Schwedisches Berlin-Quiz

Berlin ist als Reiseziel sehr beliebt bei Schweden. Die schwedische Zeitung SvD hat ein kleines Quiz (zehn Fragen) über die Stadt auf seiner Webseite, das ich natürlich gleich beantwortet habe. Neun von zehn richtig finde ich in Ordnung, vor allem weil ich gar nicht wissen will, woher der Trainer irgendeines Fußballvereins kommt.

Hier gehts zum Quiz.

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iPhone im Norden und im Baltikum

Ich besitze selbst kein Produkt der Firma Apple. Bei Computern benutze ich ausschließlich Linux und mein MP3-Player muss das Ogg/Vorbis-Format können. Nichtsdestotrotz gebe ich zu, dass die Apple-Sachen schick aussehen und für viele Leute gut funktioneren. Viele Astronomen sind in den letzten zwei Jahren auf Apple-Computer gewechselt, weil auf dem darunterliegenden Unix auch alle Programme laufen, die man schon hat. Windows war in unserem Umfeld (zum Glück) schon immer ein Nischenprodukt.

Vielleicht ist sogar der Hype um das iPhone gerechtfertigt, wenn all das stimmt was man so liest. Auf jeden Fall gab es das iPhone bisher weder in Schweden noch in den Nachbarländern zu kaufen. Heute kam jedoch die Meldung, dass sich TeliaSonera mit Apple geeinigt hat und ab Herbst das iPhone in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Litauen, Lettland und Estland vertreiben wird.

TeliaSonera ist übrigens der Zusammenschluss der schwedischen Telia und der finnischen Sonera, die beide vormals die staatlichen Telekom-Unternehmen der jeweiligen Länder waren.

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Wort der Woche: Pärm

Ein offener
Ordner

In Schweden hat man ein eigenes Ordnersystem, das sich nicht nur in der Anzahl und im Abstand der Löcher vom deutschen unterscheidet. Als Einwanderer halte ich das für ein permanentes Ärgerniss – von Anfang an und auf lange Zeit. Den als wohlsortierter Mensch hat man natürlich ein paar Ordner mit seinem Papierkram und einen Locher aus der alten Heimat dabei. Und dann ist man versucht, die sich ansammelnden neuen Papiere in eben diese einzuheften, also neu zu lochen.

Irgendwann kann man es aber nicht mehr vermeiden, auch schwedische Ordner anzuschaffen und das gleiche Spiel wiederholt sich in die andere Richtung. Ich habe noch heute nach sechs Jahren in Schweden beide Typen von Ordnern und jeweils zwei Locher zu Hause und im Büro. Falls dies zufällig jemand liest, der am Anfang seiner Zeit in Schweden ist, kann ich nur raten, gleich von Beginn an schwedische Ordner für schwedischen Papierkram zu verwenden.

Was ist nun der Unterschied der beiden Ordnersysteme? Es folgt eine kleine Beschreibung; die Nummern in Klammern beziehen sich auf das Bild nebenan.

  • In Schweden hat man vier Löcher. Der Abstände der beiden inneren ist nicht der gleiche wie der der üblichen zwei Löcher in Deutschland. Man muss also neu lochen.
  • Der schwedische Ordner ist weniger eine starke Papphülle, in die eine Metallhalterung montiert ist und die ihre “Scharniere” an den Ecken den Ordners hat. Stattdessen hat man hier ein recht massives Rückenteil, an dem die Deckel sehr beweglich befestigt sind, also ein paar Zentimeter weiter innen.
  • Das stabile Rückenteil sorgt dafür, dass Ordner sehr robust sind und dass sie sich immer gut greifen lassen, egal wie voll sie sind.
  • Man öffnet den Ordner, indem man eine Lasche (1) am Unteren Ende des Rückens herunterdrückt und so den Nippel (2) aus der Halterung (3) löst. Dann klappt der Rücken an seinem Scharnier in der Mitte (4) auseinander und jeweils zwei der vier Papierhalterungen öffnen sich auf jede Seite. Das bedeutet, dass bei jedem Schließen diese angespitzten Teile wieder durch die Löcher der jeweils anderen Seite greifen müssen; das funktioniert aber erstaunlich gut.
  • Man kann neue Sachen links und rechts einlegen und muss dabei nur zwei der vier Löcher einfädeln.
  • Das Gegenstück der Verriegelung (3) hat auch eine Zwischenstellung, also halb offen. Dann sind die Blatthalterungen noch so weit geschlossen, dass man nichts herausnehmen kann, aber es lässt sich leichter blättern, wenn der Ordner gut gefüllt ist.

Welches System ist besser? Ich finde das schwedische. Zum einen weil es mit vier Löchern länger dauert bis Blätter ausreißen, zum anderen weil sich im (halb) geschlossenen Ordner viel einfacher blättern lässt. Bis man ihn aufmacht, verhält sich der Ordner mehr wie ein Buch. Der Mechanismus ist simpler als in Deutschland wo Teile recht genau aufeinander passen müssen und ein kleines Röllchen etwas herunterdrückt und wo man sogar noch eine Arretierung braucht, damit die Blätter auf der einen Seite bleiben. Einfach, schnell und robust sind gute Eigenschaften eines Ordners, finde ich.

Ach ja: en pärm, pl. pärmar ist das schwedische Wort für “Ordner”. Im auf Computer übertragenen Sinn hat sich allerdings die “Mappe”, schw. mapp, durchgesetzt, aber das nur als Nachtrag hierzu.

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Zwiespältig

Die schwedischen Grünen halten gerade ihren Parteikongress und natürlich berichten die Zeitungen darüber. Es wird nämlich schon jetzt über eine rot-grüne Koalition nach der nächsten Wahl spekuliert. Zur Erinnerung: Vor der jetzigen Regierung haben die Sozialdemokraten alleine regiert, allerdings mit einer parlamentarischen Minderheit, die von den Grünen und der Linkspartei gestützt wurde.

Lustig fand ich allerdings, wie heute morgen die beiden großen Tageszeitungen Dagens Nyheter und Svenska Dagbladet darüber berichteten, dass die Grünen ihre Forderung nach einem “Bürgerlohn” abgeschwächt haben und für ein anderes Modell zur sozialen Sicherung gestimmt haben, das unter anderem Kranken- und Arbeitslosengeld zusammenlegen soll. Beide Zeitungen verwenden das selbe Foto, aber DN überschreibt seinen Bericht mit Grüne behalten Vision des Bürgerlohns während Svenskan mit Rückzug beim Bürgerlohn entgegengesetzt titelt. Alles Ansichtssache.

Beweisfoto

Zeitungsausriss

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360 grader skog

360 Grad
Wald

Typischer Wald in weiten Teilen Schwedens: rundgeschliffener Granit mit Findlingen, darauf Moos, Flechten und Preiselbeeren. Darüber Kiefern, Tannen und Birken. Oben wird nur ein kleiner Teil des Bildes gezeigt – wenn man darauf klickt, bekommt man die ganze Rundumsicht.

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Kulturflatrate oder nicht?

Über die Idee einer Kulturflatrate habe ich vor bald zwei Jahren schon einmal geschrieben. Es geht darum, gegen eine pauschale Gebühr frei und legal Musik und Filme aus dem Netz herunterladen zu können.

Ein neuer Vorschlag des schwedischen Phonoverbandes STIM, der im Herbst getestet werden soll, wurde gestern auch in Deutschland eifrig

diskutiert. Auf den ersten Blick finde ich dieses Vorhaben nicht sonderlich weltbewegend, aber weil ich gerade nicht dazu komme, mich mit dem Thema weiter zu beschäftigen, mögen Interessierte einfach die verlinkten Artikel lesen.

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Unwichtige Titel

Es gibt zwischen Ländern offenbar riesige Unterschiede darin, welche Rolle Titel und Berufsbezeichnungen im Umgang der Menschen untereinander spielen.

Während ich in Deutschland meine Physikprofs mit “Herr” und dem Nachnamen anredete, ist in anderen Fächern das “Herr Professor” wohl noch üblicher. Das Buchungsformular von bahn.de hat zusätzlich zur Anrede noch ein eigenes Feld wo man “Dr.”, “Prof.” oder “Prof. Dr.” auswählen kann. Gleichzeitig werden Leute aber auch (wie ich finde zu Recht) schief angesehen, wenn sie bei jeder Gelegenheit mit ihrem “Dr.” unterschreiben. Ich habe nie gehört, dass sich jemand in einem Gespräch mit “Doktor Sowieso” vorgestellt hat.

Hier in Schweden findet man das Pochen auf Titel entweder peinlich, putzig oder einfach nur befremdlich und es kommt so gut wie nie vor. Die normale Umgangsform, dass man sich duzt und mit dem Vornamen anredet, wird konsequent durchgezogen – einzige Ausnahme ist wohl der König. Das bedeutet natürlich nicht, dass es in Schweden keine Leute gibt, die sich insgeheim für etwas besseres halten, aber man legt Wert darauf, das im täglich Umgang nicht zu zeigen. Das hat auch mit dem Jantelagen zu tun und persönlich finde ich, dass dieses Ignorieren von Titeln für ein angenehmeres Miteinander sorgt. Warum jemand, der auf einem speziellen Gebiet etwas geleistet hat, in jeglichem Zusammenhang als etwas Besseres dargestellt werden sollte, verstehen Schweden nicht.

Das genaue Gegenteil scheint Österreich zu sein. Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ein Gast aus Wien, der gerade bei uns übernachtet (warum?), meinte es sei völlig üblich, Leute mit “Herr Magister”, “Herr Diplomingenieur” oder den fein abgestuften Beamtentiteln anzureden. Doktoren und Professoren natürlich sowieso. Ich scheine lange genug in Schweden gelebt zu haben, dass ich das sehr seltsam finde.

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Sprengstoff in der Tasche...

... hatte ein Mann, der heute Morgen ins Atomkraftwerk Oskarshamn spazieren wollte. Angeblich nur in kleiner Menge und nicht in der Absicht, einen Anschlag zu verüben. Näheres wird wohl bald zu hören sein.

Mehr dazu bei tagesschau.de, Radio Schweden und Dagens Nyheter.

Nachtrag 080523: Jetzt weiß man etwas mehr.

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Wort der Woche: Kladdkaka

Ich finde schwedische Kuchen und Gebäck im allgemeinen süßer als in Deutschland. Ein leckeres und einfaches Beispiel ist der Kladdkaka (wörtlich “klebriger Kuchen”), für den man doppelt so viel Zucker wie Mehl benutzt und der meines Wissens landesweit sehr beliebt ist.

Die Zutaten sind im einzelnen:

  • 100g geschmolzene Butter
  • 3 dl Zucker
  • 1 1/2 dl Mehl
  • 2 Eier
  • 5 Esslöffel Kakao
  • 2 Teelöffel Vanillezucker
  • eine Prise Salz

    Wenn man keinen [Måttsats](http://www.fiket.de/2007/12/02/wort-der-woche-mattsats/) hat, muss man eventuell umrechnen. Man beachte auch, dass Ess- und Teelöffel wohldefinierte Maßeinheiten sind; mehr dazu auch im eben verlinkten Artikel. Obige Mengen füllen eine kleinere Auflaufform und das reicht für eine [*Fika*](http://www.fiket.de/2006/03/21/fika/) mit 5-8 Leuten. Weil der Kuchen sehr kompakt und süß ist, isst nämlich jeder nur ein relativ kleines Stück. Mit der zweieinhalb- bis dreifachen Menge füllt man ein Ofenblech, das dafür einen etwas höheren Rand haben sollte. Damit nichts festbackt benutzt man entweder Backpapier oder man streicht die Form mit etwas mehr flüssiger Butter ein und streut sie mit zum Beispiel Kokosflocken aus. Zum Zubereiten füllt man zuerst alles trockene in eine Schüssel und mischt bis es wie Kaba-Pulver aussieht – dann die Eier und die geschmolzene Butter dazu. Der Teig ist klebrig-zähfließend und, nachdem man ihn in die Form gegossen hat, sollte er diese gut zwei Zentimeter dick ausfüllen. Dann rund eine halbe Stunde bei 160 Grad backen. Die Zeitangabe ist sehr ungefähr, denn es kommt darauf an, wie hoch der Teig in der jeweiligen Form ist. Man testet auf zwei Arten, ob der *kladdkaka* fertig ist: Zuerst rüttelt man an der Form bzw. am Blech. Bewegt sich der Teig noch, braucht er noch mehr Zeit im Ofen. Sticht man mit einer Gabel in den fertigen Kuchen, sollte man nur die dünne Kruste spüren. Der Rest ist durchgängig weich, aber es sollte nichts mehr an der Gabel kleben bleiben beim Herausziehen. Nach dem Abkühlen sollte der *kladdkaka* dann eine kremig-feuchte Konsistenz im fast schwarzen Inneren haben – *kladdig* eben. Gegessen wird er mit Sahne oder Vanilleeis.
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Hägg

Faulbaum

Faulbäume sind die mit den Larven.

Nachtrag 090516: Die heißen gar nicht Faulbäume, sondern Traubenkirschen. Keine Ahnung, wie ich damals zu Faulbaum kam.

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