Ein kurzes Update zur geplanten
Überwachung von
Telekommunikation in Schweden.
Kritiker der Pläne hatten klare Regeln gefordert, wann abgehört werden
darf, was abgehört werden darf und wer Zugang zu den erhobenen Daten
bekommt. Die Regierung lehnt das jedoch ab und im aktuell diskutierten
Gesetzesvorschlag kommen solche Beschränkungen nicht
vor (S).
Wenn das durchgeht, darf also einfach alles abgehört werden. Die
Einschränkung, dass nur Kommunikation mit dem Ausland betroffen sein
soll, ist lächerlich, denn sogar Emails an das staatliche Fernsehen SVT
werden erst einmal zu einem Dienstleister in England
geschickt
(S) zwecks Spamfilterung. Wer würde sich dann nicht zweimal überlegen,
ob er auf sein Recht auf Anonymität vertraut und den Medien einen
Skandal verrät?
Es gibt seit vorgestern eine
Unterschriftensammlung
gegen die Abschaffung des Privatlebens, die schon 1600 Schweden
unterzeichnet haben.
Nachtrag, 14:45: Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Unterzeichner
der Petition vorwiegend Männer sind. Ich habe stichprobenartig gezählt
und kam auf 14% Frauenanteil. Meines Wissens weichen die Anzahl
männlicher und weiblicher Internetnutzer nicht mehr weit voneinander ab,
das kann also nicht der Grund sein. Ist die Ablehnung des
Überwachungsstaates typisch männlich? Ist es typisch männlich, solche
Aufrufe zu unterzeichnen? Ist Frauen das Thema egal? Wird der Link
dorthin über “männliche Netzwerke” weitergereicht?
Gilt diese Beobachtung auch für Deutschland? Es scheint so: Bei einer
Stichprobe der
Wahlmaschinenpetition
vom Herbst kam ich auf 10% Frauenanteil.