Der dritte (tredje kurator, 3Q) koordiniert die verschieden
täglichen und Festaktivitäten.
Die Kuratoren und zahlreichen anderen Posten werden von den
Mitgliedern (landsmän) auf Versammlungen (landskap) gewählt, die
mehrmals jährlich stattfinden. Nicht wenige schwedische Prominente
waren Kurator während ihrer Studentenzeit, zum Beispiel war Dag
Hammarskjöld 1Q
von Uplands Nation. Jede Nation hat außerdem eine kleine Anzahl
Inspektoren, oft Professoren und langjährige Mitglieder, die den
Studenten mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Die Nationen sind nach den klassischen schwedischen Regionen
(landskap) benannt und geordnet, wobei es im Laufe der Zeit
allerlei Zusammenschlüsse und Neugruppierungen gab. Die
Mitgliederzahl und damit auch die Vielfalt der Aktivitäten variiert
von Nation zu Nation. Norrlands Nation ist die größte und
Gotlands die kleinste. Jede Nation besitzt ein Haus im Stadtkern
von Uppsala, in dem alle Aktivitäten stattfinden und in dem auch das
Herz jeder Nation liegt: der Pub.
Die Pubs sind mehr als nur Kneipe, denn es wird auch Essen serviert
und sie dienen als sozialer Sammelpunkt. Wegen des eher symbolischen
Lohns der freiwillig arbeitenden Studenten und dank einiger
Steuerprivilegien sind alkoholische Getränke unschlagbar billig –
2-3 Euro für ein Bier anstatt der 5-6 Euro außerhalb der Nationen.
Das ist der offensichtliche Grund, warum Studenten kaum abseits der
Nationen ausgehen, und führt wiederum dazu, dass die Nationen bei
Restaurant- und Barbetreibern recht unbeliebt sind und dass das
Nachtleben in Uppsala außerhalb der Nationen einiges zu wünschen
übrig lässt.
Wegen der Abgeschlossenheit der Nationen kann man fast von einer
Zweiklassengesellschaft sprechen, Studenten und Nichtstudenten,
denen der Zugang zu den Nationen verwehrt ist. Als Student spielt es
jedoch keine große Rolle, in welcher Nation man Mitglied ist, denn
alle haben Zutritt zu allen anderen Nationshäusern. Es ist jedoch
nicht unüblich, dass man bei der eigenen Nation kein Eintrittsgeld
für gewisse Dinge bezahlt.
Schweden wählen oft die Nation der Region, aus der sie ursprünglich
kommen, aber nur wenige Nationen verlangen, dass man eine Verbindung
zum entsprechenden Landesteil vorweisen kann, um Mitglied zu werden.
Austauschstudenten habe freie Wahl und nutzen die angebotenen
Möglichkeiten gern, auch um mit Schweden in Kontakt zu kommen
anstatt nur mit anderen Austauschstudenten.
Der soziale Aspekt ist ohne Zweifel der Hauptanziehungspunkt der
Nationen. Es sind Plätze, an denen man sich trifft und gemeinsam
etwas auf die Beine stellt. Durch das breite Angebot gibt es für die
meisten eine passende Möglichkeit, sich zu engagieren – sei es bei
einem Fest, kulturell oder beim kostenloses Weihnachtsessen für die
Armen und Einsamen der Stadt.
Eine Liste der Nationen in Uppsala: