Citymaut wieder eingeführt

Ab heute gilt sie wieder, die Maut für die Innenstadt von Stockholm. Je nach Tageszeit kostet eine Ein- oder Ausfahrt aus der Stadt zwischen zehn und zwanzig Kronen (gut ein bis zwei Euro), jedoch zusammen nicht mehr als sechzig Kronen pro Tag. Der Juli, Feiertage und der Tag davor sind ausgenommen, also auch Samstage und die Tage, an denen schon der afton (Vorabend) eines Feiertag wichtig ist, zum Beispiel Weihnachten und Mittsommer. Umweltautos sind bis Ende des Jahres befreit und ausländische Autos brauchen auch nicht zu zahlen.

Die Maut ist eine Steuer und funktioniert, indem Nummernschilder an den Einfahrtstraßen registriert werden. Man muss selbst aktiv werden, um sicherzustellen, dass man innerhalb von 14 Tagen bezahlt. Dazu kann man den zu zahlenden Betrag im Internet nachschauen und dort auch bezahlen. Bankeinzug und die Bezahlung an Kiosks (Pressbyrån und 7-Eleven) sind auch möglich.

Gleichzeitig mit der Einführung der Maut wird Kritik an der geplanten Umgehung von Stockholm laut. Das Straßenbauamt berücksichtige nicht die zu erwartende Verkehrsverminderung durch die Maut und das Ganze sei eine Verschwendung von 25 Milliarden Kronen Steuergeldern.

Frühere Artikel zum Thema.

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Der Oberpirat spricht...

[![Video thumbnail. Click to play](http://blip.tv/file/get/OSCON-OSCON2007RickFalkvinge272.flv.jpg "Click to play")](http://blip.tv/file/get/OSCON-OSCON2007RickFalkvinge272.flv)

... und ich finde, er hat recht. Rick Falkvinge (Blog) ist Gründer und Chef der schwedischen Piratenpartei.

(Videolink,via)

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Absolution?

Natürlich ist es traurig, aber ebenso ein klein wenig erleichternd, dass nicht nur ich, sondern auch die Schweden größtenteils ignorant sind, wenn es um Ingmar Bergman geht. Die gestrigen Sondersendungen und Filme zum Tod des Regisseurs erreichten jedenfalls nicht einmal 4% der Bevölkerung. Zum Vergleich: Allsång på Skansen schalten auch dieses Jahr jede Woche zwei der neun Millionen Schweden ein.

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Mexikaner högst uppe

Mexikaner ganz
oben

Matrosen auf dem Mast der mexikanischen Cuauhtémoc, gestern kurz vor dem Auslaufen aus Stockholm.

Es gab eine Zeremonie und laute Musik an Bord; die Besatzung kletterte auf die Rahen (Bild unten). Die fröhliche Stimmung und der damit einhergehende Kontrast zur russischen Sedov war uns schon in Mariehamn aufgefallen und entsprach genau dem, was man sich klischeehaft von Lateinamerika und Russland erwartet hätte.

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Ein Bild mit dem ganzen Schiff gab es schon vorgestern.

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Ingmar Bergman gestorben

Der wohl bekannteste Filmregisseur Schwedens, Ingmar Bergman, ist tot. Ich habe mich leider nie eingehender mit ihm und seinen Filmen beschäftigt und überlasse deswegen die vielen Worte anderen.

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Hohe Schiffe

Wer gerade in Stockholm ist, kann sie kaum übersehen, die Boote der diesjährigen Tall Ships’ Races. Die großen und kleineren Segelboote mit meist jugendlicher Besatzung füllen seit Freitag die Anlegestellen der Innenstadt und es gab dieses Wochenende ein Rahmenprogramm dazu, das wohl gerade jetzt mit einem Feuerwerk endet.

Zufälligerweise haben wir am Dienstag in Mariehamn auf Åland schon einige der Großselger sehen können, darunter die norwegische Christian Radich, die russische Sedov, die deutsche Alexander von Humboldt und die mexikanische Cuauhtémoc. Die stattliche Pommern liegt da auch, allerdings permanent als Museum.

Wenn das Wetter morgen gut ist, werde ich aber vielleicht noch einmal nach Stockholm kommen, um Fotos zu machen, wenn die Schiffe aus der Stadt segeln, um dann das Rennen fortzusetzen.

Cuauhtémoc

Mehr Bilder, wenn ich mit der Nachbearbeitung fertig bin…

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Öl bei Gotland

Hoffentlich finden sie kein Öl hier, dann hätten wir wirkliche Probleme.

So spricht ein alter Mann, dessen Dorf gerade von Kindersoldaten verwüstet wurde, im sehr sehenswerten Film Blood Diamond über Bürgerkrieg und Diamantenhandel in Sierra Leone.

In der Tat scheint Rohstoffreichtum oft eher Fluch als Segen zu sein und mir fiel unweigerlich dieses Zitat ein, als ich las, dass Schweden in der Ostsee bei Gotland Öl fördern will. Nächstes Jahr sollen Probebohrungen stattfinden und man erhofft sich, in absehbarer Zeit zwanzig Prozent des Eigenbedarfs für ebenso viele Jahre decken zu können.

Mit Blick auf den Nachbar Norwegen kann man aber wohl auch für Schweden hoffen, dass es diesen Schicksalsschlag aushält.

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Wort der Woche: Åland

Åland (sprich: Ohland), das ist die Inselgruppe zwischen Schweden und Finnland, die den bottnischen Meerbusen vom Rest der Ostsee abgrenzt. Åland gehört zu Finnland, aber man spricht Schwedisch. Als nämlich nach dem ersten Weltkrieg die Frage aufkam, was mit Åland passieren solle, wurde es gegen den Willen der Einwohner Finnland zugesprochen, allerdings mit weitreichenden Privilegien zur Teilselbständigkeit. Wer mehr wissen möchte, sei auf den als “exzellent” ausgezeichneten Wikipedia-Artikel über Åland verwiesen.

Dass Åland gerade heute Wort der Woche ist (und noch dazu ein sehr kurzes), liegt daran, dass wir da nachher hinfahren und noch packen müssen. Dreieinhalb Stunden dauert es mit der Fähre von Kappelskär an der Küste von Uppland nach Mariehamn auf Åland. Dort werden wir zwei Tage bleiben und dann weiter nach Turku (schw: Åbo) und zuletzt nach Helsinki weiterziehen. Das bedeutet, dass Fiket wieder einmal eine Woche lang auf Eis liegt und dass es länger dauern kann, bis eventuelle Kommentare freigeschaltet werden.

Karte mit den Stationen der Reise (klicken zum Vergrößern):
Reiseroute (Bild: Google
Maps)
(Bild: Google Maps)

Nachtrag, 070728: Ich bin wieder da und die Kommentare sollten alle freigegeben sein.

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Was Schuhabdrücke verraten

Ist es paranoid, dass ich gleich neuen Überwachungsunsinn vermute, wenn ich von einer Datenbank mit Schuhabdrücken lese, die das Staatliche Kriminaltechnische Institut (SKL) Schwedens anlegen will?

In diesem Fall geht es jedoch nicht darum, ein weiteres Merkmal der Bevölkerung zu erfassen und zu speichern, sondern darum, eine Referenzdatenbank aufzubauen. Diese erlaubt es dann, einen konkreten, mit einem Verbrechen verknüpften Schuhabdruck besser zu analysieren, indem man ihn mit der Datenbank vergleicht. Die Abdrücke verraten viel über eine Person. Neben Gewicht und Größe können auch Körperhaltung und Dinge wie Lahmheit festgestellt werden.

Zum Erstellen der Datenbank wird man in Linköping Männern Schuhabdrücke abnehmen, ihre Sohlen fotografieren und sie nach Alter, Schuhgröße und -marke fragen und wie lange sie die Schuhe schon tragen. Dass nur Männer erfasst werden, hat zwei Gründe: Sie begehen mehr Verbrechen und wechseln seltener die Schuhe als Frauen.

Das Ganze ist anonym und selbstverständlich freiwillig. Ich halte es deshalb für ein gutes Beispiel, Fortschritte in der Verfolgung von Straftätern zu machen, ohne personenbezogene Daten zu erheben, wie es beispielsweise mit einer Gendatenbank in Großbritannien getan wird.

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Leserpost

Ich habe gerade meine erste Postkarte von Lesern dieser Seite bekommen. Sie machen gerade eine Radtour durch Schonen. Danke! Habe mich riesig gefreut. :)

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