politik zeichnete sich im Innern durch die Kürzung der Militärausgaben und den Versuch aus, nach der Not des Krieges die Wirtschaft voran zu bringen (Merkantilismus). Nach Außen vertrat Horn eine vorsichtige Politik der Friedensbewahrung, beendete also vor allem die bisherige Expansionspolitik, die gegen Ende des Krieges in große territoriale Verluste mündete.
Horns Außenpolitik passte nicht allen und es gab starke revanchistische Bestrebungen gegen Russland. Daraus formierte sich in den 30er Jahren die aristokratisch ausgerichtete “Hutpartei” (hattpartiet, hattarna), die eine aggressivere, russlandfeindliche Außenpolitik in Anlehnung an Frankreich vertrat. Den Namen gaben sich die “Hüte” selbst und nannten im Gegenzug die Anhänger von Arvid Horn abfällig “Nachtmützen” (nattmössorna).
1738 schafften es die Hüte, die Mehrheit im Reichstag zu erlangen und Arvid Horn zu stürzen. Erst dann formierten sich auch die “Mützen” in der mösspartiet und die beiden bekämpften einander für den Rest der Freiheitszeit. Die Hüte verwickelten Schweden wie erwartet in Kriege. Der Russisch-Schwedische Krieg von 1741–1743 brachte nicht die erhoffte Rache an Russland, sondern ging verloren.
Die schwedische Beteiligung am siebenjährigen Krieg gegen Preußen nennt man hierzulande den “pommerschen Krieg” (1757-1762). Als dieser sich als eher kostspielig denn gewinnbringend herausstellte, begann die Macht der Hüte im Reichstag zu bröckeln und 1765 waren es wieder die Mützen, die das Ruder übernahmen. Bevor diese dann die Macht an Gustav III. verloren, hinter dem sich die nach einer erneuten Niederlage in Auflösung befindlichen Hüte scharten, brachten die Mützen noch ein äußerst wichtiges Gesetz durch: die tryckfrihetsförordning (“Pressefreiheitsverordnung”), die auch das noch heute für Schweden so wichtige Öffentlichkeitsprinzip beinhaltete.
Nach zwei Wochen Blog- und Nachrichtenabstinenz meinerseits ist es Zeit für einen Rückblick darüber, was unterdessen in Schweden so passiert ist und in den Medien war. Ich gehe dazu chronologisch durch die Schlagzeilen von Radio Schweden und gebe meinen Senf zu einigen davon ab.
29. 09. Bildt besorgt über Rechtsruck in Österreich. Der schwedische Außenminister Carl Bildt hat den Ausgang der Parlamentswahlen in Österreich als Alptraum bezeichnet. Natürlich gibt keiner offen zu, sich über den Unfall zu freuen, aber ich glaube dass viele dem verunglückten Heider keine Träne nachweinen.
29. 09. Weitere Entlassungen bei Volvo. Das Thema hält sich seitdem in den Nachrichten und es ist von gesamt fast 5000 Entlassungen die Rede. Volvo will sich (endlich) mehr auf die Zukunft ausrichten und Hybrid- und Elektroautos entwickeln.
Generell sind die Wirtschaftsnachrichten aus Schweden etwas schlechter geworden. Die Zahl der freien Stellen sinkt und die Arbeitslosenzahlen steigen wieder leicht. Die schwedische Krone wurde gegenüber dem Euro abgewertet und die Börse verlor massiv, wie überall anders auch. Die Krise am Finanzmarkt scheint jedoch zumindest keine schwedische Bank Pleite gemacht zu haben. Genauso wie Deutschland hat garantiert der Staat für private Spareinlagen bis zu einer gewissen Summe. Die Auswirkungen sind also weniger dramatisch als in Island, aber natürlich sind auch hier Fondsparer betroffen und (baldige) Rentner, weil mit nicht geringen Teilen der schwedischen Rentengelder am Finanzmarkt gehandelt wird. Sie sind also in Fonds und Ähnliches investiert, die in den letzten Wochen viel an Wert verloren haben.
01. 10. Steuergelder für Scientology. Es kam heraus, dass mehrere schwedische Kommunen Aufträge an Scientology-eigene Firmen und deren sehr fragwürdige Antinarkotikaprogramme vergeben haben. Ich hoffe wirklich, dass das gründlich aufgearbeitet wird und in Zukunft wissenschaftliche Kriterien bei der Vergabe die Hauptrolle spielen.
02. 10. Kameraüberwachung an Schulen meist gesetzeswidrig. Das einzige Mal das ich bisher in einer schwedischen Schule war, haben mich die Überwachungskameras ziemlich abgeschreckt. Eine Prüfung des Datenschutzamtes hat jetzt gezeigt, dass die Überwachung in vielen Fällen unzulässig ist.
02. 10. Die Jäger mal wieder. Natürlich wollen sie mehr Bären und Wölfe schießen. Schließlich sind das nicht selten Menschen, die eine seltsame Freude am erschießen von Tieren finden, anstatt die Jagd als notwendiges Übel anzusehen. Das gilt natürlich auch und im besonderen für die hunderten Amateurjäger, die jeden Herbst auf Elche anlegen und sich dabei nicht selten gegenseitig treffen.
06. 10. Grüne geben Forderung nach EU-Austritt auf. Darüber hatte ich schon einmal geschrieben und jetzt scheinen sich die EU-Befürworter endlich durchgesetzt zu haben. Das macht die schwedischen Grünen wählbarer und regierungsfähiger. Tatsächlich gab es dieser Tage, also zwei Jahre vor Ende der Legislaturperiode, schon die Ankündigung, dass Sozialdemokraten und Grüne auf eine zukünftige Koalition hinarbeiten. Zur Erinnerung: Die letzte Regierung war eine von Grünen und Linken geduldete Minderheitsregierung der Sozialdemokraten, keine Koalition. Der Linkspartei wurden erst in den letzten Tagen von den Sozialdemokraten Gespräche über eine Mögliche Zusammenarbeit angeboten.
Ansonsten ist natürlich die Bekanntgabe der verschiedenen Nobelpreise in Schweden immer Schlagzeilen wert. Die haben allerdings schon ihren eigenen Artikel auf Fiket.
Wie jedes Jahr (2007, 2006) kommt hier eine Zusammenstellung der diesjährigen Nobelpreise, die im Laufe dieser Woche bekannt gegeben wurden und werden.
Das Bild ist von einem Strand bei Helsingborg, wo ich vor ein paar Wochen kurz war.
Ich möchte an dieser Stelle auch erwähnen, dass es in den kommenden zwei Wochen auf Fiket etwas ruhiger werden wird. Ich fliege am Samstag nach Kreta, wo ich eine Konferenz mitorganisiere und auch daran teilnehme. Und da das alles etwas anstrengend ist, werde ich wohl nur vereinzelt zum Bloggen kommen.