Grelle Plastikschuhe

Wie ich diesem Artikel entnehme sind Crocs in Deutschland erst diesen Sommer richtig populär geworden.

In Schweden sieht man diese Dinger schon seit ein paar Jahren viel häufiger als einem lieb ist. Ich glaube aber, dass der Trend dabei ist, abzuflauen. Hierzulande sagt man nicht Crocs sondern Foppatofflor. Dieser Name kommt vom Eishockeyspieler Peter Forsberg mit Spitznamen Foppa. Es war Forsberg, der diese Pantoffeln (schw. tofflor) während einer Verletzung trug und dessen Firma sie nach Schweden importiert hat.

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Kräftskiva 2008

In zwei Stunden kommen die Gäste zu unserer alljährlichen und beliebten Kräftskiva. Die Krebse sind aufgetaut, die Wohnung ummöbliert, damit 13 Leute an einen langen Tisch Platz finden. Brot ist gebacken, Snaps im Eisfach, die Platzverteilung ausgeklügelt und in Rätselform verfasst, damit die Gäste während des Willkommenstrunks etwas zu tun haben. Natürlich wird auch gesungen werden (PDF mit Liedtexten), allerdings diesmal ohne mein deutsches Helan går.

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Bröderna Herreys - Diggi-loo diggi-ley

[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=o58_lu_K74o), [mehr über die Brüder Herreys](http://de.wikipedia.org/wiki/Herreys)

Das Schlagerfestival wird erst nach 20 Jahren lustig. Das Video zeigt den schwedischen Beitrag von 1984, der nicht nur gewann, sondern auch heute noch bekannt ist.

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Merkel in Stockholm

Angela Merkel kommt morgen zu Beratungen nach Stockholm, lese ich gerade im Blog des schwedischen Außenministers Carl Bildt. Ich nehme an, dass es um Georgien geht, in das er stark engagiert ist.

Nachtrag 080826: Dieses Bild muss noch erwähnt werden. Sehr idyllisch. Der Platz heißt Harpsund und ist ein Anwesen auf dem Land nicht sehr weit von Stockholm (Karte), das dem schwedischen Staat 1953 gespendet wurde und seitdem als Erholungsort für den Regierungschef genutzt wird. Angela Merkel war gestern Fredrik Reinfeldts erster Gast im Ruderboot, in dem unter anderem schon Chruschtschow saß.

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Wort der Woche: Spettekaka

Spettekaka, spettkaka, spiddekaga und spiddekage sind alles Schreibweisen einer Nachtisch-Spezialität aus Skåne (Schonen), von der ich zwar schon gehört hatte, die ich aber gestern auf einer Hochzeitsfeier bei Helsingborg zum ersten Mal zu Gesicht und Zunge bekam. Ich war nicht alleine damit; einige Schweden hatten auch noch nie spettekaka probiert.

Wikipedia weiß:

Hergestellt wird Spettekaka aus Eiern, Kartoffelstärke und Zucker. Den flüssigen Teig lässt man – ähnlich wie bei der Herstellung von Baumkuchen – ringförmig auf einen rotierenden Holzspieß vor einem offenen Feuer laufen. Der Kuchen ist sehr trocken und muss bis kurz vor Verzehr in seiner durchsichtigen, luftdichten Tüte aufbewahrt werden.

... weil er sehr schnell Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt, will ich ergänzen. Weniger groß und aufgetürmt, jedoch geschmacklich ähnlich sind Baiser, die in Schweden maräng heißen und damit ein sehr schönes Beispiel für eingeschwedischte Schreibweisen sind.

Ich fand spettekaka lecker. Viel kann man davon aber nicht essen.

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Im Zug

Der Wecker klingelt, es ist fünf Uhr. Wo bin ich? Ach ja, im Bettsofa eines Freundes in Stockholm. Seltsam, dass man es auf solche Weise lösen muss, wenn man den Sechs-Uhr-Zug Richtung Malmö nehmen will und in Uppsala wohnt. Wir fahren zum Bahnhof mit dem letzten Nachtbus, ergreifen eine kostenlose Ausgabe des Svenskan, kaufen Kaffee und Frühstück und steigen in den Zug. Die Hoffnung, dass mich das gebuchte ruhige Abteil von Kindergeschrei verschont, bestätigt sich. Schlafende Leute in den Sitzen der näheren Umgebung. Frühstücken und Zeitung lesen. Einzig interessant ist die Geschichte aus den Dreißigern, als der schwedische König von seinem angeblichen Liebhaber erpresst wurde und der Hof sich dessen mit Hilfe der Gestapo entledigen wollte. Ich packe den Rechner aus und schaue eine Folge Star Trek Voyager. Nur noch anderthalb Staffeln, dann bin ich mit der einzigen mir bislang unbekannten Serie des Star-Trek-Universums durch. Ich lade meine Internet-Karte auf und lese Emails und Neuigkeiten. Elvis Costello und Beck kommen aus den Kopfhörern. Mehr Kaffee aus dem Bordrestaurant. Ich lasse die Woche Revue passieren. Ist etwas Bloggenswertes passiert? Dass ein schwedischer Olympiakommentator meinte, man könne ja kein Mitleid mit deutschen Sportlern haben, weil man nur Hitler denken würde, hat ein paar Wellen geschlagen. Aber ich versuche ja, Sport auf Fiket zu vermeiden. Biologen meinten, dass Schweden genetisch mit den Norddeutschen am meisten gemein haben, viel mehr als mit den Finnen. Die Firma, die die Kästen zum Drücken an Fußgängerampeln in vielen schwedischen Städten herstellt und diese auch exportiert, wird sehr christlich geführt. Gemeinsames Beten am Arbeitsplatz und solche Dinge. Nach eigener Aussage haben sie ein christliches Symbol auf ihr Produkt gedruckt: Die nach oben zeigende Hand meint nicht den Knopf über ihr, sondern Gott. Das vergaßen sie natürlich, beim Verkauf zu erwähnen. Bizarr und beleidigend, finde ich. Natürlich auch amüsant. Neben Tipps und Theorie habe ich im pädagogischen Kurs während der ersten Woche auch ein paar Hintergründe über das schwedische Universitätssystem erfahren. Zum Beispiel dass es recht ambitionierte und konkrete Pläne gibt, Ungerechtigkeiten und Diskriminierung aufgrund Geschlecht, sozialer oder geographischer Herkunft und anderer Faktoren entgegenzuwirken. Ich frage mich, ob meine Alma Mater in Heidelberg Vergleichbares hat und befürchte, dass nicht. In Kürze kommen steigen wir um. Zeit den Knopf zu drücken, auf dem “Publish” steht.

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Keine Zwerge, Katzen!

Radio Schweden schreibt:

Ein Gartenzwerg ist ein deutlicher Hinweis auf schlechten Geschmack. Dieser Meinung ist die überwiegende Mehrheit der Schweden.

Gut so. Nichtsdestotrotz sieht man in letzter Zeit immer häufiger etwas Ähnliches an schwedischen Einfahrten, nah am Straßengraben: eine schwarz angemalte Katzensilhouette aus Sperrholz, teilweise sogar mit Reflexaugen. Ich nehme an, dass damit Autofahrer erschreckt und zum langsam Fahren ermahnt werden sollen.

Allerdings sind die Aufsteller dieser Dinger entweder kurzsichtig oder in Wahrheit Katzenhasser. Denn nach mehrmaligem falschen Alarm dürften sich Autofahrer an den Anblick gewöhnen. Und dann auch nicht mehr für echte Katzen bremsen.

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Herbststimmung

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es übertrieben finde, oder ob ich zustimme. Sobald es, wie jetzt gerade, im August ein paar Tage lang kühl und regnerisch ist, hört man von allen Seiten leicht melancholische Äußerungen über das Ende des Sommers.

Ganz falsch ist es nicht, der Herbst liegt in der Luft, es riecht danach. Sandalenwetter ist nicht mehr, auch wenn die Sonne scheint. Kräftskivor, die Gruppen mit neuen (Austausch-)Studenten in der Stadt, der wieder erstarkte Flogsta-Schrei, der halb ausverkaufte Supermarkt (die meisten Schweden sind gerade aus dem Urlaub zurück), die Dohlen über der Stadt: alles hösttecken – Boten des Herbstes.

Ich hatte auf jeden Fall einen guten Sommer und hoffe ihr auch.

Für mich hat heute die Uni wieder angefangen. Ich besuche den Intensivkurs Pedagogik för universitetslärare, auf dass ich meine Studenten in Zukunft besser -quäle- unterrichte. Bei der Vorstellungsrunde wurde wieder einmal sehr deutlich, wie viele junge Akademiker in Schweden Kinder haben: geschätzte 70% der teilnehmenden Doktoranden beiderlei Geschlechts. Wenn jemand Zahlen aus Deutschland kennt, bitte melden, aber ich würde den Anteil auf unter 20% schätzen.

Wie oft ich wegen des Kurses bis Anfang September dazu komme, hier zu schreiben, wird sich zeigen…

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Ost oder West?

Om mor rodde åt väst och far åt ost, åt vilket håll gick båten?

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