Glatteis

Schnee, der eine Weile liegen geblieben war, dann langsam taut, sich in Schneematsch verwandelt und von Fahrradreifen durchpflügt wird, dann zu einer unebenen Eisschicht festfriert und zuletzt beregnet wird, so dass eine Schicht Wasser auf dem Eis steht, ist äußerst unangenehm zum Radfahren.

Heute morgen war es so glatt, dass ich vom Fahrrad absteigen musste und an einer Stelle mit geringem Gefälle meine Schuhe aus dem Stand zur Seite ins Rutschen kamen und ich in Zeitlupe unweigerlich auf einen steiler werdendes Wegstück zuglitt, das mich dann umwarf und erst 15 Meter weiter zur Ruhe kommen ließ. Und wegen des vielen Wassers sind dann natürlich Handschuhe und Hose völlig durchnässt.

Ich will 5 Grad kälter! Dann hat man solche Probleme nicht.

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Tyskarna Från Lund - Global Fussball OK

[Videolink](http://youtube.com/watch?v=EZ3XlpJqPt0), [mehr über die “Deutschen aus Lund”](http://en.wikipedia.org/wiki/Tyskarna_fr%C3%A5n_Lund).

Wenn Schweden Deutsche parodieren geht es normalerweise nicht um Kraftwerk, die hierzulande sonst eher als positives Beispiel deutscher Musik angeführt werden. In diesem Fall dann aber doch. Das Lied erschien natürlich zur Fußball-WM letztes Jahr, kam mir aber eben erst unter.

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Wort der Woche: Lunginflammation

Man kann es wohl erraten, dass lunginflammation das schwedische Wort für “Lungenentzündung” ist. Keine Sorge, ich habe keine, sondern René Descartes – vor gut 350 Jahren. Er starb daran im Februar 1650 in Stockholm. Und das kam so.

Königin Kristina, die Tochter des schon mindestens einmal hier erwähnten Gustav II. Adolf, des Architekten des Großreichs Schweden im 17. Jahrhundert, war an der Macht. Sie förderte die Uni Uppsala – unter anderem landete die Unibibliothek von Würzburg als Beute nach dem Dreißigjährigen Krieg hier in Uppsala – und ihren verschwenderischen Hof schmückte sie mit Künstlern und Gelehrten.

Nach einem längeren Briefwechsel mit Descartes lud sie ihn im Herbst 1649 zu sich nach Stockholm ein. Ob er bei dieser “Einladung” so viel Wahl hatte, sei dahingestellt. Auf jeden Fall bekamen ihm die kalte Umgebung und die von ihr geforderten frühmorgendlichen Sitzungen mit der Königin nicht. Nach nur wenigen Monaten starb Descartes an der erwähnten Lungenentzündung.

Dass sie im protestantischen Schweden später die Krone niederlegte, um sich mitsamt Staatskasse im Rom dem Papst zu unterwerfen, dafür ist sie jedoch allemal mehr bekannt, als dafür, Descartes auf dem Gewissen zu haben.

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Zwei Stromrechnungen

Die Liberalisierung des Strommarktes in der EU hat in den letzten Jahren ja für einiges an Diskussionsstoff gesorgt. Hauptkritikpunkt ist, dass nicht wie erhofft eine echte Konkurrenz von Anbietern entstanden ist, sondern dass sich durch Zusammenschlüsse wenige Energieriesen gebildet haben, die im Quasimonopol die Preise bestimmen können und neue Anbieter durch hohe Abgaben auf das Stromtransportnetz fernhalten können.

Und in der Tat werden in Deutschland die Strompreise regelmäßig erhöht und die Konzerne fahren dicke Gewinne ein. Ohne wirklichen Einblick zu haben, behaupte ich einfach einmal, dass das in Schweden ein wenig besser funktioniert. Die Kosten für das Leitungsnetz werden einem nämlich tatsächlich separat von dessen Eigentümer, meist die Vattenfall Stromverteilungs-AG, in Rechnung gestellt. Bei uns sind das etwa 10 Euro pro Monat.

Die Abspaltung des Netzes in eine eigene Firma, die von den Stromproduzenten unabhängig ist, lässt auch hoffen, dass der Konkurrenzkampf letzterer nicht zulasten der Infrastruktur geht. Zuletzt kam zumindest ein Brief, der eine Erhöhung der oben genannten Leitungsgebühr mit der Verbesserung des Netzes und den Sturmschäden aus den letzten Jahren begründete und somit auf diesbezügliche Investitionen schließen lässt. Als Verbraucher kann man das zwar schlecht nachprüfen, aber es wäre schön, wenn man die etwa ein bis zwei Stromausfälle pro Jahr abstellen könnte.

Den eigentlichen Stromverbrauch bezahlt man also auf einer eigenen Rechnung an den Anbieter seiner Wahl. Da dieser Preis nur der Produktion des Stroms gilt, hat ein “Riese” weniger unfaire Vorteile gegenüber kleinen Anbietern. Das Ganze wird einfacher durchschau- und vergleichbar und Vattenfall ist “nur noch” der größte unter vielen. Inwieweit dieses System dazu beiträgt, dass Schweden im europäischen Vergleich ziemlich geringe Strompreise hat, oder ob die reichlich genutzte und fast kostenlose Wasserkraft der eigentliche Grund ist, kann ich aber nicht beurteilen.

Wir haben uns auf jeden Fall vor einigen Jahren beim schwedischen Verbraucheramt informiert und dann einen anderen Anbieter als Vattenfall gewählt. Den Wechsel gab man via Internet in Auftrag und war sehr simpel, wenn man sich einmal entschieden hatte.

Wirklich einfach ist die Wahl des Anbieters und der Tarife aber dann doch wieder nicht. Der Strompreis variiert nämlich saisonal und man kann selbst wählen, ob man einen auf bestimmte Zeit festen Preis möchte oder seinen Preis auch die kurzfristigeren Schwankungen mitmachen lässt. Was da besser ist, ist nicht einfach zu sagen, weil man ja die Preisentwicklung nicht sicher vorhersehen kann. Zusätzlich kann man bei einigen Anbietern einen freiwilligen Aufschlag zahlen und dafür “Ökostrom” ins Haus bekommen.

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Schwedische Abkürzungen

Abkürzungen (schw. förkortning) findet man im Schwedischen genauso wie im Deutschen, wenn nicht sogar ein wenig häufiger. Man ist hier nicht wirklich konsequent dabei, wie sie gebildet werden. Bei Abkürzungen mit mehr als einem Punkt steht kein Leerzeichen innerhalb der Abkürzung und oft lässt man alle bis auf den letzten Punk oder gleich alle weg. Man sieht also zum Beispiel bl.a., bl a, seltener auch bla. oder bla.

Weiterhin werden einige Wörter verkürzt, indem man den oder die ersten Buchstaben, dann einen Doppelpunkt und dann den letzen Buchstaben des Worts schreibt, zum Beispiel c:a für circa. Auch die Ordungszahlen fallen hierunter: 13:e für trettonde, aber 22:a für tjugoandra.

Vor einiger Zeit machte folgender Text, der für den kreativen Umgang mit Abkürzungen argumentiert, via Email die Runde. Leider lässt sich so etwas nicht übersetzen und auch ich brauchte an einigen Stellen ein paar Sekunden, um den Witz zu verstehen:

Inga andra förkortningar än sådana som är allmänt vedertagna bör få användas. Men dessa bör användas i desto större utsträckning. Just därför blir man nästan upprörd, när en skolyngling fått bock i kanten på en uppsats, därför att han använt sig av en förkortning felaktigt. Ynglingen hade skrivit: Den som alltid varit frisk, vet inte vad dvs. att vara sjuk. Varför är det fel? För min del anser jag skrivsättet vara helt korrekt. Finns det en vedertagen förkortning för det vill säga, så bör den självfallet kunna användas i alla sammanhang. Dibarnet kan inte tala även om dvs. något. Bra. Gymnasisten förtjänar en extra eloge därför att han gjort sig fri från vanetänkande och öppnat nya möjligheter för förkortningarnas användning. Om exempelvis förkortningen f.d. betyder före detta och o.d. betyder och dyligt, så bör man rimligtvis ha fria händer att använda dessa som man vill: Det var uselt f.d., sade skidlöparen, som åkte på ett fält, som var träskartat o.d. Varför inte? Kyss mig m.m. glöd sade fästmön till fästmannen. Fullt korrekt. Då hustrun misstänkte att mannen skulle gå bort någonstans med någon annan, ansåg hon sig ha rätt att fråga både t.o.m. vem han tänkt gå. Oklanderligt! Jag tar inte droskan utan släden, ty i snö är m.fl. gånger bättre än hjul, sade godsägaren, och s.k. han på kusken. Efter middagen beslöt bonden sig för att gå ut o.s.v. tills han sått färdigt.

Zum Abschluss noch eine unvollständige und unsortierte Liste mit gebräuchlichen schwedischen Abkürzungen, deren Bedeutung und Übersetzung.


Abk. bl.a. kl. Ausgeschrieben bland annat klockan Übersetzt unter anderem Uhr


Zu nennen wären auch noch die Noten, wie sie zumindest teilweise an Schule und Uni üblich sind: mvg, vg, g und ig stehen für mycket väl godkänd (wörtlich: “sehr gut bestanden”), väl godkänd, godkänd und icke godkänt (“nicht bestanden”).

Ergänzungen in den Kommentaren sind wie immer willkommen.

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Drain S.T.H - I Don't Mind

[Videolink](http://www.youtube.com/watch?v=NIVBdW1LHKM), [mehr über DRAIN](http://en.wikipedia.org/wiki/Drain_STH)

Wer sagt, dass nur Männer hårdrockare sein dürfen?

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Mit dem Zug nach Deutschland

Ich spiele mit dem Gedanken, bald einmal wieder nach Deutschland zu reisen, um Familie und Freunde rund um Aschaffenburg und in Berlin zu besuchen. Ich würde gerne mit dem Zug reisen und vielleicht auch endlich einmal in Kopenhagen Halt machen. Ich bin aber überhaupt nicht auf dem Laufenden, was Verbindungen und Tickets über Landesgrenzen und innerhalb Deutschlands angeht.

Deshalb die Frage an die werten Leser: Hat jemand schon Erfahrungen damit? Gute oder schlechte? Lohnen sich für die Hin- und Rückreise schon Interrail- oder ScanRail-Tickets? Gibt es einen Nachtzug für einen Großteil der Strecke? Muss man sich seine Verbindung selbst zusammensuchen, oder kann man im Netz (oder in Reisebüros?) die komplette Reise buchen?

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Wort der Woche: TiM-kort

TiM ist die Abkürzung für Trafik i Mälardalen, zu Deutsch “Verkehr im Tal des Mälaren”. Dabei handelt es sich um eine der kleinen Annehmlichkeiten des Alltags, die ich in Schweden häufig besser finde als in Deutschland, auch wenn ich nicht weiß, was sich in der alten Heimat diesbezüglich in den letzten Jahren getan hat.

Die TiM-Karte ist eine auf kurze Entfernung berührungslos auslesbare Karte, die es seit zehn Jahren gibt und mit der man Busse und Züge von Uppsala über Stockholm bis Örebro und Norrköping bezahlen kann. Das klingt wenig spannend, ist aber so geschickt gelöst, dass es das Leben tatsächlich einfacher macht, gerade für tägliche und Gelegenheitspendler wie mich.

Man lädt die Karte an einem Automaten auf, entweder mit einem monatlichen Betrag oder wie ich mit einer “Börse” in beliebiger Höhe, von der dann zeitlich unbegrenzt immer der aktuelle (zeitlich variierende) Preis der Fahrkarte abgebucht wird, wenn man sie im Vorbeigehen an einen der kleinen Kästen am Bahnsteig hält. Man kann nämlich seine übliche Strecke auf der Karte markieren, so dass sich die Interaktion auf ein Minimum beschränkt. Das reduziert den Aufwand, seine Fahrkarte zu lösen, darauf, kurz einen Schritt langsamer zu gehen – ein unschätzbarer Vorteil, wenn man zeitlich knapp zum Bahnhof kommt.

Zusätzlich kann man von der Börse auch andere Stecken recht einfach am Automaten lösen, ohne seine Kreditkarte zücken zu müssen. Die TiM-Karte ist unpersönlich, man kann sie also ver- oder ausleihen und es werden keine unnötigen personalisierten Daten gesammelt. Die Kontrolle des Schaffners im Zug besteht dann darin, dass dieser die Karte kurz an sein Lesegerät hält, um zu prüfen, ob man auch wirklich hat abbuchen lassen. Oft winken sie jedoch ab und verlassen sich darauf, dass man aus Gewohnheit seine Karte am Bahnsteig kurz entwertet hat.

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Internet kaputt

So ein Wochenende, an dem das Internet zuhause ausgefallen ist, erscheint im ersten Moment erschreckend. Dann ist es aber doch ganz entspannend.

Gestern nachmittag war ich auf einer Fotomesse in Stockholm und habe viel zu teure Spielzeuge begrapscht.

Und jetzt schreibe ich endlich das Wort der Woche…

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