Die schlussgültige Auszählung der Parlamentswahl vom letzten Sonntag ist
zu Ende und das
Ergebnis
bringt nichts neues, was die sieben Parteien im Parlament betrifft. Was
jedoch am Wahlabend völlig unklar war, waren die Stimmen für die kleinen
Parteien, die nur unter “übrige” aufgeführt waren.
Der Gesamtanteil dieser
Parteien, die
wegen der 4%-Sperre nicht in den Riksdag einziehen, liegt mit 5.7% so
hoch wie nie zuvor. Leider ist die Partei, die am meisten für diesen
Zuwachs steht, diejenige der rechtsextremen
Schwedendemokraten,
die auf fast 3% der Stimmen kommen und im Süden (Schonen, Blekinge) ihre
Hochburgen haben. Darunter, mit knapp 0.7% der Stimmen, liegt die
Feministische Initiative, eine letztes Jahr neu gegründete Partei
unter der prominenten Feministin und vormaligen Parteichefin der
Linkspartei Gudrun
Schyman.
Dann kommt die Piratenpartei, die 35000
Stimmen (0.63%) gewinnen konnte. Ich habe die Piraten hier ja schon
öfter erwähnt und sie seit der Parteigründung Anfang des Jahres etwas
verfolgt, deswegen ein kleiner Kommentar: Das Wahlergebnis ist
sicherlich nicht so hoch wie erhofft, aber auch keine Katastrophe,
sondern für eine so junge Partei, die nicht aus einer medienwirksamen
Abspaltung einer etablierten hervorging und sich explizit nicht zu den
Themen der anderen äußert, ein Achtungserfolg.
Leider konnten sie meiner Meinung nach nicht genug vermitteln, dass sie
nicht nur eine Gruppe trotziger Jungendlicher sind, die kostenlos Musik
aus dem Internet herunterladen wollen, sondern dass sie, auch zu meiner
persönlichen Überraschung, seriöse und durchgearbeitete Positionen
vertreten, die neben der Reform (wohlgemerkt nicht Abschaffung) des
Urheber- und Patentrechts auch den Schutz der Privatsphäre gegen immer
neue Arten der Datensammlerei beinhalten. Obwohl Piraten gerade in
sind, ist der Name Piratenpartei dabei wohl eher hinderlich.