Es gibt das schwedische Verb braska, das bedeutet “sehr kalt sein” und
hat rein gar nichts mit dem brasklapp zu tun. Dass der lapp auf
Deutsch der “Zettel” ist, wurde ja schon letzte
Woche erwähnt
und der “Braskzettel” ist also nicht kalt, sondern verdankt seinen Namen
Hans Brask.
Dieser war Bischof im 16. Jahrhundert und zu dieser Zeit war der Einfluß
der Dänen groß in Schweden. Bei einem Reichstreffen 1517 beschlossen die
Schweden, die Festung Stäket von Gustav Trolle zu schleifen, den man
als Verräter an die Dänen sah. Das führte unter anderem drei Jahre
später zum Stockholmer
Blutbad, bei dem
Kristian II. auf seiner Krönungsfeier viele Schweden, die ihm gefährlich
werden konnten, töten ließ und auch Gustav Trolle seine Rache bekam.
Dies wiederum war der Anlass für den folgenden, von Gustav Vasa
geführten, Aufstand der Schweden, den man als Gründung des schwedischen
Staates ansieht und noch heute
feiert.
Doch zurück zum Blutbad. Einer entkam der Todesstrafe zu diesem
Zeitpunkt: Hans Brask. Er hatte nämlich in seinem Siegel zum Beschluß
1517 einen Zettel untergebracht, auf dem stand: Härtill är jag nödd och
tvungen, zu Deutsch: “Ich wurde hierzu gezwungen”. Diesen Zettel konnte
er – so sagt man – während der Verhandlung aus dem belastenden
Beweisstück hervorholen und kam deshalb ungeschoren davon.
Auch wenn diese Geschichte nicht verbürgt ist, so hat der brasklapp
doch seine sprichwörtliche Bedeutung in den allgemeinen Sprachgebrauch
gebracht. Der Begriff wird heute nicht nur für heimliche Vorbehalte
verwendet, sondern auch, wenn man sich offen mit einer Bedingung gegen
eventuelle negativen Auswirkungen absichern will.