City-Maut ab August

Heute beschließt das schwedische Parlament die Wiedereinführung der Maut auf den Straßen Stockholms. Die Änderungen am System, das letztes Jahr im Testbetrieb lief, sind gering. Wer mit dem Auto mehr als zwei Stunden auf dem Arbeitsweg gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln einspart, kann die Maut von der Steuer absetzen.

Dass das nicht wenige sind und auch in Zukunft sein werden, ist kaum verwunderlich, schließlich gehen die Einnahmen an den Straßenbau und nicht an öffentliche Verkehrsmittel. Welch verpasste Chance, letztere besser und billiger zu machen und es die Autofahrer bezahlen zu lassen, bis genügend diesem Transportmittel abgeschworen haben. Anscheinend ist jedoch die Autofahrerlobby nicht nur in Deutschland mächtig.

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Norwegisches Gas

Gerade habe ich in der Zeitung gelesen^1^, dass Norwegen mit seinen zur Zeit fusionierenden Ölfirmen stark in arktische Gasvorkommen investiert. Innerhalb weniger Jahre will man die Produktion um 50% steigern und dann genauso viel Gas exportieren wie Russland. Schwer vorstellbar, dass Norwegen die eigenen Energievorkommen zu politischen Zwecken einsetzen wird wie der Nachbar im Osten, weshalb das Ganze aus politischer Sicht wohl sehr zu begrüßen ist.

^1^ Der Artikel scheint leider nicht online zu sein.

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Skokloster

Skokloster
Slott

Das Schloss Skokloster liegt nicht weit südlich von Uppsala am Mälaren. Der schwedische Feldherr Carl Gustav Wrangel ließ es bauen, als er nach dem Dreißigjährigen Krieg aus Deutschland zurückkam. Da mir die Ähnlichkeit nicht sofort ins Auge fiel, war ich überrascht, im dortigen Museum zu erfahren, dass ihm Schloss Johannisburg in meiner alten Heimatstadt Aschaffenburg als Vorbild diente.

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Urteil zum Dateitausch

Radio Schweden schreibt:

Das Oberlandesgericht in Göteborg hat am Dienstag in zweiter Instanz das Urteil gegen einen Mann bestätigt, der Musik-Titel ins Internet gestellt und sie somit anderen kostenlos zugänglich gemacht hatte.

Meines Wissens handelt es sich um den gleichen Fall wie letzten Oktober. 80 Tagessätze à -2100- 250 Kronen (zusammen etwa 2100 Euro) sind zwar kein Pappenstiel, aber durch die Bestätigung des Urteils und der “geringen” Strafe gilt auch weiterhin, dass das Strafmaß unterhalb der Grenze liegt, ab der Internetdienstleister gezwungen werden können, Nutzerdaten preiszugeben, und ab der die Polizei Hausdurchsuchungen durchführen darf. Deshalb können sich Dateitauscher in Schweden auch weiterhin recht sicher fühlen.

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Ein Platz für Anna Lindh

Die schwedische Außenministerin Anna Lindh war die beliebteste Politikern des Landes und hätte aller Voraussicht nach die Nachfolge von Göran Persson als Chefin der Sozialdemokraten und wohl auch als Premierministerin angetreten, wenn sie nicht im September 2003 in einem Kaufhaus ermordet worden wäre.

Nach einiger Diskussion hat man sich in Stockholm jetzt geeinigt, welcher Platz auf der Insel Södermalm nach ihr benannt wird. Wenn man auf diesen Link geht und dann per Klick links die GPS-Koordinaten anzeigen lässt, sollte die Markierung genau auf dem Platz erscheinen.

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Inlandsbanan

Die ZEIT schreibt über die Inlandsbanan, die Zugverbindung, die – wie der Name schon sagt – im Inland von Schweden verläuft und den großen See Vänern im Süden mit dem hohen Norden verbindet (Karte). Klingt nicht schlecht. Kennt die jemand aus eigener Erfahrung?

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Army of Lovers - Crucified

([YouTube DirektLink](http://youtube.com/watch?v=0l8WtDFF4uQ))

Ein weiteres Video aus der Kategorie “Toll, dass ich gerade herausgefunden habe, dass das Schweden sind und somit dieses herrlich bizarre Video bloggen kann”.

Obsession” nach dem Klick.

**Army of Lovers – Obsession** ([Direktlink](http://youtube.com/watch?v=ZHsiz_mZzGs))

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König der Gastwirte

Eine der Auswirkungen davon, dass die Steuerklärungen von Personen und Firmen in Schweden öffentlich sind, sind Zeitungsrecherchen, in denen lokale Branchen unter die Lupe genommen werden. Zum Beispiel hat die hiesige Lokalzeitung Upsala Nya Tidning (UNT) die Gastwirte untersucht und berichtet, dass 19 von ihnen keinen zu versteuernden Gewinn ausgewiesen haben. Man vermutet schwarz bezahlte Löhne als Ursache.

Gleichzeitig kann UNT den neuen König der Gastwirte krönen. Abdallah Fathallah Youssef hat zuletzt 900.000 Kronen Gewinn versteuert. In den letzten Jahren hat der “Neuling” syrischer Herkunft mit seiner Familie drei Restaurants in Uppsala gekauft und renoviert. Zwei davon, ein griechisches direkt am Fluss und ein italienisches in der Nähe der Universität, besuchen wir selbst sehr gerne. Das Essen ist prima und weil sie so beliebt sind, muss man immer einen Tisch vorbestellen. Qualität setzt sich eben auch gegen etablierte Strukturen durch. Youssefs Aussage, dass er sein Lebenswerk bestimmt nicht aufs Spiel setzen werde, indem er Steuern hinterzieht, kann man nur zustimmen und es dürfte schwer fallen, Leute wie ihn nicht als positives Beispiel für Einwanderung anzuführen.

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Skandinavien und das Internet

Die Meilensteine in den Anfängen des Internets, die man am ehesten kennt, sind das ARPANET 1969 und die Entwicklung von TCP/IP 1983, beides in den USA, und die Entwicklung von Hypertext und des WWW von Tim Berners-Lee mit der ersten Webseite 1991 am CERN bei Genf.

Dieses PDF beleuchtet die Rolle des Nordens etwas genauer:

Im Gegensatz zu ihren europäischen Nachbarn waren sich die nordischen Staaten (zumindest ihre Forscher) schon sehr früh sicher, dass der amerikanische Standard der allein weiterführende ist. Vor allem Norwegen hat schon in den frühen siebziger Jahren auf das amerikanische Konzept gesetzt. Es war es dann das institutionelle Geschick der gemeinsamen Forschungsinstitution NORDUnet, auf das richtige» Konzept zu setzen und gleichzeitig «im Falschen» mit den anderen Europäern zu kooperieren. Zwar ist diese Geschichte des Internets noch nicht geschrieben. Es scheint aber hinreichend plausibel, dass der Aufstieg der nordischen Staaten zu Anführern der Informationsgesellschaft ohne ihre frühe Entscheidung für das Internet nicht zu erklären ist. Es macht erklärbar, warum etwa NOKIA und Ericsson zu neuen Weltmarktführern aufgestiegen sind und es gibt Belege, dass die französische Wirtschaft durch die Entscheidung für das «falsche» Protokoll um gut zehn Jahre zurückgeworfen wurde.

(via netzpolitik.org)

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