Europa will das Scheidungsrecht vereinheitlichen. Oder besser gesagt
gerade nicht. Die vorgeschlagene Regelung sagt, dass das Recht eines
anderen Landes gelten kann, wenn eine Scheidung zum Beispiel in Schweden
angestrebt wird. Die Mehrheit der europäischen Länder, allen voran die
Deutschen mit der Ratspräsidentschaft, sind für die Regelung.
Nur Finnland und Malta stimmen mit Schweden darüber überein, dass die
eigenen Gerichte nicht nach ausländischem Recht urteilen können. Das
Justizministerium legt den Vorschlag so aus, dass sich beispielsweise
eine schwedische Frau, die in den Iran gezogen und einen Iraner
geheiratet hat, sich nach der Heimkehr nach Schweden nicht scheiden
lassen könnte.
Schweden lehnt sich also kategorisch gegen die
Neuregelung (S) auf,
auch wenn damit einiger Gegenwind der anderen EU-Mitglieder verbunden
ist.