Wort der Woche: Knytkalas

Wenn man gehässig wäre, könnte man es den Schweden als Geiz auslegen. Feste, bei denen der Gastgeber vollständig für Essen und Getränke sorgt sind relativ selten. Zu privaten Feiern bringt man üblicherweise seine eigenen alkoholischen Getränke mit und zu größeren Festen, bei denen alles vorbereitet ist und ein mehrgängiges Essen aufgetischt wird, bezahlt man trotz seiner “Einladung” meist 200 bis 400 Kronen als Unkostenbeitrag.

Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, schließlich wird es so einfacher für den Gastgeber und es werden mehr Feste ausgerichtet. Sehr beliebt, was das Essen bei privaten oder Vereinsfeiern angeht, ist die so genannte Knytkalas. Kalas bedeutet nichts anderes als “Fest” und kann alleine auch als Ausruf der Freude und Zustimmung verwendet werden.

Das Verb knyta ist das deutsche “knüpfen” und bedeutet auch binden, anbinden und verknüpfen. Was ist also ein “Fest zum Verbinden”? Es ist eine Mitbringparty, bei der jeder etwas zum Essen beisteuert, meist mit Hilfe einer gewissen Organisation des Gastgebers. Beliebt sind dabei Aufläufe verschiedenster Art, die kleinen schwedischen Hackfleischbällchen, Kartoffeln, Salate und Ähnliches. Natürlich gibt es so etwas auch in Deutschland, aber ich glaube behaupten zu können, dass diese Art Fest in Schweden öfter vorkommt.

Verbindend ist eine Knytkalas auf jeden Fall, denn sie bringt Gesprächsthemen mit sich. Man kann fragen, wer was gemacht hat und sich gegenseitig loben, wie gut es doch schmeckt. Das kann gerade in Gruppen, die sich nicht sehr gut kennen, ein wichtiger Eisbrecher sein.

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Religiöse Feiertage "abschaffen"

Das finde ich einen tollen Vorschlag (E): religiöse Feiertage in bewegliche umwandeln, die sich jeder an die Tage legen kann, die seinem Glauben wichtig sind. Das zeugt von mehr Toleranz gegenüber Andersgläubigen und für die vielen Atheisten würden die 10 schwedischen Feiertage mit christlichem Ursprung einfach zu Urlaubstagen werden.

Wo kann ich unterschreiben?

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Kurz notiert

Meldungen und interessante Links zu Schweden, die zwar erwähnenswert sind, aber über die ich mich nicht groß auslassen will, werden ab sofort nicht mehr in der breiten Spalte der Startseite landen, sondern in der Rubrik “Kurz notiert” in der Seitenleiste ganz oben. Im RSS-Feed und im Archiv tauchen sie natürlich trotzdem auf und verschlagwortet werden sie genauso wie längere Beiträge. Die Raute jeweils am Ende einer solchen Notiz führt zu deren eigener Seite mit Kommentarmöglichkeit.

Nachtrag: -Leider hat das Plugin, das das Ganze realisiert hat, einige Dummheiten angestellt, so dass ich es vorerst wieder deaktivieren muss.- Geht doch.

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Forsmark wieder abgeschaltet

Das schwedische Kernkraftwerk Forsmark ist schon wieder wegen Sicherheitsmängeln abgeschaltet. Nachtrag: TAZ-Artikel dazu.

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Elf Schwäne und eine Rosa Wolke

Nur so als Tipp: Wenn man es schafft, mitten in Stockholm elf Schwäne einzusammeln und sie bei sich zu Hause zu halten, dann soll man sie nicht waschen, weil sie das Fett in den Federn brauchen. Außerdem kann es passieren (S), dass wegen des Gestanks jemand die Polizei ruft und man wegen Tierquälerei angeklagt wird.

Und wer gestern in Linköping war und sich über die rosafarbene Wolke gewundert hat, die die Stadt einhüllte – das waren nur die Narkotika aus der Forensik, die da vernichtet wurden (E).

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Ericsson...

... geht es gut.

Nachtrag: Gleiches gilt für den schwedischen Tourismus. Eine Wachstumsrate von 9% bei den Übernachtungen 2006 im Vergleich zum Vorjahr kann sich sehen lassen (E).

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Die Tsunami-Affäre

Vor über zwei Jahren ereignete sich der verheerende Tsunami im indischen Ozean. Weil Thailand bei Schweden ein beliebtes Reiseland ist, kamen über 500 Schweden um, in absoluten Zahlen etwa so viele wie Deutsche, im Anteil an der Bevölkerung jedoch neun Mal so viele. Während die deutsche Regierung mit ihrem Krisenmanagement an Popularität gewann, verschlief die damalige schwedische den Anfang und musste viel Kritik dafür einstecken. Die Diskussionen und Medienberichte darüber halten bis heute an.

Wovon die “Tsunami-Affäre” jetzt noch handelt, sind weniger die Sachfragen, denn diese wurden in einer Untersuchung geklärt, die bestätigte, dass nicht alles glatt lief auf schwedischer Seite und zum Beispiel Leute länger auf ihre Evakuierung warten mussten als nötig gewesen wäre. Es geht vielmehr nur noch um die Frage, ob von der alten Regierung gelogen wurde und ob man versucht hat, die eigene Missorganisation im Nachhinein zu vertuschen. Weil die Nachfolgeregierung inzwischen mehr Information freigegeben hat, nimmt der Untersuchungsausschuss jetzt seine Arbeit noch einmal auf.

So richtig nachvollziehen kann ich das Aufhebens um diese “Affäre” nicht. Dass viele Schweden bei dem Unglück umkamen, ist tragisch, aber nicht die Schuld von Politikern. Darüber hinaus ist es zwar nett, wenn ein Land seinen Bürgern hilft, wenn sie im Ausland in Not kommen, aber es würde mir nicht einfallen, auf ein solches Anrecht zu bestehen und schon gar nicht, mich dafür zu interessieren, wann der Staatssekretär an seinem Arbeitsplatz war und wen er zu welcher Zeit kontaktierte.

Leben ist gefährlich. Unglücke passieren.

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The Final Countdown

Ich gebe zu, ich wusste bis vor zwei Minuten nicht, dass Europe aus Schweden kamen. Ich war ja auch erst acht Jahre alt, als The Final Countdown aktuell war.

-Ich muss das jetzt sofort als MP3 irgendwo auftreiben.- Wozu gibt es Youtube: ([Direktcountdown](http://youtube.com/watch?v=P9uAacgLBHw))

Nachtrag: Am Samstag spielen Europe in München.

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