Blauerer Himmel

Ab und zu hört man den Satz: “In Schweden ist der Himmel einfach blauer.”

Man ist irgendwie geneigt, dem zuzustimmen, auch wenn man weiß, dass der subjektive Eindruck oft weit neben der Wahrheit liegt. Mir fallen zwei mögliche Erklärungen ein:

  • Im Mai, wenn in Deutschland das Thermometer an einem sonnigen Tag das erste Mal die 20 Grad überschreitet, ist der Himmel auch viel blauer als im Hochsommer. Höhere Temperaturen bringen Schwüle und Diesigkeit mit sich, weil mehr Wasser verdunstet. In Schweden wird es nur selten so heiß und drückend, so dass hier auch im Sommer trotz starkem Sonnenschein die Luft recht kühl und damit der Himmel blauer ist.

  • Dass die Tage im schwedischen Sommer viel länger sind, ändert nichts daran, dass die Sonne tiefer am Himmel steht (siehe auch hier). Wenn man sich jetzt noch in Erinnerung ruft, warum der Himmel überhaupt blau ist – blaues Licht wird in stärkerem Winkel von der Atmosphäre gestreut als rotes – dann merkt man, dass ein größerer Teil des Himmels, vor allem beim Blick senkrecht nach oben, einfach “weiter weg” von der Sonne ist und damit eben blauer.

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Busfahren mit SMS

Ab heute kann man seine Fahrkarte für die Stadtbusse in Uppsala per SMS kaufen. Weil man Bargeld beim Fahrer vermeiden will, kostet es dort anderthalbmal so viel wie per SMS (30 bzw. 20 Kronen). Mit 15 Kronen pro Fahrt ist jedoch die anonyme und an vielen Kiosks wiederaufladbare Wertkarte, von der an einem kleinen Automat am Eingang des Busses der Betrag abgebucht wird, immer noch am billigsten. Praktischer finde ich sie als Handymuffel sowieso.

Vielleicht werde ich trotzdem einmal das mobilen anwerfen und meine erste SMS seit Jahren schreiben – alleine um zu sehen, wie man denn dem Fahrer klar macht, dass man bezahlt hat.

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I'm From Barcelona - We're From Barcelona

("YouTube DirektBarcelona":http://youtube.com/watch?v=OwwbXHNGsjU, "Wikipedia":http://en.wikipedia.org/wiki/I'm\_from\_Barcelona)

Im småländischen Jönköping eine Pop-Gruppe mit 29 Mitgliedern aufzumachen, diese "_I'm From Barcelona_" zu nennen und dann ein Lied mit dem Titel "We're From Barcelona" aufzunehmen -- wie könnte man sie nicht mögen?

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Schweiz, Schweden, Swasiland

Von außen betrachtet ist es vielleicht gar nicht so verwunderlich, dass die Schweiz und Schweden verwechselt werden. Beide sind kleine Länder in Europa mit jeweils etwas mehr als einem Promille der Weltbevölkerung. Beide haben eine lange Tradition der Bündnisfreiheit und politischen Neutralität. Beide fangen im Englischen mit der Silbe “swi” an.

Das “Problem” scheint in beiden Ländern zu existieren; dass aber auch Swasiland zu dieser kurzen Liste gehört, ist mir neu.

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Sommar

Es wird Zeit, zu erwähnen, dass die Zeit der hellen Nächte in Schweden angebrochen ist. Wenn man nicht gerade in Schonen lebt, ist der Unterschied merklich. Die Sonne geht hier auf dem 60. Breitengrad zwar noch ein paar Stunden unter, aber dunkel wird es nicht mehr. Wenn dann noch – wie jetzt – nach einer Woche mit kaltem und regnerischem Wetter die Sonne vom wolkenfreien Himmel scheint und sommerliche 22 Grad bringt, dann weiß man, worauf man die letzten acht Monate gewartet hat.

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Forsmark, wieder einmal

Die staatliche schwedische Kernkraftkontrollbehörde SKI richtet wieder einmal harte Kritik an den Pannenmeiler Forsmark und dessen Betreiber. Diesmal betrifft es Umbauten an der Stromversorgung und Veränderungen im Kontrollraum. Es gäbe dort nicht einmal die Kompetenz, einzusehen, dass man nicht ausreichend kompetent ist.

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Topfpflanzen

Toll, dass sich Leute mit “Topfpflanzen als soziales Phänomen” beschäftigen:

“Die Menschen bilden ihr Leben in ihren Topfpflanzen ab und das Leben spiegelt sich in den Topfpflanzen wider.”

Mehr dazu (auf deutsch) bei Radio Schweden. Und während ihr das lest, geh’ ich mal unsere hundert Pflanzen wässern.

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Wort der Woche: Kalabalik

Kalabalik hat nichts mit Leichen (schw. lik) zu tun, sondern ist ein Lehnwort aus dem Türkischen und bedeutet Unordnung, Chaos, Verwirrung. Einzug ins Schwedische hat das Wort durch Kalabaliken i Bender gehalten.

Was war in Bender, dem heutigen Tighina in Moldavien, passiert? Wie letzte Woche erwähnt, wurde der schwedische König Karl XII. bei seinem Versuch, Russland zu erobern, 1709 in Poltava vernichtend geschlagen. Mit seinen knapp 2000 Mann floh er nach Bender, das zu der Zeit zum Osmanischen Reich gehörte, und er wurde gebührend empfangen.

Sein Ziel war es, dort einen Krieg gegen Russland anzuzetteln, was ihm auch kurzzeitig gelang. Karl XII. und seine Gefolgschaft lebten fürstlich in Bender für mehrere Jahre und er hatte einigen Einfluss im Reich. 1713 wurde er den Türken teuer und lästig und nach beiderseitigen Intrigen wurde er in der Kalabaliken i Bender angegriffen und gefangen genommen. Es sollte bis zum Herbst des folgenden Jahres dauern, bis Karl XII. in einem Gewaltritt durch Europa, verkleidet und mit wenigen Vertrauen, ins damals noch schwedische Stralsund floh.

Die langen Jahre der Abwesenheit wurden von den Nachbarn – darunter Sachsen, Preußen und natürlich Russland, das jetzt auch Finland eroberte – gut genutzt, um weitere Gebiete vom Großreich Schweden abzuzweigen. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis Schweden auf das Kernland reduziert und die Großmachtstellung endgültig vorbei war.

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