So unterschiedlich die Einzelheiten sein mögen, das schwedische Militär
hat in den letzten zehn Jahren den gleichen Wandel im Aufgabengebiet
mitgemacht wie die Bundeswehr. Ging es bis in die Neunziger primär
darum, eine sowjetische Invasion zurückzuschlagen, gibt es heute starken
politischen Willen, die Streitkräfte aktiv an internationalen Einsätzen
teilnehmen zu lassen.
Deutschland hat etwa 10.000 Soldaten im
Ausland,
vor allem auf dem Balkan und in Afghanistan. Schweden zeigt mit rund
1.000 Soldaten ein, auf die Bevölkerung gerechnet, ähnlich starkes
Engagement und stellt zusätzlich mit 2.300 Soldaten den Großteil der
Nordic Battlegroup,
der noch bis Mitte des Jahres “diensthabenden” EU-Kampftruppe für
schnelle Einsätze.
Einen kleinen, aber wichtigen Teil der im
Ausland stationierten
schwedischen Militärs machen Beobachter aus, die sich in jeweils kleiner
Anzahl auf ein Dutzend Länder verteilen. Mit je 350 Soldaten sind
dagegen die schwedischen Truppen im Kosovo und in Afghanistan
zahlenmäßig am stärksten. Seit kurzem sind auch 200 Schweden im
Tschad, wo sie im Rahmen der
EUFOR für die Sicherheit
der Flüchtlinge aus Darfur sorgen und als erste vor Ort die Ankunft der
weiteren, vor allem französischen, Truppen vorbereiten soll.
Die Länge dieses Einsatzes war ursprünglich bis Ende Juni begrenzt, was
in den letzten Wochen für einige Diskussionen und Kritik sowohl
innerhalb der Regierung als auch von der Opposition sorgte. Letztere
sprach sich stark für eine Verlängerung des Einsatzes aus, während die
Regierung Kostengründe dagegen hielt. Da aber mittlerweile der Sudan die
geplante schwedische Beteiligung an UN-Truppen im Land abgelehnt hat,
stehen jetzt genug
Ressourcen
für die Verlängerung zur Verfügung. Die 200 Schweden bleiben also bis
(mindestens) Ende August im Tschad.