MOVITS! - Fel Del Av Gården

[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=LnaeImQ0TSg), [Band-Homepage](http://movits.se/), wieder einmal via [Swedesplease](http://www.swedesplease.net)

Jazz und HipHop zu mischen ist mutig – und gefällt! Obiges Lied mit dem wörtlich übersetzten Titel “Falscher Teil des Hofes” haben MOVITS! neulich auch im Colbert Report aufgeführt:

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Wählen gehen

Als ich eben nach Hause kam, lagen endlich meine Briefwahlunterlagen zur Bundestagswahl hinter dem Türschlitz. Ich wollte schon bei der ehemaligen Heimatgemeinde nachfragen…

Wie gesagt ist es höchste Zeit für alle Auslandsdeutschen, die das noch nicht getan haben, den Antrag zu stellen.

Was ich ankreuzen werde, weiß ich schon. Mehr dazu bald.

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Wort der Woche: Spikmatta

Spik ist schwedisch für “Nagel”; eine Matta ist ein “Teppich”. Eine Spikmatta dementsprechend ein “Nagelteppich”, auch “Fakirbett” oder “Nagelbrett” genannt.

Was daran schwedisch sein soll? Folgendes. Spikmattor waren dieses Jahr ein echter Verkaufsschlager in Schweden. Allein ein Anbieter hat 150.000 Stück abgesetzt und es gibt zahlreiche Kopien, so dass sich in etwa jedem zehnten Haushalt eine solche finden dürfte.

Es handelt sich dabei nicht um die “klassische” Variante aus Holzbrett mit Eisennägeln, sondern um ein dünnes Polster in Rückengröße, das mit spitzen Noppen aus Hartplastik bestückt ist. Google findet zahlreiche Bilder.

Bemerkenswert ist der stolze Preis von umgerechnet 50 Euro für dieses simple Produkt. In gewisser Weise löst die Spikmatta damit die Foppatofflor als überteuertes Mode-Plastikprodukt ab.

Neben dem Preis gerieten die Nagel-Matten vor allem durch irreführende Werbung in die Kritik. Da wird behauptet, dass das Liegen auf der Matte gegen alles mögliche hilft, von Schlafstörungen über Migräne bis zu Lungenkrankheiten. Gestützt wird das nur auf individuelle Aussagen und keine wissenschaftliche Untersuchung hat einen positiven Effekt gezeigt. Damit gehört die Spikmatta genauso wie Homöopathie ins Reich der Quacksalberei.

Nichtsdestotrotz scheinen viele die “Anwendung” zu genießen und der Erfolg ist nicht zuletzt durch positive Mundpropaganda zustande gekommen.

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Eine Krone mehr für Milch

Heute morgen war in der Zeitung ein interessanter Vorstoß zu lesen: Milko, eine im Vergleich zum Platzhirsch Arla zwar recht kleine, aber in ganz Mittelschweden aktive Molkereigenossenschaft, will ab kommender Woche den Liter Milch um eine Krone (etwa 10 Euro-Cent) verteuern und diese ohne Abzüge den Milchbauern zukommen lassen. Weil bisher nur etwa 1,20 kr pro Liter bei den Bauern ankommen, soll dies einen großen Unterschied machen und den im letzten Jahr gesunkenen Preisen und Marginalen entgegenwirken.

Die großen Handelsketten (ICA, Coop etc.) akzeptieren das, ohne dass die Bauern dafür erst auf die Straße gehen mussten. Laut Umfragen sind auch über 90 Prozent der schwedischen Verbraucher bereit, die eine Krone mehr auf den Tisch zu legen, wenn sie den Bauern zugute kommt.

Ich habe hier schon öfter meinen positiven Eindruck geschildert, dass es in Schweden ungewöhnlich, fast verpönt ist, beim Essenseinkauf auf jeden Cent zu achten, weil man sich der schädlichen Wirkung dieses Handelns bewusst ist. Deshalb bleibt zu hoffen, dass Milko wegen der Preiserhöhung nicht die Kunden weglaufen. Das ist zudem unwahrscheinlich, weil nur die ganz großen Lebensmittelgeschäfte Milch von mehr als einer (der lokal dominierenden) Molkerei im Angebot haben. Auch wenn ich gerne würde, kann ich deshalb die Milko-Aktion leider nicht durch meine “Verbraucher-Macht” unterstützen.

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Filmfrage

Welche schwedischen Filme von diesem Jahr habt Ihr denn so gesehen und wie fandet Ihr sie?

Mir fällt nämlich gerade selbst keiner ein, den ich empfehlen könnte, außer vielleicht die Verfilmung von Stieg Larssons Män som hatar kvinnor (wörlich: “Männer, die Frauen hassen”; deutscher Titel: “Verblendung”), die hier Anfang des Jahres wohl sehr erfolgreich war, aber die ich immer noch nicht gesehen habe.

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Rymdreglage - 8-bit trip

[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=4qsWFFuYZYI)

1500 Stunden Lego spielen und abfotografieren – zu Recht ist dieses Video von Rymdreglage, wörtlich (Welt-)Raumregelung, eines der meistgesehenen der letzten Woche. Die Webseite der schwedischen Techno-Gruppe ist im Gegensatz dazu sehr minimalistisch.

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Ulvaeus über religiöse Schulen in Schweden

Björn Ulvaeus, bekannt durch ABBA, ist auch engagierter Humanist – in der Bedeutung, dass er aktives Mitglied des für eine religionsfreiere Welt eintretenden Vereins Humanisterna ist und für dessen Zwecke gern seinen Namen, Gesicht und Geld hergibt.

In einem Artikel im englischen Guardian beschreibt Ulvaeus sehr schön die Situation mit den sogenannten “Freischulen” in Schweden und warum sie ein Problem sind, wenn sie von religiösen Gruppierungen zur Abschottung und Indoktrination verwendet werden.

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Mehr Studenten, zu wenig Wohnungen

In so gut wie allen schwedischen Universitätsstädten herrscht zum Semesterbeginn akuter Wohnungsmangel, so dass gependelt, gezeltet und in Turnhallen übernachtet werden muss. Das hat mindestens drei Gründe.

  • Zahlenmäßig stärkere Jahrgänge kommen aus dem Gymnasium.
  • Die Schwäche der Konjunktur macht Leute studienwilliger – es gibt also einen lange bekannten umgekehrten Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Studentenzahlen. Hierbei spielen wohl mehrere Gedanken eine Rolle. Weniger Schulabgänger werden gleich von gut bezahlten Jobs am Studium “gehindert”; wer keine Arbeit findet geht erst einmal studieren; in einem schwierigeren Arbeitsmarkt wollen sich mehr mit höherer Qualifikation besser Chancen verschaffen.
  • Als eine der ersten Maßnahmen nach der letzten Wahl hat die bürgerliche Regierung die Subventionen für den Bau von Studentenwohnungen gestrichen, weshalb vorrangig lukrativere Eigentumswohnungen gebaut wurden. Der Niedergang des Wohnungsmarkts hat derweil dafür gesorgt, dass kaum neue Wohnungsprojekte angegangen werden.

    Auf jeden Fall freuen sich die Unis über stark gestiegene Studentenzahlen, was in Schweden auch automatisch mehr Geld für diese bedeutet, denn es wird tatsächlich einzeln nach Kurs und Student abgerechnet. Das hat Vor- und Nachteile. Zum Beispiel bekommen die einzelnen Institute das Geld nur für Studenten, die den Kurs bestehen. Das wirkt sich langfristig ebenso schädlich auf das Niveau aus wie das offizielle Ziel, die Zahl der Abbrecher so weit wie möglich zu senken, weil sie verlorenes Geld bedeuten.
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