Ist es paranoid, dass ich gleich neuen Überwachungsunsinn vermute, wenn
ich von einer Datenbank mit Schuhabdrücken lese, die das Staatliche
Kriminaltechnische Institut (SKL) Schwedens anlegen will?
In diesem
Fall geht es
jedoch nicht darum, ein weiteres Merkmal der Bevölkerung zu erfassen und
zu speichern, sondern darum, eine Referenzdatenbank aufzubauen. Diese
erlaubt es dann, einen konkreten, mit einem Verbrechen verknüpften
Schuhabdruck besser zu analysieren, indem man ihn mit der Datenbank
vergleicht. Die Abdrücke verraten viel über eine Person. Neben Gewicht
und Größe können auch Körperhaltung und Dinge wie Lahmheit festgestellt
werden.
Zum Erstellen der Datenbank wird man in Linköping Männern Schuhabdrücke
abnehmen, ihre Sohlen fotografieren und sie nach Alter, Schuhgröße und
-marke fragen und wie lange sie die Schuhe schon tragen. Dass nur Männer
erfasst werden, hat zwei Gründe: Sie begehen mehr Verbrechen und
wechseln seltener die Schuhe als Frauen.
Das Ganze ist anonym und selbstverständlich freiwillig. Ich halte es
deshalb für ein gutes Beispiel, Fortschritte in der Verfolgung von
Straftätern zu machen, ohne personenbezogene Daten zu erheben, wie es
beispielsweise mit einer Gendatenbank in Großbritannien getan wird.