Noch einmal Bildtblog

Sein Blog füllt der schwedische Außenminister Carl Bildt auch weiterhin mehrmals täglich und bald hat der Zähler die halbe Million Besucher erreicht. Die lebhafte Diskussion (bisherige Artikel dazu) um das Ministerblog ist in Schweden inzwischen abgeebbt, dafür interessieren sich jetzt deutsche Medien und andere Blogs dafür.

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Mehl ist nicht illegal

Es war ja schon schlau ausgedacht von der schwedischen Polizei: Sie tauschte die Drogen in einem gefundenen Rucksack gegen Zucker und Mehl aus, legte ihn an den Fundort zurück und beobachtete den Platz mit einer versteckten Kamera. Als der Rucksack abgeholt wurde, wurde der Mann verhaftet.

Dumm nur, dass es nicht strafbar ist, einen Rucksack mit Mehlbeuteln darin bei sich zu haben. Das Gericht hat den Mann folgerichtig freigesprochen (S).

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Flaggentage

Schwedische
Flagge

In Schweden ist es per Verordnung geregelt, wann die Flagge auf den Fahnenmasten gehisst wird. Sogar die Stadtbusse tragen dann blau-gelbe . Unter den Anlässen für die so genannten Flaggentage findet man natürlich den Nationaltag, aber auch den 1. Mai, Mittsommer, Weihnachten und Neujahr.

Besonders schön finde ich, dass man auch am Wahltag Flagge zeigt, und die Ausübung der Demokratie feiert, anstatt sie als Pflicht anzusehen. Die Verleihung der Nobelpreise am 10. Dezember ist den Schweden ebenfalls eine Flagge wert.

Etwas seltsam finde ich jedoch, dass sowohl die Geburts- als auch Namenstage von König, Königin und Kronprinzessin zu den Flaggentagen gehören. Heute wehen zum Beispiel überall schwedische Flaggen, weil Viktoria Namenstag hat. Goldig.

(danke an Fabian für die Erinnerung und an strcmp dafür, meinen Wortschatz um Stander zu bereichern.)

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The Real Group

Kann man mit a-capella-Musik erfolgreich sein? Ja, beweisen seit über 20 Jahren die fünf Schweden von The Real Group. Sie füllen mit ihren Konzerten große Hallen und sind nicht zuletzt in Asien sehr bekannt. Es ist ziemlich unglaublich, wie sie es schaffen, nur mit ihren Stimmen Pop-Klassiker zu covern oder eigene Lieder aufzuführen, als ob Instrumente spielen würden. Das mit Worten zu beschreiben ist wohl unmöglich – man muss es gehört haben.

Auf der Homepage gibt es [Hörproben](http://www.realgroup.se/page/3/44) und die deutsche Wikipedia [weiß noch mehr](http://de.wikipedia.org/wiki/The_Real_Group). Hier der Mitschnitt eines Medleys aus fünf schwedischen “Klassikern”, den man unbedingt zu Ende anschauen sollte: ([YouTube DirektLink](http://www.youtube.com/watch?v=Bu7__HI_Vvo), [mehr Videos](http://www.youtube.com/results?search_query=the+real+group&search=Search))

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Wort der Woche: Mack

Mack oder auch bensinmack bedeutet “Tankstelle”.

Dazu gäbe es nicht viel mehr zu sagen, wenn mack nicht ein eher seltsames Wort wäre. Es passt irgendwie nicht in das Schema, wie im Schwedischen Wörter gebildet werden und man hätte stattdessen das zwar existierende, aber kaum verwendete Wort bensinstation erwartet. Woher also kommt die Bezeichnung mack?

Es ist ein alter Firmenname. MACK steht für Mathiasson, Andersson, Collin och Key, die vier Gründer der Firma, die Anfang des letzten Jahrhunderts Benzinpumpen herstellte und damit in Schweden Marktführer wurde. Dass die vier Buchstaben in die gusseisernen Abdeckungen der Pumpen eingegossen und damit sichtbar waren, trug wohl dazu bei, dass sie als Wort in die schwedische Sprache aufgenommen wurden.

Mack ist also einer jener Fälle, bei denen ein dominanter Markenname auch für ähnliche Produkte steht und derer es auch im Deutschen zahlreiche gibt (Tempo, Kaba, Fön). Das Wort hat es aber zudem geschafft, seine Bedeutung von der Benzinpumpe auf die ganze Tankstelle auszuweiten und als Markenname in Vergessenheit zu geraten.

Die Firma MACK gibt es nicht mehr und das ursprüngliche Fabrikgebäude in Stockholm beherbergte zuletzt einen Jazz-Club, bevor es 2005 unter Protesten abgerissen wurde.

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Frühling? Wo?

Sobald es ein paar Tage nacheinander über Null Grad hat, reden Schweden vom Frühling. Das ist Wunschdenken. Bis sich das erste frische Grün hier in Uppsala zeigt, vergehen noch einmal vier Wochen und bis die Bäume ausschlagen sechs. Der März ist grau, nass und trist. Alles wartet auf den Frühling, aber der lässt auf sich warten. Gäbe es ein schwedisches Satiremagazin würde es einen solchen Text nicht über den Februar, sondern den März schreiben. Der lange Winter ist nicht so schwer durchzustehen wie viele sagen. Es ist die Zeit gerade jetzt, in der er zwar schon fast aufgegeben hat, aber seinem Nachfolger noch einen schweren Start bereitet, die ich für die “schlechteste” Zeit des Jahres halte.

Zum Glück fliege ich am Mittwoch auf die Kanaren.

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The Ark haben gewonnen

  • The Ark: Gut.
  • Das Lied, mit dem The Ark gestern Abend das Finale der schwedischen Vorausscheidungen zum Eurovision Song-Contest gewonnen haben: Weniger gut.
  • Das Schlagerfestival an sich: Uninteressant.

  • Das Aufhebens, das in Schweden um dieses “Ereignis” gemacht wird: Völlig unverständlich.

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Der blaue Bus kostet nix

Ich bin gestern von der Arbeit einmal mit dem Bus ins Zentrum gefahren. Normalerweise fahre ich überallhin Fahrrad.

Man muss wissen, dass die Stadtbusse in Uppsala alle grün sind, um meine Verwunderung zu verstehen, als mit der richtigen Liniennummer ein dunkelblauer Bus auftauchte, der zudem an den vorderen oberen Ecken mit einem mir unbekannten Logo beflaggt war und mit dem Schriftzug “Willkommen an Bord der größten Limousine Uppsalas” versehen.

Skeptisch stieg ich ein und zückte meine Buskarte, nur um vom Fahrer weitergewunken zu werden. Das koste nichts.

Auf meinem Sitzplatz angekommen, erklärte sich das Ganze. Das Logo von den Flaggen war nämlich auch auf den Reklametafeln im Bus zu sehen und die verrieten, dass es um das Gränby Centrum geht, ein Einkaufszentrum am nordöstlichen Rand von Uppsala. Jenes bezahlt offensichtlich diesen einen Bus, der zusammen mit “normalen” Bussen auf der Linie verkehrt, die auch zum Gränby Centrum führt. Man muss also Glück haben, damit man kostenlos fährt.

Meine erste Reaktion war: Das ist aber mal eine nette Werbeaktion, von der man auch wirklich etwas hat. Aber dann fragte ich mich schon, wie weit man werbetreibende Firmen ins öffentliche Leben eingreifen lassen sollte. Wann kommt der Fahrradweg, der die Gemeinde nichts gekostet hat, aber dafür mit Werbung bedruckt ist?

Bild vom Bus nach dem Klick.
Blauer
Bus

Einen Bus im üblichen Grün sieht man im Hintergrund.

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