Schweden und die NATO

Schweden wird von Nicht-Europäern recht häufig mit der Schweiz verwechselt. Abgesehen davon, dass die Landesnamen gleich anfangen (auch im Englischen) und dass beide eher kleine Länder sind, was die Bevölkerung angeht, gibt es eine weitere Gemeinsamkeit: die lange Tradition, politisch neutral zu sein.

Das gilt nicht nur für Kriege, sondern auch Bündnisse: Schweden ist nicht in der NATO. Allerdings arbeitet man seit 1994 im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden mit der NATO zusammen und unterstützt auch aktiv die NATO-Einsätze im Kosovo und in Afghanistan.

Das Verhältnis von Schweden zur NATO führt immer wieder zu Diskussionen, schließlich hat Schweden das Dilemma, dass man Truppen unter NATO-Kommando hat und dieses Engagement auch positiv sieht, als Nicht-Mitglied jedoch bei Entscheidungen außen vor ist. Ein Beitritt wird jedoch zur Zeit von keiner starken politischen Kraft angestrebt.

Eine neue Meldung (S), dass die Allianz plant, Schweden zur Teilnahme an der internationalen Eingreiftruppe einzuladen, sorgt gerade für Gesprächsstoff. Die Regierung will den Vorschlag “in positivem Licht prüfen” und auch die oppositionellen Sozialdemokraten signalisieren keine prinzipielle Ablehnung.

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Wort der Woche: Julbock

Bild: Christian Gidlöf, Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Gavle_christmas_billy_goat.jpg

Der Julbock ist ein in Schweden übliches Symbol für Weihnachten in Form eines Ziegenbocks. Er wird meist aus Stroh gemacht und zum Beispiel als Weihnachtsbaumschmuck verwendet. Das Symbol hat seinen Ursprung in der nordischen Mythologie. Dort wird der Wagen des Donnergottes Tor von zwei Ziegenböcken gezogen.

Noch im vorletzten Jahrhundert brachte wohl der Julbock die Geschenke an Weihnachten – heute hat diese Funktion jedoch der Weihnachtsmann inne.

Etwas nördlich von hier, in Gävle, errichtet man seit 40 Jahren einen großen Julbock auf dem Marktplatz. Da dieser ebenfalls aus Stroh ist, ist es fast schon zur Tradition geworden, dass der Julbock in Gävle Jahr für Jahr Vandalismusopfer wird, sprich: jemand zündet ihn an.

Allerlei Versuche, das zu verhindern, schlugen fehl. Dieses Jahr, zum Jubiläum, verwendet man jedoch eine neuartige Imprägnierung, so dass sich Offizielle zu Aussagen wie “Es ist heuer unmöglich, die Ziege abzufackeln” hinreißen lassen (E). Wenn das mal nicht als Herausforderung aufgefasst wird…

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Nicht sehr schlau...

... ist es, kurz nachdem man wegen Sachbeschädigung von der Polizei aufgegriffen und wieder freigelassen wurde, zum Polizeigebäude zurückzukehren, dort ein paar Scheiben einzuwerfen, dann mit dem Auto zu fliehen, über eine rote Ampel zu fahren und einen Unfall zu bauen.

Leider sagte das niemand dem 18-jährigen der heute in Uppsala genau dies tat (E).

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Klimaerwärmung?

Anfang Dezember ohne Mütze, Schal, Handschuhe und mit offener Jacke in Uppsala Fahrrad fahren zu können, ist ungewöhnlich.

Trotzdem darf man einzelne Ereignisse wie heiße Sommer oder einen milder Winter nicht gleich als “Beweis” für die Klimaveränderung anführen. Die natürlichen Schwankungen waren schon immer groß und erst aus langfristigen Trends kann man zuverlässige Schlüsse ziehen.

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Vattenfall, Kohle, Kanzlerin

Der SR schreibt, dass der Chef des schwedischen Energieriesen Vattenfall Berater von Angela Merkel wird. Angesichts Vattenfalls Aktivitäten in Deutschland (Braunkohle), die auch in dem Artikel beleuchtet werden, entsteht bei mir ein leichtes “Bock zum Gärtner”-Gefühl.

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IKEA zu unchristlich?

Leider teilt nicht jeder die Ansicht, dass die Frage in der Überschrift eine rhetorische ist, die schon aus Prinzip nicht mit Ja beantwortet werden kann. Die WELT schreibt:

Weil Ikea keine Weihnachtskrippen im Sortiment führt haben Abgeordnete des Mitte-Rechts-Bündnisses in Italien zu einem Boykott des Möbelhauses aufgerufen. Das Fehlen der volkstümlichen Darstellungen der Geburt Jesu sei Folge einer „schändlichen Kolonisation” die darauf ziele, die christliche Identität auszumerzen, sagte der Konservative Luca Volonte nach einem Bericht der Zeitung „La Repubblica".

Alberneres habe ich lange nicht gehört. Ganz abgesehen davon hat neulich jemand die Bilder im IKEA-Katalog analysiert und festgestellt, dass darin Frauen überwiegend im Zusammenhang mit Küchen gezeigt werden, während Männer auf Bürostühlen sitzen oder eine Zusammenbauanleitung illustrieren. So etwas löst bei den im Allgemeinen sehr auf Gleichberechtigung bedachten und den alten Rollenverteilungen gegenüber kritischen Schweden Unbehagen aus.

(via)

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Så Jävla Metal

Im Frühjahr 2007 soll ein Film über die Geschichte des Hard Rocks in Schweden erscheinen. Der Titel ist Så Jävla Metal, was man mit “So verdammt Metal” unzureichend übersetzen könnte (mehr über schwedische Flüche).

Es sollen sowohl die wichtigsten schwedischen Bands des Genres beleuchtet werden, inklusive neuer Interviews, als auch nichtschwedische Stimmen zum weitreichenderen Einfluss der Schweden zu Wort kommen. Man darf gespannt sein.

(via, via)

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Safran

Safran ist eine wichtige Zutat für die zur Jahreszeit gehörenden Lussekatter. Wegen des hohen Preises für eine kleine Menge (Diebstahlgefahr) wird es in schwedischen Supermärkten an der Kasse aufbewahrt und auf Anfrage ausgehändigt.

Unser lokaler ICA hat gerade ein Sonderangebot für Safran, jedoch nur gegen Vorlage des Coupons aus dem Prospekt. Dieses liegt allerdings am Eingang aus und so riet vorhin die Kassiererin den Kunden vor mir, doch schnell die 10 Meter zu laufen, um es zu holen. Sie riet dies jedem einzeln. Mehreren nacheinander. Ich konnte mir das Lachen angesichts dieser Sinnlosigkeit kaum verkneifen – es ist aber natürlich nicht die Schuld der Kassiererin, sondern desjenigen, der ihr die prima Anweisung gab, nur gegen Coupon billig zu verkaufen.

Was Lussekatter sind, schreibe ich ein andermal.

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Kungsholmen

Kungsholmen,
Stockholm

Kungsholmen, Stockholm

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