[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=KhFiaIV6JaQ), [mehr über Johnossi](http://de.wikipedia.org/wiki/Johnossi)
[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=KhFiaIV6JaQ), [mehr über Johnossi](http://de.wikipedia.org/wiki/Johnossi)
Nur gut vier Stunden wird der Zug von Stockholm nach Lund im Süden Schwedens brauchen, den ich gerade bestiegen habe. Ich werde dort heute und morgen die Wikipedia Academy besuchen und hoffentlich Gelegenheit finden, mit den richtigen Leuten über den Schreibwettbewerb zum Thema Astronomie zu reden, den ich im Rahmen des Jahres der Astronomie 2009 plane.
Es gab bisher keinen Schreibwettbewerb in der schwedischen Wikipedia und ich habe vor, das erfolgreiche Konzept der deutschen Wettbewerbe zu kopieren. Als ersten Preis bekommt man einen Asteroiden nach sich benannt. Ganz der kleineren Bevölkerung entsprechend ist die schwedische Wikipedia noch lange nicht so weit wie die deutsche und ich hoffe natürlich, dass der Wettbewerb ein paar sehr gute Artikel über Astronomie hervorbringt.
Man sagt, dass Lund genauso Fahrradstadt ist wie Uppsala. Das werde ich rausfinden, denn ich werde mir ein Rad leihen. Schlafen werde ich die eine Nacht im bekannten Vandrarhem Tåget, einem permanent neben dem Bahnhof geparkten und umgebauten Nachtzug. Ähnlich, aber dann in Bewegung, werde ich morgen Nacht verbringen und Freitag früh wieder in Uppsala ankommen.
Dank an die Svenska Astronomiska Sällskapet, die das Projekt unterstützt und unter anderem mein Zugticket bezahlt.
Auf meiner ständigen Suche nach Themen für Fiket kamen mir neulich auch Erfindungen in den Sinn als mir jemand erzählte, dass der “Engländer” (verstellbarer Schraubenschlüssel, schwedisch skiftnyckel) aus Schweden kommt.
Jetzt kam mir Josie bei diesem Thema jedoch zuvor. Auch gut.
Der Dom im Nebel. Am Samstag aufgenommen, als ich seit langem wieder einmal mit Stativ in der Stadt unterwegs war.
Dagens Nyheter berichtet, dass die neulich hier erwähnten Übernahmeverhandlungen der nordischen Fluggesellschaft SAS durch Lufthansa geplatzt sind. DN beruft sich dabei auf die SZ, aber ich kann den entsprechenden Artikel gerade nicht online finden. Die Probleme bei der SAS-Tochter Spanair sollen der Grund dafür sein, dass Lufthansa nicht mehr interessiert ist.
In den 50er und 60er Jahren herrschte in den schwedischen Städten akute Wohnungsnot und 1964 beschloss der Reichstag, dass im Zeitraum von zehn Jahren eine Million Wohnungen gebaut werden sollten. Es flossen also staatliche Beiträge, bevorzugt an Kommunen, die groß angelegte Bauprojekte starteten. Das Millionenprogramm (,) war geboren.
Zwischen 1965 und 1975 wurde dann auch so viel gebaut, dass 25% aller heute existierenden Wohnungen aus diesen Jahren stammen. Der Baustil unterscheidet sich nicht wesentlich von den Plattenbauten in deutschen Vorstädten aus dieser Zeit. In mittelgroßen Städten wurden auch schon zehntausende Wohnungen wieder abgerissen, weil keiner mehr dort wohnen will. Nichtsdestotrotz sind viele Städtebilder noch heute vom miljonprogrammet geprägt.
In Großstädten wie Stockholm ist Wohnraum besonders stark nachgefragt und da viele Siedlungen mittlerweile von Mietwohnungen in Wohnrechte umgewandelt sind, gibt es ein privates Interesse, sie instandzuhalten und zu modernisieren. Meines Wissens wird deswegen dort kaum etwas abgerissen. In Rahmen unserer aktuellen Suche haben wir zum Beispiel gestern eine Wohnung gesehen, bei der der Kontrast von innen zu außen kaum größer sein könnte: Sehr geräumige und moderne Wohnung in einem äußerlich extrem hässlichen Wohnblock.
[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=VwgdFMnkAKE)
Die aktuelle Single von Anna Ternheim in einer akustischen Version, die man auch als MP3 von ihrer Homepage bekommt. Das neue Album heißt “Leaving on a mayday” und wird am kommenden Mittwoch veröffentlicht.
In Schweden dominiert die Wahl von Barack Obama zur Zeit die Nachrichten genauso wie in Deutschland. Deshalb war es wohl sehr schlau vom schwedischen Premierminister Fredrik Reinfeldt, gerade gestern bekanntzugeben, dass die Regierung keinen gemeinsamen Vorschlag zur Einigung bezüglich der lange diskutierten Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe vorlegen wird.
Der Hintergrund ist folgender. Eine “registrierte Partnerschaft” können homosexuelle Paare zwar schon länger eingehen, aber obwohl fast alle Parteien auch für die “Ehe” sind, sträubt sich die an der Regierung beteiligte kleine Partei der Christdemokraten. Dass deswegen kein Kompromiss der Regierung zustande kam, kann die Christdemokraten nicht freuen, denn jetzt werden wohl bald einzelne Parlamentarier das geschlechtsneutrale Ehegesetz ins Parlament einbringen wo es von einer breiten Mehrheit, inklusive Opposition, angenommen werden wird. Formell werden die Christdemokraten also von ihren Koalitionspartnern nicht übergangen, in der Praxis aber schon.
Das wäre in etwa so als wenn die Regierung Schröder den Bau von neuen Kernkraftwerken gegen den grünen Koalitionspartner mit Hilfe der Stimmen der FDP durchgebracht hätte. Dass die Koalition um Reinfeldt wohl trotzdem bestehen bleiben wird, zeugt wiederum von einem ausgeprägten Pragmatismus in der schwedischen Politik.
Wenn man die Sache wohlgesonnen auslegt, kann man sagen, dass die schwedische Politik undogmatisch agiert und bei veränderten Rahmenbedingungen ihre Meinung ändert. Ein Kritiker könnte dagegen Zynismus unterstellen.
Anders Borg, der schwedische Finanzminister, argumentiert heute morgen in einem Debattartikel, dass man die Abgaben für die verschiedenen Arbeitslosenkassen senken soll, damit wieder mehr Leute Mitglied werden. Das sei wichtig, weil man mit der schwächeren Konjunktur bald mehr Arbeitslose erwarte.
Dass die bürgerliche Regierung als eine ihrer ersten Taten vor knapp zwei Jahren die A-kassa nicht mehr steuerlich absetzbar und damit für alle viel teurer machte, wodurch die massenhaften Austritte erst verursacht wurden, erwähnt Borg natürlich nicht. In Schweden sind die Arbeitslosenkassen an die zahllosen Gewerkschaften gekoppelt und die Mitgliedschaft ist freiwillig. Es wäre nicht überraschend, wenn es in Schweden bald viele Arbeitslose ohne Schutz gibt. Und das im einst so hochgelobten Sozialstaat.