Fiket und seine Leser

Fabian R. hat soeben den 2000. Kommentar auf Fiket.de abgegeben. Seit März 2006 gibt es dieses Blog und ich habe bisher 1264 Beiträge veröffentlicht, davon 96 Mal das “”Wort der Woche”. 111 Artikel warten darauf, dass ich sie zu Ende schreibe.

Wieviele Leser Fiket hat, kann ich nicht genau sagen, weil ich die IP-Adressen der Besucher nicht speichere (warum?). Es sind aber etwa 90 Leute, die den RSS-Feed über internetbasierte Dienste wie den Google-Reader oder Bloglines abonniert haben. Dazu kommen die RSS-Leser mit lokalen Leseprogrammen und konservativ geschätzte 200 “echte” Besucher pro Tag.

Die Kommentare der werten Leser tragen nicht unerheblich dazu bei, dass es weiterhin viel Spass macht, dieses Blog zu schreiben. Außer den “üblichen Verdächtigen” unter den Kommentatoren zu danken, möchte ich hiermit auch einmal die stillen Leser auffordern, sich zu melden. Wie lange lest ihr schon mit? Wie seid ihr auf mein Blog gestoßen? Was findet ihr gut an Fiket? Was nicht? Liest irgendjemand die älteren Artikel im Archiv, nachdem man hierher gefunden hat?

Zum kommentieren hier entlang. Ich bin gespannt…

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Weniger Deutsche in Småland

Es ist auch unter Schweden Binsenweisheit und Klischee, dass sich unten in Småland die Deutschen in ihren rot-weißen Holzhäusern tummeln. Anscheinend stimmt das aber nicht mehr:

"Das Ganze begann einst mit den Menschen, die wir die ’grünen Deutschen’ nannten. Sie wollten tief im Wald in nahezu verfallenen Häusern wohnen. Heute kommen ihre Kinder hierher, aber keinesfalls in solchen Scharen, wie dies früher der Fall war".

Als Urlaubsziel ist Schweden aber immer noch sehr beliebt. Der Tourismus wächst jedes Jahr und Deutsche haben ihren nicht geringen Anteil daran. Vielleicht zieht es junge Menschen heutzutage eher in die Städte als aufs Land. Hier und in Stockholm hört man zumindest alle Nase lang deutsche Satzfetzen, wenn man mit offenen Ohren durch die Innenstädte geht.

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Tornseglare

Mauersegler

Mauersegler sind coole Tiere. Wer wissen will warum, lese den verlinkten Wikipedia-Artikel. Wegen ihrer Geschwindigkeit und Flugakrobatik habe ich dutzende Anläufe gebraucht, ein halbwegs brauchbares Foto zu bekommen.

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Klage beim Europäischen Gerichtshof

Jetzt ist sie da, die Klage gegen das FRA-Gesetz beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Kläger ist die Ideenschmiede Centrum för Rättvisa (rättvisa=Gerechtigkeit). In der Klageschrift (PDF) ist auch eine englische Zusammenfassung zu lesen.

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Sommerwetter

Ein Julitag, der mit strahlend blauem Himmel anfängt.

Auch nach 6 Jahren in Schweden und obwohl ich es besser weiß, ist meine instinktive Erwartungshaltung immer noch, dass es dann automatisch heiß wird. Natürlich ist das in den meisten Fällen falsch. Anstatt brütender Hitze, Schwüle am Nachmittag und einem Abendgewitter kommt es hier nur knapp über die 20 Grad und aufziehende Wolken lassen es richtig kühl werden. Abends lange draußen sitzen geht nur selten.

Meistens finde ich das in Ordnung, denn selbst wenn ich Hitze vertragen kann, vermisse ich sie in der Regel nicht und mag die temperierten (lagom) schwedischen Sommer. So ein fetziges Sommergewitter kann einem aber auch fehlen.

Andererseits fällt hier immer gleich der Strom aus, wenn es blitzt – sogar in noblen und prestigeträchtigen Forschungszentren. Erst neulich wieder.

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The Ackermans - Come On, Come On

[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=UeYdvnLuxnc) – [Band-Webseite](http://www.the-ackermans.com/) – indirekt via [Swedesplease](http://www.swedesplease.net/2008/07/11/swedish-music-video-.roundup-action-biker-assid-the-ackermans-syket/).

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Peinlich, DN

Heute morgen in der Papierausgabe zu diesem Artikel noch das Bild mit den vier iranischen Raketen abzudrucken, das gestern schon überall als Fälschung herumgereicht wurde, finde ich schon peinlich für Schwedens größte seriöse Tageszeitung Dagens Nyheter.

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Wort der Woche: Paj

Das Wort paj ist eines der zahlreichen Lehnworte, deren Schreibweise eingeschwedischt wurde – es kommt vom englischen pie. Weitere Beispiele für solche Wörter findet man hier. Paj hat keine direkte deutsche Entsprechung; je nach Art und Zutaten würde man “Pastete”, “Auflauf” oder “Kuchen” sagen.

Eine paj kann nämlich sowohl herzhaft als auch süß mit Früchten sein. Gemeinsam ist ihnen lediglich, dass sie als Boden oder Decke den gleichen Teig haben, pajdeg, und dass sie in der Regel in einer Auflaufform in den Ofen kommen. Der Teig ist simpel und besteht aus Mehl, Butter, Wasser (in ungefähren Gewichtsverhältnissen 10:15:2) und ein wenig Salz. Variationen dieses Grundrezepts sind gängig.

Mit dem Teig legt man Boden und Rand der Form aus und befüllt das Ganze womit man Lust hat. Zum Beispiel Schinkenwürfel und geriebener Käse, die man mit einer Soße aus Milch, Eiern und Gewürzen übergießt und die beim Backen fest wird. Schon hat man eine ost- och skinkpaj. Wenn man nicht will, dass der Teig sich vollsaugt, kann man ihn alleine in der Form zehn Minuten vorbacken.

RabarberpajDie Früchtevariante der paj ist eine bevorzugte Art der Schweden, Beeren zu essen (außer Erdbeeren, die isst man roh). Man kann hierbei den Teig unter den Beeren weglassen: einfach die Beeren (auch tiefgefroren) in die Form und den pajdeg darüber streuseln. Damit das besser geht, macht man diesen mit Haferflocken und nur ein bisschen Mehl. Das Bild zeigt die Reste einer solchen smulpaj mit Rhabarber, die mich vorhin auf die Idee zu diesem Artikel gebracht hat. Mit Heidelbeeren ist das auch sehr zu empfehlen. Man isst sie mit Sahne oder Vanilleeis oder -soße.

Und dann hat paj noch eine ganz andere Bedeutung, und zwar als Adjektiv, das für “kaputt” steht. Das Verb dazu ist paja und bedeutet dementsprechend “kaputt gehen”. Woher diese beiden sich ableiten, weiß ich nicht, aber ich vermute fast, dass obige paj damit zu tun hat. Umgangssprachliche Essensmetaphern sind nicht selten (det blev bara pannkaka; vilken röra/soppa).

Aus irgendwelchen Gründen kann man zu einer “Lederjacke” auch skinnpaj oder läderpaj sagen.

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FRA-Gesetz weiter aktuell

Das neulich verabschiedete Gesetz, das dem militärischen Geheimdienst FRA die Überwachung jeglicher kabelgebundener Kommunikation erlaubt (ältere Artikel dazu), ist weiterhin fast täglich in den Zeitungen und ist eines der Top-Themen der gerade stattfindenden Almedalsveckan. Der Protest aus der schwedischen Bevölkerung scheint nicht abzuebben – in den letzten Wochen wurden mehrere Millionen Protest-Emails geschrieben.

Gestern berichtete SvD aus “informierten Kreisen”, dass der eigentliche Zweck des Gesetzes darin besteht, die Kommunikation Russlands, die zu 80% durch Schweden geht, abzuhören und die gewonnenen Informationen als Tauschware für befreundete Dienste zu haben. Unabhängig davon, ob das stimmt und was die Russen dazu sagen, könnte das auch ein weiterer Rechtfertigungsversuch der FRA-Befürworter sein. Schweden sind nämlich im Allgemeinen skeptischer gegenüber Russland als beispielsweise Deutsche.

Mona Sahlin, Parteichefin der Sozialdemokraten, hat unterdessen angekündigt, das umstrittene Gesetz im Falle eines (nicht unwahrscheinlichen) Wahlsiegs in zwei Jahren wieder abzuschaffen. Das ist zwar etwas seltsam, weil der ursprüngliche Vorschlag von eben diesen Sozialdemokraten stammt, aber Sahlin war damals weder involviert noch Parteichefin. Der Umschwung ist also nicht ganz unglaubwürdig.

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