Sommar & vinter

Ich liege weit zurück mit meinen Podcasts und bin noch nicht einmal ganz durch die diesjährigen Sommarpratare durch, da stellt das schwedische Radio schon das winterliche Pendant vor. Im Gegensatz zu Sommar mit seiner langen Geschichte, wird Vinter i P1 heuer zum ersten Mal ausgestrahlt und zwar an acht Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. Genau wie bei Sommar werden die Folgen auch als MP3 zu bekommen sein. Auf die Sendungen mit Jonas Gardell und Lasse Åberg freue ich mich schon. (via)

Allen, die Schwedisch können und die die Sommarpratarna bisher verpasst haben, kann ich folgende besonders empfehlen (die Links führen direkt zur MP3-Datei):

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Gatan

Die
Straße

Straßenszene in Uppsala von vor zwei Wochen. Mittlerweile ist aller Schnee wieder weg.

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Wort der Woche: Rotavdrag

Da es gerade aktuell ist und weil ich das Wort bis eben nicht kannte, kommt diesmal ein vorgezogenes WdW.

Dra av bedeutet “absetzen”, gemeint ist “von der Steuer”. Avdrag ist das Substantiv dazu und wird für alle Möglichen Dinge verwendet, für die es Steuererleichterungen gibt. Rot (sprich: ruht) bedeutet “Wurzel”. Wurzelsteuererleichterung? Mitnichten.

Rot ist in diesem Fall ein Akronym und steht für reparation, ombyggnader & tillbyggnad, zu Deutsch “Reparatur, Um- & Ausbau”. Es handelt sich also um Steuererleichterungen, wenn man an seiner Wohnung oder seinem Haus Reparaturen oder Bauarbeiten durchführen lässt. Die Betonung liegt dabei auf lässt, denn es geht nur um die Lohnkosten (keine Materialkosten) von gewerbetreibenden Handwerkern, die man beauftragt. Dafür bekommt man die Hälfte (!) der Lohnkosten zurück, bis zu 50.000 Kronen pro Jahr. Das Finanzamt macht Werbung: “Hast du Reparaturen und Umbauten bisher aufgeschoben? Ruf schon heute einen Handwerker an. Am Montag kann die Arbeit beginnen und du bekommst den Nachlass im Nachhinein.

Diese Art von Steuererleichterung gab es vor ein paar Jahren schon einmal und heute hat die Regierung die Wiedereinführung verkündet, um dem Abschwung entgegenzuwirken und Arbeitsplätze zu schaffen. Etwa dreieinhalb Milliarden Kronen soll der Rotavdrag pro Jahr kosten und er ist Teil des schwedischen “Krisenpakets” in dessen Rahmen die Regierung Reinfeldt zusätzliche 23 Milliarden Kronen in den nächsten drei Jahren ausgeben will.

Um sich ein Bild von den Zahlen zu machen, braucht man als Deutscher übrigens nicht umzurechen: Der Faktor zehn von der Krone zum Euro wird durch die um fast den gleichen Faktor kleinere Bevölkerung Schwedens “ausgeglichen”. Wenn Schweden eine Milliarde Kronen ausgibt, ist das pro Kopf also grob das gleiche wie wenn Deutschland eine Milliarde Euro spendiert.

Die gleiche Art von Steuernachlass wie den Rotavdrag gibt es seit etwa einem Jahr schon für haushaltsnahe Dienste, also zum Beispiel Putzkräfte. Seitdem sind viele neue Reinigungsfirmen entstanden.

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Per Gessle - Silly Really

[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=tM63YIFYa4g)

Ja, Per Gessle, die eine Hälfte von Roxette macht weiterhin Musik. Obiges Lied ist gerade in den schwedischen “Top 10”. Mein Geschmack ist es ja eher nicht.

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"Schocksenkung"

Gestern darüber spekuliert, heute schon Wirklichkeit: Die schwedische Reichsbank senkt den Leitzins drastisch um 1,75 Prozent. Von 3,75 auf 2 Prozent.

Nachtrag: Die europäische Zentralbank tut das gleiche, auch wenn da schon bei 0,75 Prozent von “historisch” die Rede ist.

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Die schwedische Wirtschaft

Wenn sich ein Laie wie ich zu einem so komplexen Thema wie “der Wirtschaft” äußert, ist das natürlich mit Vorsicht zu genießen. Nichtsdestotrotz bekommt man aus Medien und Wirklichkeit allerlei mit und versucht, sich ein eigenes konsistentes Bild zu machen.

Dass neben der Autosparte von Volvo, die bisher zu Ford gehört, jetzt auch Saab (General Motors) zum Verkauf steht, macht gerade in Schweden Schlagzeilen. Die Entlassungen in dieser Branche habe ich ja schon erwähnt. Von einer Verstaatlichung will das schwedische Wirtschaftsministerium jedoch nichts wissen (heute verspätet auch bei SpOn zu lesen) – das wäre ja auch eine völlige Kehrtwende zur Privatisierungspolitik der bürgerlichen Regierung.

Entlassen wird gerade viel in Schweden und dass die Politik seit der letzten Wahl dazu geführt hat, dass mehr Schweden als zuvor ohne soziale Sicherung dastehen, ist aufmerksamen Lesern dieses Blogs auch nicht neu.

Die internationale Wirtschaftskrise hat Fondssparer und zukünftige Rentner um 30-50% ihres Geldes gebracht; in Schweden basiert nämlich ein großer Anteil des Rentensystems auf Fonds und nicht auf Beiträgen die direkt von der gerade arbeitenden Generation an die älteren gezahlt werden. Zusätzlich hat die schwedische Krone in den letzten drei Monaten 12% ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren. Man muss heute über 10,50 Kronen für einen Euro auf den Tisch legen.

Ist die schwedische Wirtschaft deshalb im “freien Fall”, wie zum Beispiel Rainer schreibt? Ich glaube nicht. Es gibt nämlich auch positive Seiten.

Zu Saab und Volvo ist zuallererst zu sagen, dass die beiden im Vergleich zu ihren Mutterkonzernen eher gut dastehen und nicht der Grund für deren Misere sind. Zum anderen ist es gerade der schwache Kurs der Krone, der positiv auf die schwedischen Exporte wirken dürfte, auch auf den Tourismus, wenn der Kurs dauerhaft niedrig bleibt. Die sinkenden Rohstoffpreise zum Beispiel bei Holz werden durch den Verfall der Krone zumindest teilweise kompensiert. Roh- und halbveredelte Materialien (z.B. Papier und Stahl) machen etwa ein Drittel der schwedischen Exporte aus.

Dass die Banken gerade etwas vorsichtiger sind, wem sie Geld leihen, ist nur vernünftig, weil die Überschuldung privater Haushalte ein Problem ist. Bis vor kurzem bekam fast jeder ohne Schwierigkeiten große Summen geliehen. Dass jetzt mit weniger Krediten auch die Nachfrage nach Wohnungen sinkt, ist verständlich; man kann die rückläufige Preisentwicklung bei Wohnrechten und Häusern aber auch als Gesundschrumpfen sehen. Die Zinsen sind derweil auf dem Weg nach unten, was sowohl die Nachfrage als auch den Geldbeutel von Wohneigentümern wieder wachsen lassen wird.

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Runsten

Detail eines
Runensteins
Größerer Bildausschnitt hier.
Runensteine findet man hier in Uppland zuhauf.

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Brennt er heuer?

Der Julbock i Gävle hat dieses Jahr keine brandfeste Imprägnierung, sondern wird stattdessen bewacht. Mal schauen wie lange er steht.

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Wort der Woche: Julkalendern

Eine der wichtigsten schwedischen Weihnachtstraditionen – nicht nur für Kinder – ist Julkalendern i Sveriges Television, also der Weihnachtskalender des schwedischen Fernsehens. Seit 1960 gibt es diesen und einige der Serien sind zu echten Klassikern geworden, die man auf DVD bekommt und die in einigen Jahren anstatt eines neuen Kalenders gesendet werden – Sunes Jul und Ture Sventon oder die Teskedsgumman sind Beispiele dafür und lassen schwedische Augen funkeln, wenn man sie erwähnt.

Eine Liste mit allen alten Kalendern hat die Wikipedia. Der diesjährige heißt Med skägget i brevlådan (“Mit dem Bart im Briefkasten”) und ist von und mit Anders & Måns. Die beiden sind seit langem für ihre Radio- und Fernsehprogramme mit absurdem Humor bekannt und einfach großartig. Der erste Abschnitt des Julkalendern von gestern Abend war dementsprechend gut und ich werde wohl weitergucken. Auf der Webseite kann man auch übers Netz sehen (Links in der rechten Spalte klicken).

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Katt: Nej! Fisk: Ja!

Esst schwedischen Fisch, keine Katzen! [Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=DoQE4Q9U_pE), via [DonDahlmann@Twitter](http://twitter.com/DonDahlmann/status/1032527177)

Der englische Schluss lässt vermuten, dass mit dem Spot im Ausland für schwedischen Fisch geworben wird. Das ist konsistent damit, dass schwedischer Fisch vor allem exportiert wird, weil er hierzulande gemieden wird.

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