Mag sein, dass das nur für Kletternerds interessant ist, auf jeden Fall gab es vor kurzem ein Boulder-Treffen in Västervik, zu dem ein paar internationale Kletter-Größen kamen und den Stein in der Gegend über den grünen Klee lobten:
Mag sein, dass das nur für Kletternerds interessant ist, auf jeden Fall gab es vor kurzem ein Boulder-Treffen in Västervik, zu dem ein paar internationale Kletter-Größen kamen und den Stein in der Gegend über den grünen Klee lobten:
Anna Ternheim hat ein neues Album, The Night Visitor, das heute veröffentlicht und gleich gelobt wird. Auf Spotify kann man es schon hören; diesen Musikdienst gibt es meines Wissens aber immer noch nicht in Deutschland.
Außerdem gibt sie im Februar sieben Konzerte in Deutschland.
Gerade läuft in Uppsala das jährliche Kurzfilmfestival und ich komme diesmal leider nicht dazu, mir wenigstens eine Session anzusehen. Wie ich der heutigen Zeitung entnehme, gibt es jedoch eine Zusammenarbeit mit Sweden.se, so dass man sich eine Auswahl von Kurzfilmen dort ansehen kann, die letztes Jahr in Uppsala gezeigt wurden.
Die TAZ schrieb neulich über den x-ten Fall von Mängeln in den schwedischen Kernkraftwerken. Den hiesigen Medien war das nur eine kurze Agenturmeldung wert, obwohl die Aufregung um Fukushima gar nicht lange her ist.
Generell ist bemerkenswert, wie wenig Eindruck die Katastrophe in Japan auf die hiesige Politik gemacht hat – ganz im Gegensatz zur deutschen. Der Beschluss zum “Ausstieg aus dem Atomausstieg” steht fest. Erst dieser Tage hat die mitregierende Folkpartiet auf ihrem Kongress neu bestätigt, dass man neue Reaktoren will, um die auslaufenden zu ersetzen.
Statt die ständigen Mängel als inhärente Unsicherheit zu sehen, sorgt sich lieber darum, dass der Strompreis diesen Winter auf neue Höhen klettern könnte, weil die Hälfte der Reaktoren still steht.
Wer schon immer wissen wollte, dass mönsterbakplan auf Englisch “multilayer wiring unit”, auf Französisch “fond de panier multicouche”, auf Spanisch “unidad de cableado multicapa” und auf Deutsch “Mehrlagenverdrahtungseinheit” heisst, der wird in Ericssons Wortliste der Telekommunikation von 1992 fündig, die das Projekt Runeberg jetzt eingescannt hat.
Abgesehen vom ersten Nachtfrost gestern morgen und den offensichtlichen Gelb-, Braun- und Rottönen überall sieht man noch ein unverkennbares Anzeichen, dass der erste Schnee vielleicht nur noch Tage weg ist: die Rollskifahrer auf den Radwegen, die ihre Armmuskeln auf die Langlaufsaison vorbereiten. Das Stichwort ist stakträning, wozu mir gerade keine gute Übersetzung einfällt.
Als die schwedischen Sozialdemokraten im April ihre an der letzten Wahl gescheiterte Parteichefin gegen den bis dato wenig bekannten Håkan Juholt austauschten, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Und sie wuchs auch nicht sonderlich mit der Zeit, denn Juholt machte sich einen Namen besonders dadurch, Unüberlegtes – vom Afghanistaneinsatz bis zum Schattenbudget – von sich zu geben, das er dann auf Druck aus der Partei hin wieder zurücknehmen musste.
Dazu kommt jetzt eine Affäre, die ihn stürzen könnte. Juholt hat nämlich über lange Zeit mehr Zuschuss zu seiner Zweitwohnung in Stockholm einkassiert, als ihm als Parlamentariker zugestanden hätte, weil er diese Wohnung mit seiner Lebensgefährtin teilt. Auf dem entsprechenden Formular gibt es wohl ein deutliches Kreuzchen für genau diese Unterscheidung, doch Juholt beteuert, die Regeln schlicht nicht gut genug gekannt zu haben, und hat sich deutlich für diesen Fehler entschuldigt und Geld zurückgezahlt. Dass die Sache damit nicht erledigt war, liegt daran, dass ernste Zweifel daran aufkamen, ob er wirklich nicht bewusst täuschte. Denn es gibt mehrere Hinweise, dass ihm dieses Thema angetragen wurde, sowohl von der parteiinternen Revision als auch von Assistenten.
Es wurde eine Voruntersuchung wegen Betrugs eingeleitet; das Erschleichen staatlicher Hilfen kann mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Sollte die Voruntersuchung tatsächlich zu einer Anklage führen, war es das für Håkan Juholt als Parteichef, sind sich Beobachter einig.
Doch ungeachtet des formellen Ausgangs ist der Vertrauensverlust in Partei und bei den Wählern schon da. Es wird Juholt in Zukunft sehr schwer fallen, glaubwürdig gegen Egoismus zu schimpfen und für die Verantwortung des einzelnen zu plädieren, das kollektive nicht auszunutzen. Die bürgerliche Minderheitsregierung muss sich bis auf absehbare Zeit nicht mit einem starken Oppositionsführer herumschlagen.